Morgenpost-Ratgeber

Miete: Muss der Vermieter die Elektrik erneuern?

Veraltete  oder nicht sachgemäß verlegte Kabel und Steckdosen können gefährlich werden

Veraltete oder nicht sachgemäß verlegte Kabel und Steckdosen können gefährlich werden

Foto: Grundeigentümer-Versicherung VVaG

Auf den Austausch von Elektroleitungen haben Mieter nur Anspruch, wenn die Elektrik mangelhaft ist. Auf neuestem Stand muss der Vermieter die Wohnung nicht halten.

Wir wohnen in einer schönen Altbauwohnung im Stadtteil Charlottenburg. Der einzige Nachteil der Wohnung ist: die Elektrik ist dort absolut veraltet. Können wir von unserem Vermieter verlangen, dass er die Elektrik auf den heute üblichen Stand erneuert? Welche rechtliche Handhabe haben wir da?


Reiner Wild: Auf einen neuzeitlichen Standard der Elektroleitungen hat man als Mieter zunächst keinen Anspruch. Allerdings kann der Vermieter zu einer Instandsetzung aufgefordert werden, wenn die elektrische Anlage mit Mängeln behaftet ist oder sogar offensichtliche Sicherheitsmängel bestehen. Eine Instandsetzung der Elektrik ist auch nicht mietwirksam, das heißt eine Mieterhöhung wäre nicht zulässig.

Oft wird gleich modernisiert

In der Praxis wird der Vermieter aber in einem solchen Fall vermutlich neue Leitungen legen, die leistungsfähiger sind als die alten. Dies würde dann eine Modernisierung darstellen, aus der eine Mieterhöhung resultieren wird. Die Kosten für den gegebenenfalls vorhandenen Instandsetzungsbedarf muss der Vermieter dann aber von den Modernisierungskosten abziehen.

Die Elektroanlage Ihrer Wohnung muss selbstverständlich die erforderlichen Sicherheitsstandards erfüllen. Bestehen hier Zweifel, empfiehlt es sich, die Bau- und Wohnungsaufsicht des für Sie zuständigen Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf einzuschalten.

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