Morgenpost-Ratgeber

Verbraucher: Montageanleitung unverständlich - was tun?

Viele Kunden kennen das: Einfache Piktogramme helfen bei der Montage günstiger Möbel. Doch nicht jeder Händler liefert klare Anleitungen.

Einen Schrank zusammenzubauen, ist nicht immer einfach

Einen Schrank zusammenzubauen, ist nicht immer einfach

Foto: Andreas Laible

Ich habe einen Kleiderschrank zum Selberbauen gekauft. Die Montageanleitung ist völlig unverständlich. Die Bilderfolge ist nicht logisch; die begleitenden Texte scheinen aus einem Übersetzungsprogramm zu stammen. Ich habe mich beim Händler beschwert und um eine vernünftige Anleitung gebeten. Er zuckte nur mit den Achseln und meinte, ich sollte jemanden fragen, der sich mit Möbeln auskennt. Ich möchte nichts falsch zusammenbauen und den Schrank dem Händler am liebsten zurückgeben.


Eva Bell, Vorstand der Verbraucherzentrale Berlin: Unverständlich verklausulierte Gebrauchsanweisungen lassen viele Verbraucher verzweifeln. Das Internet ist voll von skurrilen Beispielen. Formulierungen wie „Slippel A kaum abbiegen und verklappen in Gegenstippel B“ bei einer elektrischen Kerze mag man noch witzig finden. Der Spaß hört aber auf, wenn es – wie in Ihrem Fall – nicht möglich ist, ein Möbelstück richtig zusammenzubauen.

Das Recht auf eine verständliche Gebrauchsanweisung

Als Kunde haben Sie das Recht auf eine verständliche Gebrauchsanweisung. Der Gesetzgeber wertet eine unbrauchbare Gebrauchs- oder Montageanleitung wie einen Sachmangel, den der Kunde reklamieren kann. Sie haben also richtig gehandelt, als Sie den Händler um eine neue Anleitung baten.

Da der Händler auf Ihre Aufforderung nicht reagiert hat, raten wir Ihnen, ihm schriftlich eine angemessene Frist zu setzen, innerhalb deren er Ihnen eine neue, verständliche Gebrauchsanweisung geben muss. Tut er dies nicht, können Sie vom Kaufvertrag zurücktreten und Ihr Geld zurückverlangen.

Alle Erklärungen schriftlich abgeben

Auch diese Erklärung sollten sie schriftlich gegenüber dem Händler abgeben und den Brief per Einwurf-Einschreiben versenden, um im Streitfall den Zugang bei ihm belegen zu können.

Verstreicht die von Ihnen gesetzte Frist erfolglos und weigert sich der Händler, den Kaufpreis bei Rückgabe des Kleiderschranks zurückzuerstatten, bleibt Ihnen am Ende nur der Gerichtsweg, um Ihren Anspruch durchzusetzen.

Bei Fragen zur Gewährleistung und Garantie können sich Verbraucher an die Verbraucherzentrale Berlin wenden und sich beraten lassen.

Rechtshinweis: Wir bemühen uns, möglichst viele Fragen zu beantworten. Dennoch behalten die Experten sich vor, bestimmte Bereiche auszuklammern. Da es sich häufig um sensible Fragen handelt, werden diese anonymisiert. Einen Rechtsanspruch auf eine Antwort haben Sie nicht. Eine Haftung ist ausgeschlossen.

Wenn Sie Fragen an unsere Experten haben, können Sie diese per E-Mail schicken an ratgeber@morgenpost.de oder per Post an Berliner Morgenpost, Stichwort Ratgeber, Kurfürstendamm 22, 10719 Berlin