Verbraucherschutz

Wie gehe ich gegen Drittanbieter auf meiner Rechnung vor?

Auf der Mobilfunkrechnung tauchen plötzlich unerklärliche Beträge für Drittanbieter auf. Die sollte man nicht ohne weiteres bezahlen, sagt Eva Bell von der Verbraucherzentrale. Doch es gibt Regeln.

Heidi L., Mitte: Ich bin Mobilfunkkunde bei O2 und bekam jüngst eine Rechnung über 137,47 Euro. Ein Blick auf die Einzelnachweise ergab, dass zwei Drittanbieter mit je 51 Euro fast zeitgleich veranschlagt wurden. Ich habe keine Ahnung, wie diese Summen zustande kommen. Auf Nachfrage bei O2 wurde mir gesagt, dass ich mich mit den Drittanbietern in Verbindung setzen solle, aber bei O2 den vollen Betrag zahlen müsse. Wie kann ich mein Geld zurückfordern?

Eva Bell: Wie man eine Telefonrechnung richtig beanstandet, ist im Telekommunikationsgesetz (TKG) geregelt. Zu Beweiszwecken ist es immer besser, die Einwände schriftlich per Einwurfeinschreiben mit Rückschein zu erheben. Erhebt ein Drittanbieter einen Rechnungsanspruch, müssen die Einwendungen diesem gegenüber geltend gemacht werden.

Wichtig ist, dass die Beanstandung innerhalb von acht Wochen nach Zugang der Rechnung erfolgt. Zeitgleich sollten Sie Ihren Mobilfunkbetreiber über die Reklamation informieren und von diesem einen nachträglichen Einzelverbindungsnachweis und eine technische Prüfung der Verbindungen anfordern.

Nur nicht strittigen Teil der Rechnung bezahlen

Um Ihrem Geld nicht hinterherlaufen zu müssen, empfehlen wir Ihnen, den eingezogenen Rechnungsbetrag des Mobilfunkbetreibers zurückbuchen zu lassen und nur den nicht strittigen Teil der Rechnung zu überweisen. Wenn Sie die Zahlung komplett verweigern oder die Rechnung ohne einen Hinweis an das Mobilfunkunternehmen kürzen, könnten Sie in Zahlungsverzug geraten.

Es besteht dann die Gefahr, dass der Mobilfunkbetreiber ein Mahnverfahren einleitet und Ihren Mobilfunkanschluss sperrt. Ein entsprechendes Musterschreiben an den Mobilfunkbetreiber ist auf der Homepage der Verbraucherzentrale Berlin abrufbar.

Kostenlose Drittanbietersperre

Mobilfunkkunden können zudem eine sogenannte Drittanbietersperre von ihrem Mobilfunkbetreiber verlangen. Die Sperre verhindert, dass andere Kosten als die Verbindungsgebühren auf der Rechnung erscheinen können. Das Einrichten der Sperre ist kostenlos. Auch gibt es Musterschreiben unter www.verbraucherzentrale-berlin.de.

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