Beziehungen

Nimmt der Partner ab, will er sich vielleicht trennen

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Wer die Liebe gefunden hat, kann sich gehenlassen: Die Meisten nehmen in der Partnerschaft zu. Vorsicht ist geboten, wenn einer dünner wird. Denn das könnten Vorbereitungen auf den Partnermarkt sein.

Wer in einer glücklichen Beziehung lebt, wird eher dick als ein Single. Zu diesem Ergebnis kommen Heidelberger Soziologen, nachdem sie etwa 2000 Personen zwischen 16 und 55 Jahren befragt haben.

Als Ursache verweisen die Wissenschaftler darauf, dass Schlanke bei der Partnersuche bevorzugt würden und Singles deshalb alles täten, um auf dem Partnermarkt attraktiv zu wirken. "Wenn die Konkurrenz bei der Partnersuche hoch ist, achten Singles eher auf ihr Gewicht, um attraktiv zu sein“, sagte der Soziologe Thomas Klein in Heidelberg. Wer dagegen in einer dauerhaften Beziehung lebe und damit nicht mehr unter dem Druck stehe, einen Partner zu suchen, lege eher wieder Pfunde zu.

Die Forscher gehen sogar so weit, das Abnehmen während einer festen Beziehung auch als "Vorbereitung auf den Partnermarkt" zu interpretieren. Zwar könne eine Gewichtsabnahme viele Ursachen haben, möglicherweise stehe aber das Bemühen um körperliche Attraktivität dahinter, "weil man damit rechnet, bald wieder auf Partnersuche gehen zu müssen", so Klein.

Ein geringeres Gewicht könne aber auch weitere Ursachen haben, sagte Klein. Möglicherweise nähmen beide entweder weniger gemeinsame Mahlzeiten ein, oder die Probleme in der Partnerschaft wirkten sich psychosomatisch aus.

Der Soziologe verwies zugleich auf Studien, die belegten, dass sich Partnerschaften positiv auf Gesundheit und Lebenserwartung auswirken. Die tendenzielle Gewichtszunahme stehe dem Effekt allerdings entgegen.

Zudem belege die Untersuchung, so Klein weiter, dass bei den "Prozessen der Partnerwahl" Gewicht und Body-Mass-Index eine wichtige Rolle spielten: "Dünne wählen in der Regel Dünne, und Dickere wählen Dickere", betont der Soziologe.

( KNA/epd/kkl )