Stiftung Warentest

Matrazen erweisen sich im Test als zu teuer

Die Stiftung Warentest hat elf Kaltschaummatratzen für 400 bis 1 060 Euro untersucht. Das Gesamtergebnis ist etwas ernüchternd.

Die elf von der Stiftung Warentest geprüften Kaltschaummatratzen sind nicht billig. Gut schneidet trotzdem keine ab. Die Sieger früherer Tests sind besser und kosten teilweise weniger.

Die Schlaraffia Triogel 700 für rund 800 Euro glänzt zwar durchaus mit Qualität, vermasselt sich eine gute Note aber mit ihrer eklatant falschen Deklaration. „Härtegrad fest H3“ steht drauf. Tatsächlich handelt es sich um eine sehr weiche Matratze, kritisiert die Zeitschrift test.

Test unter Laborbedingungen

Eine gute Matratze passt sich in der Rückenlage dem Körper so an, dass die natürliche Doppel-S-Form der Wirbelsäule erhalten wird. In der Seitenlage lässt sie die Schulter und das Becken so tief einsinken, dass sich zwischen Halswirbelsäule und Steißbein eine gerade Linie bildet. Diese Abstützeigenschaften prüfen die Tester mit vier in Gewicht und Körperform unterschiedlichen Personen. Sie stehen für einen Großteil der Bevölkerung.

Wie schon bei vorangegangenen Tests zeigt sich: Kleine, leichte Frauen liegen meist besser als große, schwere oder schrankförmige Männer. Die Liegeeigenschaften wurden sowohl auf der neuen als auch auf der künstlich gealterten Matratze geprüft. Während viele Matratzen den Dauerwalzversuch mit einer 140 Kilogramm schweren Walze, die 60 000 Mal über die Mitte der Schlafunterlage rollt, gut überstehen, wirken sich höhere Temperaturen und Feuchtigkeit oft negativ auf die Abstützeigenschaften auf. Wer stark schwitzt, muss darauf achten.

Druckentlastung nicht optimal

Mit einem „wohligen“ Liegegefühl und optimaler Druckentlastung werben Anbieter für Modelle mit Viskoschaumauflage. Drei Matratzen im Test sind damit ausgerüstet. Den Anspruch erfüllen sie aber nicht. Der viskoelastische Schaum, auch Memory-Schaum genannt, kann sich dem Körper zwar gut anpassen, was ein wohliges Gefühl vermittelt. Er ist aber auch zäh und geht nur langsam in den Ausgangszustand zurück. Da kann eine Drehung zum Kraftakt werden. Ein Schläfer ändert pro Nacht rund 20- bis 40-mal seine Körperhaltung.

In der Prüfung wartet die teure Tempur Cloud mit den schlechtesten Liegeeigenschaften auf. Der Schläfer sinkt zu tief ein. Die Kontaktfläche zwischen Mensch und Matratze ist sehr groß, was die Bewegungsfreiheit im Schlaf behindert. Die Wirbelsäule braucht Bewegung, damit die Muskulatur entspannt und die Bandscheiben sich erholen können.

Ein altes Problem sind falsche Härteangaben. Auch diesmal zeigt sich: Sechs Modelle, die mit „Fest“ oder „H3“ deklariert sind, erweisen sich als weich oder sehr weich. Matratzenkerne werden aus großen Schaumblöcken herausgeschnitten, die keine einheitliche Härte aufweisen. Die Anbieter messen den Härtegrad nicht bei jeder einzelnen Matratze nach. So kommt es zu Falschangaben. Für den Kunden bleibt nur: Probe liegen.

Weitere Informationen finden Sie in der Zeitschrift test 9/2013 und unter www.test.de/matratzen