Ratgeber Morgenpost

Verbraucher: Ist Tiefkühlkost so gesund wie Frischware?

Tiefkühlobst oder -gemüse sind meist kostengünstiger als frische Lebensmittel. Doch wie sieht es mit dem Anteil an Vitaminen aus?

Vitaminhaltige Beeren sind  im Sommer frisch geerntet und verzehrt unschlagbar gesund, sagt unsere Verbraucherschutzexpertin. Doch auch in Tiefkühlkost bleibt der Vitamingehalt größtenteils erhalten, allerdings sollte Obst vor dem Verzehr aufgekocht werden.

Vitaminhaltige Beeren sind im Sommer frisch geerntet und verzehrt unschlagbar gesund, sagt unsere Verbraucherschutzexpertin. Doch auch in Tiefkühlkost bleibt der Vitamingehalt größtenteils erhalten, allerdings sollte Obst vor dem Verzehr aufgekocht werden.

Foto: dpa Picture-Alliance / FoodPhoto / picture-alliance / dpa / Stockfo

Gerade im Herbst ist eine vitaminreiche Kost für das Immunsystem wichtig. Tiefkühlprodukte, insbesondere Obst und Gemüse, kosten weniger als frische Lebensmittel. Aber sind beispielsweise eingefrorene Beeren auch genauso vitaminhaltig und gesund? Worauf sollten Verbraucher beim Kauf von TK-Kost achten?

Dörte Elß, Bereichsleiterin der Verbraucherzentrale Berlin: Eine ausgewogene Ernährung, die dem Körper die benötigte Energie und wichtige Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe liefert, ist in jeder Jahreszeit unentbehrlich. Obst und Gemüse stehen uns im Sommer natürlich variantenreicher zur Verfügung als in der kalten Jahreszeit. Aber auch dann haben wir ausreichend Möglichkeiten zur Aufnahme wertvoller Lebensmittel, zum Beispiel mit tiefgekühlten Produkten.

Tiefgefrieren ist eine schonende Konservierungsmethode. Bei richtiger Anwendung bleiben Nährwerte, Geschmack und Konsistenz besonders gut erhalten. Beim industriellen Tiefgefrieren wird der Ware unmittelbar nach Ernte, Fang beziehungsweise Verarbeitung möglichst schnell Wärme entzogen und auf mindestens -18 °C schockgefrostet. Vorher werden die meisten Gemüsesorten blanchiert. Das schränkt die Aktivität von Enzymen, die Inhaltsstoffe wie z.B. Vitamine angreifen, ein und verringert die Anzahl von Keimen. Der Vitamingehalt von Obst und Gemüse bleibt deshalb weitgehend erhalten.

Frisch geerntet und verzehrtes Obst bleibt unschlagbar

Mit zunehmender Lagerdauer kommt es jedoch zu Farb- und Aromaveränderungen und auch der Vitamin- und Wassergehalt sinkt. Eine viermonatige Lagerung von Gemüse bei - 18 °C kann einen Vitaminverlust von 15 Prozent haben. Nach einem Jahr können diese Verluste bis zu 55 Prozent betragen. Stabiler scheint Obst zu sein: Bei einjähriger Lagerung von Obst nimmt der Vitamingehalt nur zu maximal 25 Prozent ab.

Natürlich sind frisch geerntetes und sofort verzehrtes Obst und Gemüse unschlagbar in punkto Frische. Allerdings schneidet Tiefgekühltes im Vergleich mit vermeintlich frisch Gekauftem nicht viel schlechter ab: Frischware lagert vor der Zubereitung meist mehrere Tage im Handel und Haushalt. Auch dadurch gehen einige licht- und temperaturempfindliche Vitamine verloren.

Tiefkühlbeeren vor dem Verbrauch gut aufkochen

Nachteil von tiefgefrorenem Obst und Gemüse ist, dass die Herkunft nicht angegeben werden muss wie bei frischer unverarbeiteter Ware. Im September 2012 verursachten beispielsweise mit Noroviren verseuchte, tiefgefrorene Erdbeeren aus China eine Durchfallepidemie an ostdeutschen Schulen. Tiefkühlbeeren sollten daher vor dem Verzehr gut durchgekocht werden.

Beim Einkauf von Tiefkühlware sollte man darauf achten, die Tiefkühlkost erst am Ende des Einkaufs aus der Truhe zu nehmen und für den Transport Isoliertaschen zu nutzen. Wichtig ist, dass die Verpackung unbeschädigt ist und zu Hause die Hinweise zur Lagerung und Zubereitung beachtet werden. Übrigens: der sogenannte Schütteltest ist nicht empfehlenswert, da durch das Aneinanderreiben die Qualität durch aufgeplatzte Zellwände leidet!

Rechtshinweis: Wir bemühen uns, möglichst viele Fragen zu beantworten. Dennoch behalten die Experten sich vor, bestimmte Bereiche auszuklammern. Da es sich häufig um sensible Fragen handelt, werden diese anonymisiert. Einen Rechtsanspruch auf eine Antwort haben Sie nicht. Eine Haftung ist ausgeschlossen.

Wenn Sie Fragen an unsere Experten haben, können Sie diese per E-Mail schicken an ratgeber@morgenpost.de oder per Post an Berliner Morgenpost, Stichwort Ratgeber, Kurfürstendamm 22, 10719 Berlin