re:publica 2010

"Private Blogs werden wichtiger"

Morgenpost Online hat sechs Berliner zu ihren Erwartungen an die re:publica und die Entwicklung der sozialen Medien befragt. Stefan Metze dokumentiert seit 2006 in seinem Ostkreuzblog den Baufortschritt am Berliner Ostkreuz vor allem mit Fotos. Er rechnet damit, dass die Bedeutung solcher Blogs zunehmen wird.

Morgenpost Online: Wie “Web 2.0“ sind Sie?

Stefan Metze: Ich bin mit meinen Blogs, meinem Facebook-, Foursquare, Xing-, LinkedIn- und Twitteraccount und der Menge an Informationen, die ich dort für andere bereitstelle, wohl eher Durchschnitt unter den Nutzern sozialer Medien. Der Mix meiner Informationen ist in etwa 50 Prozent privater und 50 Pozent beruflicher Natur.

Morgenpost Online: Warum dokumentieren Sie den Baufortschritt am Ostkreuz in Ihrem Blog?

Metze: Mit dem Ostkreuzblog wollte ich den Interessierten, den Fahrgästen die täglich vielleicht schon seit Jahrzehnten das Ostkreuz nutzen, einfach die Möglichkeit geben, zu sehen wie sich der größte und wichtigste Knotenpunkt im Berliner S-Bahnnetz, vom über 100 Jahre alten "Stückwerk" zum modernen und zeitgemäßen Umsteigebahnhof verändert.

Morgenpost Online: Ist es nicht anstrengend, ständig am Ball zu bleiben und zu zeigen, wie sich der Bahnhof entwickelt?

Metze: Ja, es ist teilweise sehr anstrengend, vor allen Dingen wenn es um frisches und interessantes Bildmaterial geht, da die Fotostandpunkt doch relativ gleich bleiben und somit auch die Einblicke in die Großbaustelle.

Schwer ist es auch an den genauen zeitlichen Bauablauf der Baufirmen zu kommen, da muss man dann schon Dienstags in der roten Infobox mitten am Tage direkt am Ostkreuz zur Informationsveranstaltung vor Ort sein oder einfach jemanden kennen.

Nur so hat man die Chance live dabei zu sein, wenn zum Beispiel eine der ältesten Stahlfachwerkbrücken per Kran aus der Ostkreuz-Südkurve ausgehoben wird.

Glücklicherweise haben sich aber bereits mehrere interessierte Fans des Ostkreuzblogs dazu bereit erklärt mir regelmäßig neues Fotomaterial zukommen zu lassen. Ihnen gilt mein größter Dank.

Morgenpost Online: In welche Richtung werden sich Ihrer Meinung nach Ihr Blog und Blogs überhaupt weiterentwickeln?

Metze: Ich denke dass sich das Ostkreuzblog technisch nicht großartig weiterentwickeln wird. Es wird für meine gut 10.000 Leser monatlich weiterhin Quelle des aktuellen Geschehens bleiben. Bei der Weiterentwicklung von Blogs im Allgemeinen muss man meiner Meinung nach stark differenzieren, zwischen Corporate Blogs, regionalen Blogs und privaten Blogs. Letztere werden meiner Meinung nach an Bedeutung zulegen, da die meisten sehr spezielle Themen aufgreifen. Durch das rasant wachsende mobile Internet mit all seinen neuen und zeitgemäßen Endgeräten werden genau in diesen Blogs die Informationen noch schneller auffindbar sein, da die Autoren einfach nicht mehr unbedingt zu Hause sein müssen um ihre Artikel zu veröffentlichen.

Morgenpost Online: Welche Veranstaltung wollen Sie auf der auf der re:publica auf keinen Fall verpassen?

Metze: Die Themen "Feministische Netzkultur 2.0" und "Blogs monetarisieren aber wie?" interessieren mich besonders, da sie aus beruflichen Gründen für mich von größerer Bedeutung sind.