Gesundheit

Krebs-Diagnose: Wie sage ich es meinem Kind?

Diagnose Krebs – sollte darüber in der Familie offen gesprochen werden? Diese Ratschläge gibt die Deutsche Krebshilfe zu dem Thema.

37.000 Mütter und Väter erkranken jährlich an Krebs – die Deutsche Krebshilfe rät dazu, offen mit dem Nachwuchs darüber zu sprechen.

37.000 Mütter und Väter erkranken jährlich an Krebs – die Deutsche Krebshilfe rät dazu, offen mit dem Nachwuchs darüber zu sprechen.

Foto: Uwe Anspach / dpa

Bonn. Erkrankt ein Elternteil an Krebs, kommt schnell die Frage auf: „Wie sage ich es meinem Kind?“ Die Deutsche Krebshilfe empfiehlt, mit dem Nachwuchs am besten so früh, offen und altersgerecht wie möglich über die Erkrankung des Elternteils zu sprechen.

Verschweigen Eltern die Krankheit zu lange, könne dies dazu führen, dass Kinder körperliche und seelische Störungen entwickeln, warnt die Krebshilfe. „Krebs stellt das Leben der ganzen Familie auf den Kopf“, erklärt Vorstandsvorsitzender Gerd Nettekoven.

Hierzulande sind pro Jahr etwa 50.000 Kinder betroffen, schätzt das Robert-Koch-Institut. Von rund 15 Millionen Eltern mit minderjährigem Nachwuchs erkrankten jährlich circa 37.000 Väter und Mütter neu an Krebs. Rund jeder zweite Mensch in Deutschland erkrankt irgendwann in seinem Leben an Krebs, einer von vier Bundesbürgern stirbt frühzeitig daran.

Krebs: Kinder können spüren, wenn etwas nicht stimmt

„Oft verschweigen Eltern die Krankheit, um die Kinder zu schonen, erreichen damit aber das Gegenteil“, zitiert die Krebshilfe Diplompsychologin Bianca Senf, Autorin des Ratgebers „Mit Kindern über Krebs sprechen“ und Leiterin der Psychoonkologie des Universitätsklinikums in Frankfurt am Main. Da die Kinder spürten, dass etwas nicht stimmt, empfänden sie das Schweigen als Dauerbedrohung und Stress.

Typisch für kleinere Kinder sei es etwa, dass sie dann deutlich mehr weinen, über diffuse Bauchschmerzen klagen oder schlecht schlafen. Ältere ziehen sich häufig zurück, werden entweder aggressiv oder besonders anhänglich.

Eltern sollten das Wort Krebs nicht vermeiden

Mütter und Väter sollten stattdessen mit ihren Kindern altersgerecht über die Krankheit sprechen, empfiehlt die Psychologin. „Eltern sollten Kindern frühzeitig die Veränderungen im Alltag erklären, die diese direkt betreffen“, rät Bianca Senf. „Für ein Kind gibt es nichts Schlimmeres, als angelogen zu werden oder über Dritte von der Erkrankung der Mutter oder des Vaters zu erfahren“, so Senf weiter.

Wichtig dabei sei auch, dass Eltern das Wort Krebs nicht vermeiden, sonst bekomme dies etwas Bedrohliches. Die Wahrheit könnten junge Menschen besser verkraften, als viele Erwachsene glaubten.

Für betroffene Eltern stellt die Deutsche Krebshilfe online Erklärfilme bereit, abrufbar im Netz unter krebshilfe.de/blog/kindern-krebs-erklaeren (fmg)