Strompreise

Stromanbieterwechsel kann mehr als 300 Euro im Jahr bringen

Die Stiftung Warentest rät zum Wechsel des Stromanbieters: Damit lassen sich im besten Fall mehr als 300 Euro sparen – und das sogar mit fairen Tarifen.

Foto: CHROMORANGE / Christian Ohde / picture-alliance

Die ersten Stromkunden bekommen schon Mitte November Post von ihrem Versorger mit einer Preiserhöhung für das Jahr 2014. Dabei mussten viele bereits 2013 eine saftige Strompreiserhöhung verschmerzen.

Die Stiftung Warentest rät in der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift Finanztest zum Wechsel des Stromanbieters: Damit lassen sich im besten Fall mehr als 300 Euro sparen – und das sogar mit fairen Tarifen.

Wie hoch die Ersparnis beim Anbieterwechsel ist, hängt vom Verbrauch, vom Preis des aktuellen Tarifs und vom Wohnort ab. Bei einem Preisvergleich für 20 Städte im Oktober 2013 fand Finanztest die größte Ersparnis in Essen. Ein Haushalt mit 5 500 Kilowattstunden Jahresverbrauch kann dort bis zu 321 Euro im Jahr sparen, sofern der Kunde noch nie gewechselt hat.

Stromtarifrechner haben ihre Tücken

Finanztest wird seinen Preisvergleich für 20 Städte noch zweimal aktualisieren, am 14. und am 28. November (www.test.de). Kunden, die erst danach den Anbieter wechseln wollen, sind auf Stromtarifrechner im Netz wie Check24, Verivox oder Toptarif angewiesen.

Doch die Rechner haben Tücken: Voreinstellungen beeinflussen die Tarifauswahl der Nutzer. Deshalb sollten Kunden sie nach ihren Bedürfnissen ändern und in den Suchmasken der Rechner einzelne Filtermerkmale an- oder wegklicken, rät Finanztest.

Vor der Pleite der Energiefirma Teldafax hatten die Rechner lange die Voreinstellung „Vorkassetarife berücksichtigen“. Wer damals nur Postleitzahl und Verbrauch eingab, bekam als günstigsten Anbieter oft Teldafax genannt. Oben standen Tarife mit Vorkasse, bei denen der Kunde die gesamte Strommenge ein Jahr im Voraus bezahlen musste. Das Geld gehört im Fall einer Pleite zur Insolvenzmasse und kann im schlimmsten Fall verloren sein.

Oft Streit um Auszahlung des Kundenbonus

Inzwischen sind die Voreinstellungen der Tarifrechner etwas kundenfreundlicher geworden. Wichtige Tarifkriterien wie eine monatliche Zahlungsweise, eine Preisgarantie und eine kurze Kündigungsfrist sind heute oft voreingestellt.

Eine große Falle gibt es aber noch in den Einstellungen der Vergleichsportale: In der Liste der Suchergebnisse steht normalerweise ein Gesamtpreis, von dem ein hoher Neukundenbonus abgezogen ist. Die ersten Plätze belegen hauptsächlich sehr billige Anbieter mit Boni bis zu 25 Prozent auf die Gesamtkosten.

Der Neukundenbonus hat mehrere Haken. Immer wieder müssen sich Kunden mit Versorgern um die Auszahlung streiten. Und wenn sie den Bonus in voller Höhe bekommen, dann macht er den Tarif oft nur im ersten Jahr billig.

Immer auf Anschlusslaufzeit achten

Berücksichtigt wird der Bonus erst in der ersten Jahresrechnung. Die monatlichen Abschläge bleiben deswegen meist gleich hoch oder sind sogar noch höher als beim alten Anbieter.

Kunden, die nicht jedes Jahr einem Neukundenbonus hinterherjagen wollen, sollten daher diese Voreinstellung ändern. Wer keinen Stress mit Boni haben möchte, wählt einfach einen Tarif, der ohne Bonus günstig ist.

Sehr wichtig ist auch die Anschlusslaufzeit. Meiden Kunden Verträge, die sich im zweiten Vertragsjahr automatisch um zwölf Monate verlängern, bleiben sie flexibel. Dann können sie bei Ärger schnell wechseln, egal ob sie finden, ihre Abschlagszahlung sei zu hoch, oder ob es um Boni oder Preiserhöhungen geht.

Achtung: Die Anschlusslaufzeit ist in den Tarifrechnern kein Filterkriterium. Sie steht unter „Tarifdetails“ und muss für jeden Tarif einzeln überprüft werden.

Finanztest-Tipps

Ersparnis. Ein Wechsel des Stromanbieters lohnt sich. Wenn Sie noch nie gewechselt haben, sind Sie in der Grundversorgung. Sie können dann durch einen Wechsel mehrere hundert Euro pro Jahr sparen. Ihre Ersparnis hängt vom Verbrauch, Wohnort und Preis Ihres aktuellen Tarifs ab.

Wechsel. Der Anbieterwechsel ist einfach. Wenn Sie in der Grundversorgung sind, kommen mit einer Frist von 14 Tagen aus dem Vertrag. Sondervertragskunden sind an die Laufzeit im Vertrag gebunden. Steigt der Preis, steht Ihnen aber ein Sonderkündigungsrecht zu.

Weitere Informationen: Zeitschrift Finanztest 12/2013 und www.test.de/strompreise