Brandverursacher

Altersschwache Stromleitungen sind gefährlich

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Foto: Jens_Schierenbeck

Wer in einem Haus mit altersschwachen Stromleitungen wohnt und diese überlastet, lebt brandgefährlich. Alte Leitung sind oft nicht für den gleichzeitigen Betrieb mehrerer moderner Haushaltsgeräte ausgelegt. Mit Fehlerstrom-Schaltern kann man gegen Notfälle vorbeugen.

Damit in älteren Häusern keine Brandgefahr besteht, müssen oft betagte Leitungen ausgetauscht werden. "Veraltete Elektroinstallationen werden oft durch Mehrfachsteckdosen überlastet", sagt Klaus Jung vom Fachverband für Energie-Marketing und -Anwendung (Frankfurt). Manchmal springt aber selbst bei dauerhafter Überlastung die Sicherung nicht heraus. Das kann zur Folge haben, dass sich das Isolationsmaterial der Leitungen immer weiter erhitzt, bis es brüchig wird - und das kann im schlimmsten Fall zum Schwelbrand führen.

Mehr Sicherheit bietet ein Fehlerstrom-Schutzschalter, auch FI-Schutzschalter oder RCD genannt. Springt er ständig heraus, ist das nach Jungs Worten ein sicheres Zeichen dafür, dass etwas mit der Elektroinstallation nicht stimmt. "Aber Fehlerstrom-Schutzschalter, die im Notfall den Strom abstellen, gibt es in vielen Wohnungen mit alten Installationen nicht", sagt Susanne Woelk von der Aktion Das Sichere Haus (Hamburg).


Daher sollten Wohnungsbesitzer ohne solchen Schalter ihn nachträglich einbauen lassen. "Das kostet etwa 40 Euro", sagt Jung. Springt der Schalter dann oft heraus, deutet das darauf hin, dass Fehlerströme auftreten und Leitungen defekt sind.


Wer unsicher ist, zieht einen Experten zu Rate: "Um Gefahren durch brüchige Stromleitungen vorzubeugen, sollte man sie in alten Gebäuden vom Fachmann überprüfen lassen", rät Susanne Woelk. Stellt der Elektriker Mängel fest, könne er sie oft gleich beheben. Wer zur Miete wohnt, sollte aber die Übernahme der Kosten klären: "Mieter haben kein Anrecht auf eine Modernisierung ihrer Elektroinstallation auf den neuesten Stand", sagt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund (Berlin).


Auch eine unmodernisierte Altbauwohnung müsse einem Mindeststandard genügen, der ein zeitgemäßes Wohnen ermöglicht und alle damit üblicherweise verbundenen Tätigkeiten unter Einsatz von technischen Geräten erlaubt. Das hat der Bundesgerichtshof in Karlsruhe (Az. VIII ZR 281/03) entschieden, erläutert Ropertz. Konkret heißt das: Es müssen zumindest ein größeres Haushaltsgerät wie die Waschmaschine und weitere übliche Elektrogeräte - etwa ein Staubsauger - zugleich laufen können, ohne dass der Mieter Angst vor einer Leitungsüberlastung haben muss.

Wenn alte Leitungen marode sind, hilft manchmal aber nur noch das Erneuern - das gut durchdacht sein muss. "Denn auch in Zukunft werden immer wieder neuartige Geräte mit moderner Technik auf den Markt kommen", sagt Klaus Jung - wie zuletzt etwa für die Küche Dampfgarer oder Weinkühlschränke. "Die Elektroinstallation mit Steckdosen und Stromkreisen sollte deshalb so zugeschnitten sein, dass sie nicht nur für die heute benötigten Geräte ausreicht." dpa

( dpa )