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Urlaubstrend Wandern: Auf die Ausrüstung kommt es an

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David Huth
Fünf Corona-Tips für Wanderer

Fünf Corona-Tips für Wanderer

Aufgrund der Corona-Pandemie werden viele Menschen dieses Jahr in Deutschland Urlaub machen und wandern gehen. Hier sind fünf Tips, die den Wanderurlaub garantiert zum Erfolg werden lassen.

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Wandern am Urlaubsort liegt im Trend. Die Ausrüstung muss aber stimmen. Experten-Tipps zu Bekleidung und Rucksack bis Regenschutz.

Berlin. Die Wanderschuhe sind geschnürt. Der Rucksack ist gepackt. Und schon kann die Tour starten. Immer mehr Menschen entdecken das Wandern für sich als Hobby und gönnen sich eine Auszeit in der Natur. Laut einer Online-Umfrage des Deutschen Wanderverbandes frequentieren seit dem ersten Lockdown immer mehr Menschen die einschlägigen Wanderwege.

Aber wer zu einer Wanderung aufbricht, der sollte im Vorfeld einige Dinge bedenken und vor allem auf die richtige Ausrüstung achten. Nick Wassong (36) aus Köln hat sich einen Namen als Natur- und Wanderexperte gemacht und weiß genau, was Wanderinnen und Wanderer dabeihaben sollten.

Ausrüsten zum Wandern: Schuhe passend zum Gelände

Gutes Schuhwerk ist das A und O. Nichts ist beim Wandern so wichtig. Dabei sollte man sich schon im Vorfeld überlegen, wo die Schuhe genau zum Einsatz kommen sollen. Es ist ein Unterschied, ob die Touren durch Flachland, ein Mittelgebirge oder gar ein Hochgebirge führen. Aber egal, wofür die Schuhe gedacht sind: Sie sollten passen und bequem sein. "Deswegen empfehle ich, die Schuhe in einem Fachgeschäft zu kaufen", sagt Nick Wassong.

Neben der Beratung birgt das den Vorteil, dass die Schuhe anprobiert werden können. Die meisten Outdoorgeschäfte bieten die Möglichkeit, die Schuhe auf verschiedenen Untergründen und auf abschüssigen Flächen zu testen. So bemerkt man schnell, ob sie etwa beim Bergab-Gehen drücken.

"Es empfiehlt sich zudem, den Schuh eine Nummer größer zu kaufen", so der Experte. Der Grund: Die Füße schwellen auf längeren Strecken immer etwas an, der Schuh sollte hier einen Puffer haben. Als Faustformel gilt: Vorne etwa einen Daumen breit Platz lassen.

Bei Wanderschuhen besser nicht sparen

Ob es am Ende ein Schuh mit einer Membran wie Goretex oder ein echter Lederschuh wird, das ist Geschmackssache. Aus Sicht von Nick Wassong sind Lederschuhe aber die langlebigere Alternative. "Sie lassen sich leichter reparieren", sagt der passionierte Wanderer. Schuhe mit einer Membran seien dafür schneller eingelaufen.

Aber egal, für welche Variante man sich entscheidet: An den Schuhen sparen sollte man nicht, empfiehlt der Experte. Mit rund 200 Euro muss hier kalkuliert werden. "Bei billigen Schuhen fehlt häufig der Service des Herstellers und sie sind nicht so langlebig", erklärt er. Auf seinen Touren habe er schon gesehen, dass anderen Wanderern mit billigen Schuhen die Sohlen unterwegs abgefallen sind.

Kleidung: das Zwiebelprinzip

"Kleidung sollte man nach dem Zwiebelprinzip dabeihaben", betont Wassong. Wer wandert, der kommt auch mal ins Schwitzen – selbst wenn es draußen etwas kühler ist. Da ist es hilfreich, mit mehreren Schichten Kleidung zu arbeiten, die sich an- und ausziehen lassen.

Wassong rät davon ab, nur auf die dicke Winterjacke zu setzen. Grundsätzlich ist Funktionskleidung angebracht, da sie bequem und robust ist und bei Nässe schnell trocknet. Bei den Socken empfiehlt der Wanderprofi zudem Polsterung an den Zehen und der Ferse. "Auch Socken aus Merinowolle sind sinnvoll, weil sie nicht so schnell riechen", sagt er. Das gilt übrigens auch für T-Shirts, Pullover oder Fleecejacken aus dem Stoff.

Schutz gegen Regen

Ist mit Regen zu rechnen, dann sollte man gewappnet sein. Bei den meisten Rucksäcken ist ein Regenschutz bereits im Lieferumfang enthalten. Die Regenjacke sollte eine Wassersäule von 10.000 Millimetern aufweisen, dann gilt sie als "sehr wasserdicht". Auf eine Regenhose verzichtet Wassong meist. Sie ist ihm zu umständlich. Und die Tatsache, dass man mit ihr schnell schwitzt, stört ihn ebenfalls.

Stattdessen führt der Kölner einen Wanderschirm mit sich. Fakt ist aber, dass die Kombination aus Jacke und Hose auch beim starken Regen gut vor Nässe schützt.

Den richtigen Rucksack finden

"Auch beim Rucksack muss ich mir überlegen, was ich genau vorhabe", sagt Nick Wassong. Für eine Tagestour reicht je nach Witterung ein kleiner Rucksack mit 20 bis 30 Liter Fassungsvermögen. Wer hingegen eine Woche in den Bergen auf einer Hüttentour verbringen will, der braucht schon 40 bis 50 Liter.

Schwerer als zehn Kilo sollte der gepackte Rucksack laut Wassong aber nicht sein. Wichtig sei, dass das Modell gut an der Hüfte sitzt und ordentlich auf dem Rücken aufliegt. "Sonst bekommt man schnell Rückenprobleme", warnt der Experte.

Was gehört auf die Packliste

Über die richtige Packliste scheiden sich die Geister. Wer viel wandert, der lernt aber schnell, dass gute Vorbereitung im Zweifel viele Unannehmlichkeiten erspart. Wichtig ist vor allem, genug Trinken und Essen mitzunehmen. Daneben sind auf längeren Touren oder in den Bergen ein Erste-Hilfe-Set, ein Taschenmesser und eine Stirnlampe ratsam.

In den Bergen sind wegen schneller Wetterwechsel auch Handschuhe zu empfehlen. Sonnenbrille, Mütze und ein kleines Handtuch gehören ebenfalls auf jede Packliste. Daneben sollte man nicht die Hilfsmittel zur Orientierung wie etwa die Wanderkarte vergessen.

Die Wahl der richtigen Tour

"Für Anfänger ist wichtig, dass man auf die eigene Ausdauer achtet und sich nicht zu viel zumutet", sagt Wassong. Viele Wanderneulinge unterschätzten die Höhenkilometer. Hier sollte man sich langsam an seine Belastungsgrenzen herantasten. Gerade Wandern mit viel Gepäck sollte vorher geübt werden.

Notruf in den Bergen: Wer zahlt die Rettung?

Die Berge werden von Wanderern immer wieder als Gefahr unterschätzt. Laut der Bergwacht Bayern habe sich die Zahl der Einsätze zwischen 2006 (knapp 1600) und 2018 (rund 3000) fast verdoppelt. Ursache sind häufig Blockierungen, bei denen jene, die beim Notruf anrufen, am Berg weder vor noch zurück kommen. Viele überschätzen sich selbst.

In diesem Fall müssen unverletzte Wanderer häufig selbst zahlen. Hier empfiehlt sich eine Zusatz-Unfallversicherung, wie sie etwa in einer Mitgliedschaft beim Deutschen Alpenverein (DAV) enthalten ist. Diese zahlt auch bei Einsätzen der Bergrettung, die nicht auf einen medizinischen Notfall zurückzuführen sind.

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