Morgenpost-Ratgeber

Verbraucher: Was muss ich bei einer Rohkostdiät beachten?

Raw Food liegt im Trend. Doch nicht alle Gemüsearten sollten roh gegessen werden. Einige sind unverarbeitet schädlich oder gar giftig.

 Rohkost und Gemüse sind grundsätzlich ein wesentlicher Bestandteil einer gesunden Ernährung

Rohkost und Gemüse sind grundsätzlich ein wesentlicher Bestandteil einer gesunden Ernährung

Foto: Jens Büttner / dpa-tmn

Mein neuer Partner ist Veganer und ernährt sich hauptsächlich von Rohkost. Ich werde das oft mitmachen, auch wenn ich selbst kein Anhänger davon bin und keine Mangelerscheinungen wünsche. Nun weiß ich aber, dass viele Gemüsearten nur dann bekömmlich sind, wenn sie zuvor zumindest gedünstet werden. Einige sollen roh sogar giftig sein. Worauf sollte ich achten?

Eva Bell, Vorstand der Verbraucherzentrale Berlin: Rohkosternährung, auch als Raw Food bekannt, liegt im Trend. Hierbei verzichten die Anhänger bewusst auf das Erhitzen von Lebensmitteln. Viele Rohköstler ernähren sich zudem vegetarisch oder vegan, genauso wie Ihr Partner.

Da bei dieser Ernährungsweise zwangsläufig bei uns „übliche“ Lebensmittel vom Speiseplan gestrichen werden, greifen Rohköstler stattdessen auch zu ungewöhnlichen Zutaten aus Pflanzen bzw. deren Bestandteilen. Mitunter werden Blumen, Wildkräuter, Blätter oder gar Baumrinde verzehrt. Im Internet gibt es ungewöhnliche Rezepte für Rohkostgerichte und –snacks wie ein Smoothie aus rohen pürierten Kartoffeln und zerkleinerten Tannennadeln.

Kartoffel, Bohnen, Auberginen und Maniok erhitzen

Doch längst nicht jedes Gemüse ist zum Rohverzehr geeignet. Tatsächlich kann es zur Aufnahme gesundheitsschädlicher und unbekömmlicher Stoffe kommen. Kartoffeln, Bohnen, Auberginen, Rhabarber, Holunder und Maniok müssen vor dem Verzehr verarbeitet und erhitzt werden, um enthaltene Giftstoffe zu vernichten.

Blattgemüse wie Spinat, Kopfsalat, Feldsalat und Rucola können zudem – je nach Jahreszeit und Anbaugebiet – einen hohen Nitratgehalt aufweisen. Daraus können krebserregende Verbindungen entstehen. Um die Aufnahme zu minimieren, sollten Blattstiele, äußere Blätter und Rippen von den genannten Blattgemüsen nicht verwendet werden.

Auch die in rohem Spinat und Mangold enthaltene Oxalsäure wirkt bei übermäßigem Verzehr hemmend auf die Aufnahme wichtiger Mineralstoffe. Gemüse und Obst sollte zudem immer gut abgewaschen werden. Bei häufigem Verzehr von rohem Obst und Gemüse ist Bioqualität empfehlenswert, da sie weniger Pestizide enthalten.

Vorsicht bei selbstgesammelten Beeren, Kräutern und Pilzen

Tiefgefrorene Beeren sollten vor der Weiterverarbeitung erhitzt werden, da eine Belastung mit Noroviren möglich ist. Besondere Vorsicht ist außerdem bei selbstgesammelten Beeren, Kräutern und Pilzen geboten. Hier besteht die Gefahr einer Übertragung von Parasiten wie dem Fuchsbandwurm. Zudem können Hobbysammler einige Arten leicht mit giftigen Pflanzen verwechseln.

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