Pandemie

Experten in Sorge: Coronavirus-Variante mutiert erneut

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Russischer Corona-Impfstoff Sputnik V zu 91,6 Prozent wirksam

Russischer Corona-Impfstoff Sputnik V zu 91,6 Prozent wirksam

Nach einer von der renommierten britischen Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlichten Untersuchung schützt das russische Corona-Vakzin Sputnik V 91,6 Prozent der Probanden vor einer symptomatischen Covid-19-Erkrankung.

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Bei der Coronavirus-Variante aus Großbritannien ist eine neue Mutation aufgetreten. Experten sind zwar besorgt, aber nicht überrascht.

Berlin. Viren mutieren, immer wieder und rein zufällig. Und diesem Zufall ist es nun geschuldet, dass die Virusvariante, die erstmals in Großbritannien entdeckt worden ist, weiter mutiert ist. Experten sind darüber in Sorge.

Es geht um eine Mutation in der Virusvariante B.1.1.7, die den Namen E484K trägt und zuvor bereits bei den Varianten aus Südafrika und Brasilien festgestellt worden war.

Sie betrifft einen Baustein im sogenannten Spike-Protein, das das Virus nutzt, um in Körperzellen einzudringen und sich dort zu vermehren.

Sorge, dass Antikörper wirkungslos werden

Laut einem Bericht der britischen Gesundheitsbehörde Public Health England konnte die Mutation in elf von rund 215.000 Proben nachgewiesen werden.

„Dies deutet darauf hin, dass die britische Variante nun selbstständig die E484K-Änderung entwickelt“, sagte Jonathan Stoye vom Francis Crick Institute.

Die Sorge ist nun, dass die Mutation E484K dazu führen könnte, dass Antikörper schlechter an das Spike-Protein binden. Dass also die Virusabwehr bei Menschen mit durchgemachter Corona-Infektion oder bei Geimpften nicht mehr so gut funktioniert.

Virusvariante entkommt Teil des Abwehrsystems

Hinweise darauf gibt eine noch nicht unabhängig begutachtete Studie von Forscherinnen und Forschern aus Südafrika.

Sie hatten untersucht, ob im Labor hergestellte sogenannte monoklonale Antikörper und Antikörper aus Blutseren genesener Covid-19-Patienten der südafrikanischen Virusvariante B.1.351 etwas anhaben können, die ebenfalls die E484K-Mutation aufweist. Lesen Sie hier: Corona-Medikamente: Was kann die Antikörper-Therapie?

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die mutierte Virusvariante manchen Antikörpern entkommen kann.

Schwächere Immunantwort, aber nicht wirkungslos

Jedoch bezieht sich die Untersuchung allein auf die neutralisierende Wirkung von Antikörpern. Diese bilden jedoch nur einen Teil des Abwehrsystems im menschlichen Körper.

Die Impfstoffhersteller Biontech/Pfizer hatten in einer Untersuchung festgestellt, dass Geimpfte gegen die Variante aus Südafrika offenbar eine etwas schwächere Immunantwort aufbauen. Dies führe aber „vermutlich nicht zu einer signifikant verringerten Wirksamkeit des Impfstoffs“. Lesen Sie hier: Wem die Antikörper-Mittel helfen können

Virologe: „Besorgniserregende Entwicklung“

Wissenschaftler Stoye sagte, es sei nicht überraschend, dass neue Varianten auftreten. „Es bleibt abzuwarten, ob diese Mutation dem neuen Virus einen Wachstumsvorteil verschaffen wird.“

Der Virologe Julian Tang von der Universität von Leicester sprach von einer „besorgniserregenden Entwicklung“, die allerdings „nicht völlig unerwartet“ komme.

Tang sagte, es sei umso wichtiger, sich an die Corona-Regeln zu halten und die Ausbreitung des Virus zu stoppen, damit es kein „Schmelztiegel“ für neue Varianten werde.

( lary/dpa )