Ratgeber

Verbraucher - Kann ich in die gesetzliche Krankenkasse?

Kann man als Freiberuflerin nach der Elternzeit in die gesetzliche Krankenversicherung und wenn ja zu welchen Konditionen?

Nicole H., Prenzlauer Berg fragt: Ich bin gebürtige Amerikanerin, seit acht Jahren in Deutschland und war als Freiberuflerin bis 2013 privat krankenversichert. Durch Ehe mit einem Deutschen und der Geburt meines Kindes bin ich zurzeit über meinen Mann bei einer gesetzlichen Krankenkasse familienversichert. Das geht aber wohl nur solange ich nicht arbeite. Kann ich als Freiberuflerin nach der Elternzeit in die gesetzliche Krankenversicherung und wenn ja zu welchen Konditionen?

Eva Bell (Vorstand der Verbraucherzentrale Berlin) antwortet: Zunächst einmal: Wenn Sie mit Ihren Einkünften 405 Euro monatlich im Jahr 2015 nicht überschreiten, können Sie unter Umständen weiterhin über die kostenfreie Familienversicherung ihres Mannes versichert sein. Verdienen Sie mehr, gilt Folgendes: Nach dem Ende der Familienversicherung sind Sie automatisch in der gesetzlichen Krankenkasse, bei der Sie bislang mitversichert waren, weiter versichert. Durch die sogenannte obligatorische Anschlussversicherung müssen dafür auch keine Vorversicherungszeiten mehr erfüllt werden. Sie beginnt am Tag nach dem Ende der Familienversicherung im Status einer freiwilligen Mitgliedschaft. Einer Mitwirkung von Ihrer Seite bedarf es nicht.

Sie haben aber auch die Möglichkeit, den Austritt aus der bisherigen Kasse zu erklären, um sich zum Beispiel privat zu versichern oder zu einer anderen gesetzlichen Krankenkasse zu wechseln. Die Kassen müssen zum Ende der Familienversicherung über die Anschlussversicherung und die Möglichkeit eines Austrittes informieren. Ab Erhalt dieser Information können Sie innerhalb von zwei Wochen den Austritt erklären. In diesem Fall kommt die obligatorische Anschlussversicherung nicht zustande. Unternehmen Sie nichts, bleiben Sie automatisch in der bisherigen Krankenkasse weiterversichert und sollten klären, in welcher Form die Mitgliedschaft weiterläuft. Als Freiberuflerin können sie – anders als versicherungspflichtige Angestellte – freiwillig versichert sein. Dies bedeutet, dass Sie die Wahl hätten, sich auch privat zu versichern.

Die Krankenkasse stellt dann fest, ob man unter die Kategorie hauptberuflich oder nebenberuflich selbstständig tätig fällt. Dies ist unter anderem von der wöchentlichen Arbeitszeit abhängig. Der Beitrag richtet sich nach den Einnahmen aber auch nach gesetzlich festgelegten Mindestgrenzen. Die Grundlagen der Beitragsbemessung sind gesetzlich geregelt und gelten für alle gesetzlichen Krankenkassen. Hierzu sollten Sie sich von der Krankenkasse beraten lassen.

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