Infektionskrankheiten

Beunruhigende Malaria-Resistenzen in Uganda nachgewiesen

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Videografik: So wird Malaria übertragen

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Zum Welt-Malaria-Tag am 25. April hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine neue Initiative angekündigt, mit der 25 Länder bis zum Jahr 2025 malariafrei werden sollen. Nach Schätzungen der WHO erkranken jährlich knapp 230 Millionen Menschen an der durch Mücken übertragenen Krankheit.

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Malaria ist eine der tödlichsten Infektionskrankheiten weltweit. Forscher haben Resistenzen gegen ein wichtiges Medikament entdeckt.

Uganda. Forscherinnen und Forscher haben in Uganda Resistenzen gegen ein wichtiges Malaria-Medikament entdeckt. Die Ergebnisse haben sie in der Fachpublikation „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht.

Die Wissenschaftler hatten 240 an Malaria erkrankte Menschen mit einem auf Artemisinin basierenden Medikament behandelt. Artemisinin ist sehr wichtig für die Behandlung von schweren Malaria-Infektionen. Bei 14 der Patienten konnten die Forscher Resistenzen der Malaria-Parasiten gegen das Arzneimittel feststellen.

Malaria-Resistenzen wurden bereits früher entdeckt

Vor 15 Jahren wurden zum ersten Mal in Kambodscha Parasiten festgestellt, gegen die das Medikament schlechter wirkte. In den folgenden Jahren wurden diese Resistenzen in verschiedenen südostasiatischen Ländern immer wieder entdeckt. Auch in Afrika hat es bereits Anzeichen von einer nachlassenden Wirkung gegeben. Zuletzt konnten Forscher im April dieses Jahres resistente Parasiten in Ugandas Nachbarland Ruanda nachweisen.

Durch Stiche der weiblichen Anopheles-Mücke gelangen die Parasiten in das Blut und lösen Malaria aus. In der Studie wurden Blutproben der Patienten untersucht, nachdem sie Artemisinin erhalten hatten. Normalerweise tötet das Medikament die Malaria-Parasiten schnell ab.

Bei 14 Personen überlebten die Parasiten aber deutlich länger als gewöhnlich. Das weist auf eine nachlassende Wirkung des Medikaments hin. Den Forscher zufolge bestehe das Risiko einer Resistenz-Ausbreitung über Ländergrenzen hinweg.

Malaria wird zu spät behandelt

Laut dem Weltmalariareport 2019 treten 93 Prozent aller weltweiten Malaria-Fälle in Subsahara-Afrika auf. 67 Prozent der Malaria-Toten sind Kinder unter fünf Jahren. Die Ergebnisse der Studie habe aber zunächst keinen direkten Einfluss auf diese hohe Todesrate, sagt Steffen Borrmann vom Institut für Tropenmedizin in Tübingen. Die meisten Todesfälle seien der zu späten Behandlung von milden Malariafällen zuzuschreiben.

Eine sogenannte unkomplizierte Malaria, bei der sich die Parasiten noch nicht lange im Blutkreislauf, kann in der Regel gut behandelt werden – wenn sie rechtzeitig entdeckt wird.

Malaria-Resistenzen sind beunruhigend

Bei Fällen von komplizierter Malaria seien die Ergebnisse der Studie aber sehr beunruhigend, sagt Borrmann. „Es ist schlecht, wenn die Parasiten länger im Blut zirkulieren. Dann geht der Vorteil des Medikaments verloren, das sie normalerweise schnell eliminiert.“ Wenn in Zukunft diese Resistenzen auftreten würden, könnten schwere Malaria-Fälle schlechter behandelt werden. Deshalb sei frühzeitiges Handeln wichtig.

Ein weiteres Problem ist, dass man sich mehrfach mit Malaria infizieren kann. Aktuell gibt es keinen Impfstoff gegen die Krankheit. Ein Hoffnungsträger für ein Vakzin ist die mRNA-Technologie. Seit der Corona-Pandemie befindet sich dieses Forschungsfeld im Aufschwung. Firmen wie das Pharma-Unternehmen Biontech wollen Ende 2022 mit ersten Studien zu einem Impfstoff beginnen.

( eck )