Ernährung

Helfen Vitaminpillen Kindern beim Lernen?

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Leser fragen, Experten antworten: Helfen Nahrungsergänzungsmittel, wenn Kinder unter besonderem Druck lernen müssen? Es antwortet Expertin Eva Bell, Vorstand der Verbraucherzentrale Berlin.

Sandra F., Pankow: Mein Kind kommt jetzt aufs Gymnasium und muss dort ein Probejahr bestehen. Nun höre ich, dass es spezielle Vitaminpräparate gibt, die Kinder beim Lernen und bei der Konzentrationsfähigkeit unterstützen können. Hilft das wirklich?

Eva Bell: Kinder benötigen keine Nahrungsergänzungsmittel zur Leistungssteigerung, weder in der Grundschule noch beim Wechsel auf eine weiterführende Schule. Studien zeigen, dass der Konsum von Vitamintabletten zu Beginn der Schullaufbahn und mit dem Wechsel auf eine weiterführende Einrichtung sprunghaft ansteigt. Einen nachweisbaren Nutzen haben die unzähligen Präparate aber nicht. Obwohl Testberichte belegen, dass „Schlau“-Pillen wenig geeignet sind, die Kleinen noch klüger zu machen, blüht das Geschäft mit der Gesundheit auch bei Schulkindern.

Eltern sollten bedenken, dass die gut gemeinten „Leistungssteigerer“ in Pulver oder Pillenform leicht zu einer Überversorgung führen können. Zu viel Calcium vermindert zum Beispiel die Ausnutzung von Eisen. Und bei den fettlöslichen Vitaminen A, D, E und K wird ein Überschuss nicht wie bei den wasserlöslichen (B-Vitamine und Vitamin C) wieder ausgeschieden. Einen Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen müssen Schulkinder hierzulande nicht fürchten.

Eine ausgewogene Ernährung mit Getreideprodukten, Kartoffeln, Gemüse und Obst, (fettarmen) Milchprodukten sowie wenig Fleisch, Fisch und Eier liefert alle wichtigen Nährstoffe. Zur Versorgung mit Eisen sind natürliche Quellen wie Fleisch, Vollkornprodukte, Nüsse und grünes Gemüse gerade für Kinder die bessere Wahl als eine Pillenpackung. Wer die Konzentration und das Denkvermögen aufrecht erhalten möchte, sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme achten. Genügend trinken, abwechslungsreich essen, genug Schlaf und Bewegung an der Luft – damit können Eltern ihre Kinder am besten unterstützen.

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