Morgenpost-Ratgeber

Ernährung: Ist normaler Reis auch mit Arsen belastet?

| Lesedauer: 3 Minuten
Reissäcke auf einem Markt

Reissäcke auf einem Markt

Foto: Socrates Baltagiannis / dpa

Die Warnung vor Arsen in Reiswaffeln beunruhigt Eltern kleiner Kinder. Sind auch normaler Reis und andere Reisprodukte belastet?

VERBRAUCHERSCHUTZ/ERNÄHRUNG – Vor kurzem wurde vor Arsen in Reiswaffeln gewarnt und dass man Kleinkindern nicht zu viele davon knabbern lassen sollte. Das hat Mütter wie zum Beispiel Ina B. aus Mitte verunsichert. Sie möchte wissen, ob die Warnung nur Reiswaffeln betrifft und ob Arsen auch in normalem Reis vorkommt. Sollte sie bestimmte Dinge vom Speiseplan ihrer kleinen Tochter nehmen?

Eva Bell von der Verbraucherzentrale Berlin beantwortet die Frage: „Neuste Untersuchungsergebnisse haben gezeigt, dass sowohl Reis als auch Reisprodukte recht häufig mit Arsen belastet sein können. Das Vorkommen von Arsen in Lebensmitteln ist in jeder Menge unerwünscht, da es krebserzeugend ist. Allerdings lässt sich das Vorkommen nicht vollständig vermeiden, da das Element natürlicher Bestandteil des Bodens ist. Reis aus Asien ist zudem meist höher belastet als europäischer.

Herkunftsland muss nicht angegeben werden

In großen Mengen gilt Arsen als krebserregend, eine große Menge und regelmäßige Aufnahme führen zu Gefäß- und Nervenschäden und können das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördern. Eine tägliche Aufnahmemenge, die als unbedenklich gilt, konnte bisher nicht ermittelt werden.

Betroffen sind vor allem Personen, die sehr viel Reis essen sowie (kleine) Kinder. Viele Babybreie enthalten Reis, und gerade Kleinkinder essen häufig die besonders belasteten Reiswaffeln. Leider muss weder auf Reis noch auf daraus hergestellten Lebensmitteln wie Reiswaffeln, - Nudeln oder -Flocken das Herkunftsland angegeben werden. Eltern wird daher geraten, bei Brei, Keksen und Co. auch auf andere Getreidesorten zurückzugreifen.

Zwar sind die mittlerweile festgelegten Höchstmengen (gültig ab 01.01.2016) für anorganisches Arsen in Reis für die Herstellung von Säuglings- und Kleinkinderprodukten deutlich niedriger als für andere Reiserzeugnisse, trotzdem sollten die Kleinen diese Lebensmittel nur in Maßen bekommen und öfter auch reisfreie Mahlzeiten verzehren.

Nicht für die ganz Kleinen geeignet

Vollständig auf Reis und Produkte daraus verzichten muss aber niemand. Hier gilt ebenso wie für die generelle Lebensmittelauswahl: möglichst abwechslungsreich und vielfältig. Vom Speiseplan der ganz Kleinen sollten diese Produkte allerdings komplett gestrichen werden.

Dafür sollten wirklich nur Reiserzeugnisse verwendet werden, die für die entsprechende Altersgruppe hergestellt wurden. Erwachsene und ältere Kinder können ab und zu auch „normale“, also nicht nur speziell für Kleinkinder produzierte, Reisprodukte essen.

Aus Sicht des Verbraucherschutzes ist es erforderlich, neben den gesetzlich festgelegten Höchstmengen auch Verzehrempfehlungen für Reisprodukte zu formulieren und bis zur Gültigkeit der Grenzwerte freiwillig entsprechende Hinweise auf den Produkten durch die Hersteller anbringen zu lassen.“

Rechtshinweis: Wir bemühen uns, möglichst viele Fragen zu beantworten. Dennoch behalten die Experten sich vor, bestimmte Bereiche auszuklammern. Bei sensiblen Fragen werden die Nachnamen auf Wunsch anonymisiert. Einen Rechtsanspruch auf eine Antwort haben Sie nicht. Eine Haftung ist ausgeschlossen.

Wenn Sie Fragen an unsere Experten haben, können Sie diese per E-Mail schicken an ratgeber@morgenpost.de oder per Post an Berliner Morgenpost, Stichwort Ratgeber, Kurfürstendamm 21-22, 10874 Berlin