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Verbraucher: Ist ein Display von der Garantie ausgeschlossen?

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Nicht immer sind Händler zugänglich, wenn Kunden mit fehlerhafter Ware zurückkommen. Gewährleistungen für Neugeräte können sie aber nicht verweigern, erklärt Eva Bell von der Verbraucherzentrale.

Britta J., Reinickendorf: Ich habe bei einem großen Elektrohändler einen Fernseher gekauft, ihn nach einigen Tagen angestellt und es kam kein Bild, sondern nur buntes Flimmern. Ich brachte das Gerät zurück. Dort wurde mir nach Überprüfung gesagt, der Bildschirm wäre defekt und darauf gebe es keine Garantie. Auch in der sechsmonatigen gesetzlichen Gewährleistung sei ein Display ausgeschlossen. Der Fall ist noch nicht endgültig geklärt. Hat der Händler mit dieser Aussage recht?

Eva Bell: Das ist schon ein starkes Stück, was Ihnen der Verkäufer da weismachen will. Gleich zwei grundsätzliche Fehler finden sich in seiner Antwort: Zum einen fällt ein defektes Display nicht unter Garantie, sondern unter die Gewährleistung. Und zum anderen dauert die Gewährleistungsfrist nicht sechs Monate sondern zwei Jahre.

Grundsätzlich haben Sie als Käufer das Recht auf einwandfreie Ware. Treten innerhalb von zwei Jahren Mängel an dem Fernseher auf, können Sie ihn reklamieren. Das haben Sie getan, und der Verkäufer hat den Mangel bestätigt. Er ist nun in der Pflicht, die Ware nachzubessern oder neu zu liefern. Nachbessern darf er sogar zweimal. Erst wenn der Mangel nach der zweiten Nachbesserung nicht behoben ist oder nach einer Neulieferung wieder auftritt, können Sie vom Kaufvertrag zurücktreten und den Kaufbetrag zurückfordern.

Konkret bedeutet das für Sie: Lassen Sie sich nicht abwimmeln! Setzen Sie Saturn schriftlich eine Frist – am besten per Einschreiben – innerhalb der Sie eine Reparatur beziehungsweise eine Neulieferung des Fernsehers verlangen. Sollte der Verkäufer darauf nicht oder weiterhin ablehnend reagieren, suchen Sie sich einen Anwalt oder kommen Sie in unsere Verbraucherrechtsberatung.

Rechtshinweis: Wir bemühen uns, möglichst viele Fragen zu beantworten. Dennoch behalten die Experten sich vor, bestimmte Bereiche auszuklammern. Bei sensiblen Fragen werden die Nachnahmen auf Wunsch anonymisiert. Einen Rechtsanspruch auf eine Antwort haben Sie nicht. Eine Haftung ist ausgeschlossen.

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