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Valentinstag – Alle machen mit, keiner weiß warum

Ein bisschen ist es wie bei Halloween: Alle machen mit, aber keiner weiß warum. Am 14. Februar ist wieder Valentinstag. Das würdigt auch Google.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Die Briten verschicken Millionen von Grußkarten, die Deutschen schenken Rosen, Pralinen oder Schmuck. In den USA bekommen Haustiere am 14. Februar ihr Futter sogar aus einem herzförmigen Napf. Und in Japan beschenken Frauen ihre Ehemänner und Kollegen mit Schokolade. Ob Liebesgrüße per Karte, Blumen oder Pralinenschachtel – zum Valentinstag wird auf jeden Fall viel Süßholz geraspelt. Der Tag der Liebe ist ein willkommener Anlass, einmal so richtig sentimental zu sein und seine Gefühle für den Partner durch Liebesgaben auszudrücken.

In den vergangenen Jahrzehnten hat der Valentinstag, ähnlich wie Halloween, ausgehend von den USA auch in Deutschland einen beispielhaften Eroberungszug angetreten. Dass Blumenhandel und Süßwarenindustrie an dieser Art der Liebesbekenntnisse kräftig mitverdienen, mag manchen Kritiker auf den Plan rufen. Die Liebenden stört es wenig. Die Popularität des Valentinstages wächst stetig, vor allem bei der jüngeren Generation.

Laut einer Infratest-Umfrage von 2009 im Auftrag des Internethändlers Ebay haben 62 Prozent der Deutschen ihre Liebsten zum Valentinstag schon einmal mit einem Geschenk erfreut. In der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen waren es sogar über drei Viertel der Befragten, während bei den über 60-Jährigen nicht mal jeder Zweite (45 Prozent) seinen Partner mit einem Präsent überraschte. Für ein Geschenk zum Valentinstag geben die Deutschen der Umfrage zufolge durchschnittlich 24 Euro aus.

Von Kritikern wird der 14. Februar gern als US-amerikanische Modeerscheinung abgetan. Seinen Namen erhielt der Tag der Liebe aber wahrscheinlich von dem legendären Bischof Valentin von Terni, der im dritten Jahrhundert lebte. Überlieferungen zufolge hatte der Bischof Liebespaare christlich getraut, was im Römischen Reich verboten war. Kaiser Claudius II. ließ ihn deshalb am 14. Februar 269 enthaupten. Über die Jahre mischte sich dann das römische Brauchtum mit der Geschichte des christlichen Märtyrers.

Dass sich der Valentinstag später im angelsächsischen Raum so großer Beliebtheit erfreute, wird auf den englischen Schriftsteller Geoffrey Chaucer und sein Gedicht „Parlament der Vögel“ aus dem 14. Jahrhundert zurückgeführt. In dem Gedicht versammeln sich die Vögel Mitte Februar, um einen Partner zu finden. Die Geschichte inspirierte seit dem 15. Jahrhundert offenbar junge Paare in England, es den Vögel gleichzutun und ihren Schatz mit kleinen Geschenken und Gedichten zu umwerben.

Mit den englischen Auswanderern verbreitete sich dieses Fest dann auch in den USA. In Deutschland wurde der Valentinstag erst nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Stationierung der US-Amerikaner bekannt. Nach der Wende eroberte der heilige Valentin schließlich auch die Herzen ostdeutscher und osteuropäischer Paare.

„Beim Stichwort Valentinstag denken heute viele zuerst ans nächstgelegene Blumengeschäft“, sagt die Kieler Psychologin und Paarberaterin Svenja Lüthge. Dennoch sei der 14. Februar für Paare auch ein Anlass, Liebe und Romantik in ihrer Beziehung wieder etwas aufzufrischen. „So genommen ist das eigentlich ein sehr schöner Brauch“, betont sie. Leider habe er aber auch seine Schattenseite, nämlich wenn Schenken zu Routine und Zwang werde. „Manch einer schickt seiner Freundin nur Blumen, weil alle das machen“, sagt die Paarexpertin.

Etwas zu schenken sollte auch am Valentinstag keine Pflichtübung, sondern ein inneres Bedürfnis sein. „Eigentliche Liebe beweisen sich Paare durch Zuneigung im Alltag“, meint Lüthge. Der 14. Februar stehe lediglich für deren materielle Anerkennung. „Wer das nicht möchte, sollte das seinem Liebsten offen kommunizieren, um Verstimmungen und Missverständnisse zu vermeiden“, rät Lüthge.