Wildtiere

Igel bereiten sich auf ihren Winterschlaf vor

Naturschützer raten davon ab, Jungtiere, die jetzt unterwegs sind, einzusammeln. Laubhaufen können als Rückzugsorte dienen.

Die meisten Igel kommen im August und September zur Welt. Die Tiere müssen sich deshalb jetzt noch ausreichend Winterspeck anfressen, um die kalten Monate zu überstehen

Die meisten Igel kommen im August und September zur Welt. Die Tiere müssen sich deshalb jetzt noch ausreichend Winterspeck anfressen, um die kalten Monate zu überstehen

Foto: dpa Picture-Alliance / Daniel Karmann / picture alliance / dpa

Ein leichtes Rascheln, ein leises Schmatzen: Wenn Spaziergänger in den Parks der Hauptstadt in diesen Tagen das Herbstlaub genießen, sind auch viele Igel unterwegs – auf der Suche nach Futter und einem Winterquartier. Selbst an ungemütlichen Abenden im November streifen sie noch schnüffelnd und schmatzend herum. Darauf macht der Naturschutzbund Berlin (Nabu) aufmerksam.

Allerdings bitten die Tierschützer dringend darum, kleine Igel nicht aufzusammeln. „Werden sie aus Besorgnis und Mitgefühl mitgenommen, schadet es ihnen oft mehr als es ihnen hilft“, teilte Ulrike Kielhorn vom Nabu Berlin mit. Man habe in den vergangenen Tagen zunehmend Anrufe von besorgten Tierfreunden erhalten, die sich um vermeintlich hilfsbedürftige Igel sorgten. Doch diese Sorge sei oft unbegründet.

Igel bis in den Dezember hinein aktiv

Die meisten Igel kommen im August und September zur Welt. Die Tiere müssen sich deshalb jetzt noch ausreichend Winterspeck anfressen, um die kalten Monate zu überstehen. Manche Igel bleiben nach Nabu-Angaben bis in den Dezember hinein aktiv.

Ausschlaggebend für die Winterschlafbereitschaft sei vor allem die Menge der Fettreserven, die sich ein Igel gerade im Herbst und Winter verstärkt zulegt. Gerade junge Tiere tummelten sich noch spät abends herum, um sich noch einige Gramm Fett anzufuttern. „Werden sie eingesammelt, nimmt man ihnen die Chance, sich den nötigen Winterspeck anzufressen“, so der Nabu..

Kranke Tiere sollten in Ruhe sterben dürfen

Es müsse dringend davon abgeraten werden, Igel vorsorglich zu Hause aufzunehmen. „Oftmals sterben die Tiere durch falsche Pflege und falsches Futter.“ Vor allem werde den Tieren ihr natürlicher Rhythmus genommen, denn viele in Menschenhand überwinternde Tiere hätten es sehr schwer, sich nach dem Aussetzen im Frühjahr an die freie Wildbahn zu gewöhnen.„Kleine gesunde Igel, die jetzt im Oktober mit einem Körpergewicht von 300 Gramm gefunden werden, können sich noch genügend Reserven anfressen, um das notwendige Winterschlafgewicht zu erreichen und den Winter draußen zu überstehen“, heißt es weiter in der Mitteilung des Naturschutzbundes. Kranke Tiere sollten in Ruhe sterben dürfen.

Der Deutsche Tierschutzbund hat Gartenbesitzer aufgerufen, in der kalten Jahreszeit Rückzugsmöglichkeiten für Igel einzurichten. Ein Laubhaufen mit Insekten sei das perfekte Futterreservoir, erklärte der Verband. Auch fänden die Tiere dort Platz für ihren Winterschlaf.

Igel stehen nicht auf der Liste der gefährdeten Tiere. Bedroht werden sie vor allem durch den Straßenverkehr. Natürliche Feinde sind auch Waschbären, die Igel fressen.

Mehr Informationen unter: berlin.nabu.de; die Nummer der Wildtierberatung des Nabu Berlin: 030/54712891