Verbraucherschutz

Hat der Terrassenbauer zu viel in Rechnung gestellt?

Wenn ein Preis für eine Verlegung nach Besichtigung vereinbart wird, spielt es keine Rolle, ob die Fläche ein paar Meter größer oder kleiner ist. Das müsste vor der Auftragsvergabe angesagt werden.

Dieter L., Heiligensee: Ich habe meine Terrasse neu belegen lassen. Nach Bezahlung stellte sich heraus, dass mir fünf Quadratmeter zu viel in Rechnung gestellt wurden. Der Unternehmer lehnt eine Erstattung mit der Begründung ab, dass ich analog zu der Regelung bei Kostenvoranschlägen die Differenz zu akzeptieren hätte. Meiner Einschätzung nach kann dies nicht richtig sein.

Eva Bell: Nach unserer Auffassung hat der Handwerker tatsächlich das Recht, Ihnen den vereinbarten Vertrag in Rechnung zu stellen – auch wenn Sie nachträglich festgestellt haben, dass die Terrasse fünf Quadratmeter kleiner ist, als im Kostenvoranschlag beschrieben. Man kann in Ihrem Fall davon ausgehen, dass die Größe der Terrasse im Angebot nur deklaratorisch genannt ist.

Das bedeutet, beiden Parteien kam es darauf an, den Preis für die Verlegung der Platten einer bestimmten Terrasse nach deren Besichtigung zu vereinbaren. Sie haben die Terrasse dem Handwerker gezeigt und vor der Auftragsvergabe nicht darauf hingewiesen, dass fünf Quadratmeter weniger zu veranschlagen sind, als im Kostenvoranschlag genannt. Der Handwerksbetrieb hat seinen Auftrag erfüllt und damit auch einen Anspruch auf die vorab vereinbarte Bezahlung.

Bei Kostenvoranschlägen und Handwerkerrechnungen sollten Verbraucher einige Ratschläge beachten. Vor allem bei größeren Aufträgen, zum Beispiel Putzarbeiten an einer Fassade, ist es wichtig, vorab die Quadratmeter der Flächen selbst zu berechnen. Anleitungen hierzu finden Sie im Internet. Holen Sie dann immer mehrere Angebote von unterschiedlichen Firmen ein, in denen Material und Arbeitskosten pro Quadratmeter, Anfahrt und sonstige Zusatzkosten genau aufgeschlüsselt sind.

Einen solchen Kostenvoranschlag darf der Handwerker zwar bis zu einem gewissen Prozentsatz überschreiten, muss dies jedoch begründen und – ab einer bestimmten Größenordnung – dem Auftraggeber vorab mitteilen.

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