Suchmaschinen

Google und Schriftsteller einigen sich gütlich

Der US-Internetriese Google hat sich mit der Autorenvereinigung Authors Guild und dem Verlegerverband AAP im Urheberrechtsstreit geeinigt. Der Konzern zahlt einen dreistelligen Millionenbetrag. Im Gegenzug darf Google Millionen von Büchern einscannen und in seiner Suchmaschine verfügbar machen.

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Im Urheberrechtsstreit um die elektronische Veröffentlichung von Büchern bei Google hat der US-Internetriese mit Verlegern und Autoren in den USA eine gütliche Einigung erzielt. Der Konzern vereinbarte mit der US-Autorenvereinigung Authors Guild und dem Verlegerverband AAP nach eigenen Angaben eine Zahlung in Höhe von 125 Millionen Dollar (100 Millionen Euro), mit der ein Register zur Bezahlung der Autoren aufgebaut werden soll. Lassen Autoren ihre Werke demnach in das Register aufnehmen, bekommen sie einen finanziellen Ausgleich dafür, dass sie ihre Bücher online zugänglich machen. Damit sei der Weg für eine umfassende Online-Suche auch in geschützten Büchern und Texten frei, teilte das Unternehmen mit.

Titel aus der Ergebnisliste sollen Nutzer über die Website des Verlages oder Online-Händler kaufen können. Wenn das Buch nicht mehr im Druck ist, werde ein Online-Zugang angeboten. Texte, deren Urheberschutz abgelaufen ist, stehen kostenlos zur Verfügung. Bildungseinrichtungen, Firmen und öffentliche Organisationen sollen Abonnements abschließen können. Autoren und Verlage partizipieren an den Einnahmen. Sie haben jedoch die Möglichkeit, der Verwertung zu widersprechen.

Mit der Zahlung von Google sollen zudem die Kosten für das seit 2005 laufende Gerichtsverfahren bezahlt werden. Autoren und Verleger hatten vor drei Jahren eine Sammelklage gegen den Internetkonzern eingereicht, nachdem dieser bekannt gegeben hatte, Millionen von Büchern einscannen und über sein Projekt Google Book Search im Internet zugänglich machen zu wollen. Damit die gütliche Einigung nun gültig wird, muss sie noch von den zuständigen Gerichten gebilligt werden.

Google hatte 2004 damit begonnen, Bücher aus mehreren Bibliotheken zu digitalisieren. Der Inhalt sollte sich komplett im Internet durchsuchen lassen. Der Autorenverband Authors Guild sowie stellvertretend für den Verlegerverband Association of American Publishers (AAP) fünf große US-Verlage verklagten den Konzern 2005 wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen. Verlage außerhalb der USA sind von der Einigung nicht berührt. Sie können Google aber ebenfalls den Zugriff auf ihre Werke gestatten und Einnahmen mit dem Internet-Konzern teilen.