Energiekrise

Wärmepumpe: Zuschuss vom Staat – bis zu 40 Prozent Förderung

| Lesedauer: 6 Minuten
So funktionieren Wärmepumpen

So funktionieren Wärmepumpen

Eine Wärmepumpe nutzt Energie aus der Umwelt und wandelt sie in Wärme für das Eigenheim um. Letztes Jahr wurden in mehr als 50 % der Neubauten Wärmepumpen verbaut.

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Der Umstieg auf eine Wärmepumpe kann sich lohnen – vor allem, weil der Staat Zuschüsse gewährt. Diese Förderungen gibt es ab 2023.

Berlin. 
  • Egal ob aus Umweltschutz-Gründen oder um Geld zu sparen: Viele Menschen wollen auf eine Wärmepumpe umsteigen
  • Sie kann es ermöglichen, das Haus oder die Wohnung mit sehr geringem Energieaufwand zu heizen
  • Der Einbau kann sich also lohnen – auch, weil es Förderungen vom Staat gibt

Die vom Krieg in der Ukraine ausgelöste Energie- und Preiskrise sowie der Klimawandel hat in Deutschland ein Umdenken ausgelöst. Immer mehr Privathaushalte und Unternehmen wollen auf klassische Brennstoffe wie Heizöl oder Gas verzichten und stattdessen auf klimafreundliche Alternativen setzen. Im Energiesektor rücken hier primär neue Heizsysteme in den Fokus – hierzu zählen etwa moderne Pelletheizungen oder Wärmepumpen. Insbesondere das zweitgenannte Heizsystem erfreut sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit.

Förderung für die Wärmepumpe: Bis zu 40 Prozent Zuschuss vom Staat möglich

Die Installation einer Wärmepumpe sei in nahezu allen Gebäuden möglich, sagt Sven Kersten vom Bundesverband Wärmepumpe (BWP) im Gespräch mit unserer Redaktion. "Die Aussage, eine Wärmepumpe lohne sich nur in Neubauten, ist Blödsinn." Auch im Altbau kann eine Wärmepumpe mit Blick auf Stromverbrauch und Kosten attraktiv sein. Wichtig seien Faktoren wie eine korrekte Vorlauftemperatur oder ausreichend große Heizkörper. Zudem kann es gerade auch in Altbauten – in denen eine Öl- oder Gasheizung verbaut ist – attraktiv sein, auf die Wärmepumpe zu wechseln.

Denn wer eine Öl- oder Gasheizung mit einer Wärmepumpe ersetzt, bekommt das im Rahmen einer staatlichen Förderung bezuschusst. Die 50 Prozent Förderung für effiziente Gebäude sei zum 1. Januar 2023 aktualisiert worden, berichtet der BWP. Nun setzt sich die staatliche Fördersumme für die Wärmepumpe aus mehreren einzelnen Zuschüssen zusammen. Erfüllt man alle Kriterien, kommt man auf 40 Prozent staatliche Förderung und damit nahe an die früheren 50 Prozent aus der Grundförderung heran. So setzt sich die neue Förderung zusammen:

Bezeichnung Förderung Zuschuss in Prozent
Grundförderung ("Basis-Zuschuss") 25
Heizungs-Tausch-Zuschuss 10
Installation von Wasser- / Erdwärmepumpe 5
Summe aller staatlichen Zuschüsse 40

Wärmepumpe im Altbau: Heiz-Tausch-Zuschuss nicht vergessen – So bekommt man ihn

Der Basis-Zuschuss für eine Wärmepumpe beträgt wie im Vorjahr 25 Prozent: Kersten: "Das Gerät muss förderfähig sein – das ist Voraussetzung." Die Liste mit allen Wärmepumpen mit Prüf-/Effizienznachweis, die förderfähig sind, veröffentlicht und aktualisiert das Bundeswirtschaftsministerium regelmäßig. Förderfähig sind maximal 60.000 Euro je Haus oder Wohneinheit und je Kalenderjahr. Wer die Fördersumme auf 35 Prozent aufstocken möchte, kann vom sogenannten Heiz-Tausch-Zuschuss Gebrauch machen:

  • Der Heiz-Tausch-Zuschuss von zusätzlich 10 Prozent wird bezahlt, wenn die neue Wärmepumpe eine noch funktionstüchtige Öl-, Kohle-, Nachtspeicher- oder Gas-Etagenheizung vollständig ersetzt.
  • Dasselbe gelte auch für seit mindestens 20 Jahren betriebene Gas-Zentralheizungen, berichtet "Die Fördermitteldatenbank".

Um auf die vollen 40 Prozent Förderzuschuss zu kommen, müssen Verbraucher noch die Voraussetzungen für die fünf Prozent Bonus-Förderung erfüllen. Die bekommt man, wenn als Wärmequelle Wasser, Erdreich oder Abwasser erschlossen wird.

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Bonus-Zuschuss zur Wärmepumpe nur unter bestimmten Voraussetzungen

Das ist bei Grundwasser- oder Erdwärmepumpen der Fall, die grundsätzlich mit höheren Anschaffungs- und Installationskosten verbunden sind, welche vom Staat stärker bezuschusst werden. "Neu ist, dass der Fünf-Prozent-Zuschuss auf für Luftwärmepumpen gewährt wird, die ein natürliches Kältemittel nutzen", erklärt Kersten. Das macht die Extra-Förderung auch für die breite Masse zugänglich – denn Grundwasser- oder auch Erdwärmepumpen sind aufgrund der hohen Anschaffungs- und Erschließungskosten für einzelne Privathaushalte weniger interessant.

Doch welche Wärmepumpe ist im Hinblick auf Stromverbrauch und Kosten die richtige? Die Frage lässt sich nur schwer beantworten – viele individuelle Faktoren spielen dabei eine Rolle. Allein bei der Luft-Wärmepumpe gebe es viele verschiedene Modelle, sagt Kersten. "Manche Geräte werden außen aufgestellt. Andere wiederum sind für den Innenbereich geeignet." Grundsätzlich ist es deshalb ratsam, sich von einem Handwerker vor Ort individuell beraten zu lassen. "Achten Sie dabei auf gute Referenzen und Erfahrungswerte", empfiehlt der Experte.

Nicht nur den Zuschuss für die Wärmepumpe sondern auch andere Förderungen im Blick haben

Unerfahrene Handwerker oder Internetangebote können sich später rächen – etwa, wenn nach der Installation der Wärmepumpe Probleme auftreten. Und auch mit Blick auf die Förderungen hat Kersten noch einen Tipp parat: "Informieren Sie sich immer auch über mögliche Landesförderungen." Die 40 Prozent Bundesförderung kann jeder Bürger beanspruchen. Zusätzlich haben einige Bundesländer für bestimmte Heizsysteme noch eigene Fördermodelle aufgelegt – die müssen dann aber separat beantragt werden.

Dasselbe ist zu beachten, wenn man zusätzlich zur Wärmepumpe eine Solaranlage installiert. Auch Photovoltaikanlagen werden von einigen Bundesländern finanziell bezuschusst. Das sind dann aber ebenfalls Förderungen, die zusätzlich zum Wärmepumpen-Zuschuss beantragt werden müssen. Wer wissen möchte, wie viel Zuschuss für eine Wärmepumpe im individuellen Fall möglich ist, findet auf der Homepage des BWP den "Förderrechner Wärmepumpe". Dort muss man einige Angaben zum Gebäude und dem geplanten Gerät machen – das Ergebnis kann anschließend als PDF heruntergeladen werden.

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