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Biontech/Moderna: Starke Impfreaktionen bei zweiter Impfung?

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Spahn: Kreuzimpfung bietet "sehr hohen Impfschutz"

Spahn: Kreuzimpfung bietet "sehr hohen Impfschutz"

Die Ständige Impfkommission empfiehlt, nach einer Erstimpfung mit Astrazeneca als zweite Dosis ein anderes Präparat zu verabreichen. Eine derartige Kombination von Impfstoffen sei nach wissenschaftlichen Erkenntnissen "besonders wirksam", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

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Wer sich mit Biontech oder Moderna impfen lässt, berichtet oft nach der zweiten Impfung von Nebenwirkungen. Woran liegt das genau?

Berlin. 
  • Nach der zweiten Impfung mit Biontech beobachten vor allem jüngere Leute Nebenwirkungen
  • Auch beim mRNA-Impfstoff Moderna treten oftmals Nebenwirkunen auf
  • Warum sind die Nebenwirkungen nach der zweiten Impfung stärker? Wir beantworten die wichtigsten Fragen

Wer sich mit einem der mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer oder Moderna gegen das Coronavirus impfen lässt, hat womöglich nach der zweiten Spritze stärkere Symptome als nach der ersten.

Das zeigen unter anderem Daten der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA. Bekamen etwa nach der ersten Biontech-Spritze rund vier Prozent der geimpften 18- bis 55-Jährigen Fieber, waren es nach der zweiten Spritze rund 15 Prozent. Lesen Sie hier: Heißt stärkere Nebenwirkung auch mehr Impfschutz?

Nach der zweiten Dosis klagten mehr Menschen über Symptome

  • Müdigkeit (Dosis 1: 47 Prozent/Dosis 2: 59 Prozent),
  • Kopfschmerzen (42 Prozent/52 Prozent),
  • Schüttelfrost (14 Prozent/35 Prozent),
  • Übelkeit (1 Prozent/2 Prozent) und
  • Muskelschmerzen (21 Prozent/37 Prozent)

Bei Moderna ist der Unterschied zwischen Erst- und Zweitimpfung noch deutlicher. Aber warum ist das so? Und warum verhält es sich bei Astrazenecas Impfstoff umgekehrt?

Beim ersten Mal reagiert nur das angeborene Immunsystem

Der Immunologe Professor Carsten Watzl hat eine mögliche Erklärung: Bei der ersten Corona-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff reagiere das angeborene Immunsystem auf die im Impfstoff enthaltene RNA.

Sie wird von Abwehrzellen als Gefahr angesehen, die dann als Reaktion darauf Botenstoffe ausschütten und Entzündungen hervorrufen – der Geimpfte bekommt vielleicht Fieber, fühlt sich abgeschlagen oder bekommt Gliederschmerzen. Lesen Sie hier: Kann ich den Termin für die Zweitimpfung vorziehen?

Neu erworbene Abwehr wird auch aktiv

„Bei der zweiten Impfung kommen dann zwei Dinge zusammen“, sagt Watzl, der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie ist. Zusätzlich zu der Reaktion des angeborenen Immunsystems reagiere nun auch das sogenannte adaptive Immunsystem, also die durch die Erstimpfung neu erworbene Abwehr, gegen das Spike-Protein. „Diese neu erworbenen Abwehrmechanismen können die Reaktion des angeborenen Immunsystems noch mal verstärken.“ Auch interessant: Warum eine Impfung Long-Covid-Patienten helfen könnte

Nebenwirkungen nach erster Dosis was passiert nach der zweiten?

Wer nach der ersten Impfung bereits Impfreaktionen entwickelt hat, wird sich möglichweise fragen, was ihn oder sie nach der zweiten Dosis erwartet. „Jeder Mensch reagiert anders, deshalb gibt es bei diesem Thema keine pauschale Antwort“, schreibt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) auf Anfrage dieser Redaktion.

Es gebe Menschen, die so reagierten, wie es (mehrheitlich) aus den klinischen Prüfungen berichtet wurde, andere wiederum hätten nach beiden Dosen eine Impfreaktion, so das PEI weiter. Wieder andere reagierten gar nicht mit Nebenwirkungen. „Die einen haben stärkere, die anderen schwächere Reaktionen. Da kommen ganz viele Faktoren zusammen.“

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Astrazeneca: Stärkere Symptome nach erster Dosis

Anders ist es bei einer Immunisierung mit Astrazenecas Vakzin Vaxzevria: Hier treten stärkere Symptome häufiger nach der ersten Impfdosis auf.

Das angeborene Immunsystem reagiert in diesem Fall bei der ersten Spritze auf die harmlosen Adenoviren, die im Impfstoff enthalten sind. Lesen Sie auch: Kreuzimpfung: Erst Astra, dann Biontech - wie wirksam ist das?

„Bei der zweiten Dosis werden diese Impfviren schon durch die neu erworbene Abwehr abgefangen und können die Zellen des angeborenen Immunsystems gar nicht erst stimulieren“, erklärt Watzl. Die Impfreaktion falle schwächer aus. (lary/bef)