Corona

Richtig lüften: So schützen Sie sich vor einer Infektion

Zuhause, im Büro, in der Schule: Lüften kann vor einer Corona-Infektion schützen – und ist vor allem im Herbst und Winter wichtig.

Aerosole - durch richtiges Lüften vor Corona schützen

So kann man sich durch gutes Lüften vor einer Corona-Infektion durch Aerosole schützen.

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Berlin. Coronaviren werden hauptsächlich durch Tröpfchen und feinste flüssige Teilchen, sogenannte Aerosole übertragen. Dabei gelangen die Erreger beim Niesen, Husten, Sprechen und selbst Ausatmen in die Luft und an die Schleimhäute anderer Menschen in der unmittelbaren Umgebung.

Laut einer Studie, die im Fachblatt „New England Journal of Medicine“ erschienen ist, können Coronaviren, die über Aerosole transportiert werden, bis zu drei Stunden in der Luft schweben und über die gesamte Zeit infektiös bleiben.

Aerosole: Infektionsgefahr in geschlossenen Räumen ist hoch

Halten sich Menschen längere Zeit in geschlossenen Räumen auf, oder arbeiten in schlecht oder nicht belüfteten Büros, steigt so die Wahrscheinlichkeit einer Infektion, selbst wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Beschäftigten eingehalten wird. Richtiges Lüften hilft, die Viruszahl zu senken und somit auch die Gefahr einer Ansteckung zu mindern.

„Wir können das Risiko halbieren, wenn wir doppelt so viel Luft hereinbringen“, erklärte Martin Kriegel, Experte für die Verbreitung von Aerosolen in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Simone Peters, Leiterin des Sachgebiets Innenraumklima der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) erklärt, worauf dabei zu achten ist: „Bei der freien Lüftung, also ohne Ventilator oder Klimaanlage, ist die Stoßlüftung mit weit geöffneten Fenstern und am besten auch mit geöffneten Türen am effektivsten.“

Das Lüften über gekippte Fenster sei hingegen weniger empfehlenswert. „Als Ergänzung zur Stoßlüftung kann es aber sinnvoll sein, um ein zu schnelles, starkes Ansteigen der Virenkonzentration zu vermeiden.“

Infektion in Innenräumen: Experte empfiehlt alle 20 Minuten zu lüften

Trotz sinkender Außentemperaturen empfehlen Expertinnen und Experten Lüften auch in Herbst und Winter. „Wenn man innen warme und draußen kalte Luft hat und dann für fünf bis zehn Minuten alle Fenster weit öffnet, bekommt man einen beachtlich raschen Luftaustausch“, so Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA).

Dabei gelte sowohl für Großraumbüros, Wartezimmer beim Arzt wie Schulräume: mindestens alle 45, besser noch aller 20 Minuten lüften.

Eine Erkältung muss trotz kalter Außenluft aber niemand fürchten, sagt der HNO-Arzt Bernhard Junge-Hülsing. Ohnehin würden Räume mit durchschnittlich rund 23 Grad auf eine viel zu hohe Temperatur gebracht. Der Mensch könne problemlos auch bei 18 oder 19 Grad zurechtkommen.

Durchlüften im Winter: Auf die Luftfeuchtigkeit kommt es an

Einen Haken hat das Lüften im Winter aber dennoch: Wie „Quarks“ in einem Beitrag auf Instagram veranschaulicht, ist kalte Luft viel trockener. Viren transportierende Aerosole könnten so besonders lange im Raum schweben – das Ansteckungsrisiko steige dadurch. Zudem trockne die Schleimhaut der Atemwege aus, wodurch sie empfänglicher für Viren werde.

Abhilfe können laut „Quarks“ mit Wasser gefüllte Tontöpfe oder Pflanzen schaffen: Diese würden dabei helfen, die Luftfeuchtigkeit im Raum zu erhöhen. Dadurch sei auch regelmäßiges Lüften bei niedrigen Temperaturen problemlos möglich.

(elik/raer/dpa/afp)