Corona-Schutz

FFP2-Masken im Test: So schneiden sie beim TÜV ab

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Bettina Funk
Videografik: So schützen FFP2- und OP-Masken

Videografik: So schützen FFP2- und OP-Masken

FFP2-Masken können mindestens 94 Prozent der sehr kleinen Partikel aus der Atemluft filtern. OP-Masken sind nicht ganz so effektiv. Überhaupt hängt viel davon ab, ob die Masken korrekt getragen werden.

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TÜV Nord hat für "Stern TV" FFP2-Masken von DM, Amazon und Co. getestet. Dabei kam es vor allem auf zwei Kriterien an. Die Ergebnisse.

Berlin. 
  • FFP2-Masken gelten als beste Schutz gegen das Coronavirus
  • Mittlerweile gibt es die Masken neben Apotheken bei DM, Rossmann, Amazon und Co. zu kaufen
  • Der TÜV hat nun acht verschiedene Modelle getestet - das sind die Ergebnisse

Ihr Aussehen erinnert an einen weißen Schnabel, ihr Name klingt etwas kryptisch: die FFP2-Maske. Das Kürzel steht für "Filtering Face Piece", was aus dem Englischen übersetzt so viel heißt wie Gesichts-Filter-Maske. Die Zahl "2" steht für den Schutzfaktor.

FFP2-Masken gehören in der Corona-Pandemie mittlerweile in Supermärkten und in Bus und Bahn für viele zur Standardausrüstung. Seit zwei Wochen ist es nun auch Pflicht beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln entweder OP-Masken oder die etwas sichereren FFP2-Masken zu tragen. Selbstgenähte Stoffmasken oder Tücher sind nicht mehr erlaubt.

Mit der Nachfrage steigt auf das Angebot an FFP2-Masken. Die gibt es mittlerweile neben Apotheken auch in Drogeriemärkten, in Supermärkten und im Internet zu kaufen. Aber sind alle diese Masken gleich gut?

TÜV Nord testet FFP2-Masken: Das sind die Ergebnisse

Der TÜV Nord hat für das RTL-Magazin "Stern TV" nun acht FFP2-Masken verschiedener Hersteller getestet. Die Masken wurden bei Rossmann, DM, Rewe, in der Apotheke und bei Amazon gekauft. Preislich liegen sie zwischen 45 Cent und 3,99 Euro. Die günstigste Maske im Test kommt von Amazon, die teuerste aus der Apotheke.

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Anders als die medizinischen OP-Masken gelten FFP2-Masken ohnehin als sogenannte "Persönliche Schutzausrüstung" und fallen damit unter die gleiche Kategorie wie Helme oder Sicherheitsschuhe. Verwendet wurden sie vor der Corona-Krise nicht im Krankenhaus, sondern vor allem auf dem Bau, wo sie Maler, Lackierer oder Dachdecker vor Staub und giftigen Dämpfen schützen. Persönliche Schutzausrüstung wird vor dem Verkauf umfassend geprüft. In Deutschland sind dafür der TÜV und die Dekra zuständig.

Beim Test des Atemwiderstandes fallen Masken durch

Laut Dirk Renschen, der für den TÜV-Nord ein Prüflabor in Essen leitet, sind besonders zwei Testkriterien entscheidend: "Wir testen primär den Durchlassgrad der Maske, das heißt, wie viel Virus-Aerosol durchkommt. Und auf der anderen Seite wie wenig die Maske die Luft einschränkt, die man beim Atmen benötigt, das heißt, wie gering der Atemwiderstand ist", so Renschen gegenüber RTL.

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Beim Test für des Atemwiderstandes fallen laut dem Test für "Stern TV" zwei der acht Produkte durch: Eine Maske aus der Apotheke für zwei Euro und eine Maske von Amazon für drei Euro. Den wichtigen Test der Filterleitung bestehen jedoch alle Produkte. Das bedeutet: Alle Masken im Test filtern zuverlässig mindestens 94 Prozent der Aerosole.

Darauf sollte man beim Kauf noch achten

Das Produktionsland sagt zunächst nichts über die Qualität von FFP2-Masken aus: Von den acht Testprodukten kommt eins aus Deutschland, eins aus Frankreich und sechs stammen aus China – dort werden sie als KN95-Masken bezeichnet. "Die meisten Schutzmasken auf der Welt werden in China produziert, dort gibt es sehr gutes Fertigungs-Know-how", so Renschen.

Wer eine sichere Maske kaufen will, sollte zudem auf eine CE-Zertifizierung achten. Eine vierstelliger Prüfnummer muss auf die auf die Maske gedruckt sein (nur das CE-Zeichen ohne Nummer reicht nicht aus).

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FFP2-Masken sollten eng anliegen

Ein gutes Prüfergebnis bedeutet nicht automatisch, dass die Maske auch im Alltag optimal schützt. Wichtig ist auch, dass die Maske dicht am Gesicht anliegt. "Leider sind die Masken im Allgemeinen nicht mit Größen gekennzeichnet", sagt Renschen. "Das heißt: Eigentlich bleibt einem als Konsumenten nur die Möglichkeit, zu testen, welche Maske gut passt und davon dann mehrere zu beschaffen."

Ein Hinweis darauf, dass die Maske gut sitzt, ist, dass sie sich beim Atmen mitbewegt. Das ist ein Zeichen dafür, dass man tatsächlich durch den Filter atmet. Bewegen die Masken sich nicht, muss irgendwo eine große Leckage sein, durch die man atmet. (mit dpa)