Covid-19-Pandemie

Coronavirus-Impfstoff: So teuer könnte das Präparat werden

Ein Coronavirus-Impfstoff könnte erschwinglicher werden als erwartet. Pharmaunternehmen geht es nicht nur um Profit – sondern Prestige.

Thailand testet Corona-Impfstoff an Affen

Forscher aus Thailand testen einen potenziellen Corona-Impfstoff an Affen, der zuvor bereits bei Mäusen erprobt wurde. Wenn alles gut geht, könnte er in zwölf bis 18 Monaten auf den Markt kommen.

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Berlin. Weltweit arbeiten Unternehmen und Forschungsinstitute derzeit daran, möglichst bald einen Impfstoff gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 zu entwickeln. Die möglichen Gewinne für den, der das Heilmittel zuerst auf den Markt bringt, könnten enorm sein. Denn feste Regeln dafür, wie viel ein solches Präparat kosten darf, gibt es nicht. Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), Klaus Cichutek, rechnet nichtsdestotrotz mit einem bezahlbaren Corona-Impfstoff.

In der Sendung „Frühstart“ von RTL und ntv vermutete der Biochemiker, dass die Hersteller ein Heilmittel „nahe am Selbstkostenpreis“ anbieten werden. Denn für Unternehmen sei die Entwicklung auch eine Prestigefrage: Es ginge darum, der Welt zu helfen, weshalb sie diese hinsichtlich der Preise nicht überfordern dürften. Eine flächendeckende Durchimpfung der Bevölkerung jedenfalls sei „eine Sache von Monaten“. Cichutek fordert die Politik deshalb auch dazu auf, über faire Verteilungsmechanismen zu diskutieren.

Corona-Impfung nach Priorisierung möglich

Vor wenigen Wochen erst mutmaßte der PEI-Präsident, dass es bei der Zuweisung des Impfstoffes womöglich eine Priorisierung geben wird. Manche Menschen könnten demnach eher geimpft werden als andere. Allen voran medizinisches Personal oder aber Personen, bei denen schwere Krankheitsverläufe zu erwarten sind. Lesen Sie mehr: Diese Medikamente werden gegen Covid-19 getestet

Für die Zulassung von Impfstoffen ist hierzulande das PEI zuständig. Die Entwicklung eines Heilmittels laufe laut Cichutek folgendermaßen ab: In der ersten Phase müsse der Erregerbestandteil ermittelt werden, der als Teil eines Impfstoffes Schutz bieten könnte. Anschließend ginge es darum, die Qualität der Heilmittel-Herstellung zu sichern.

Zwei deutsche Impfstoffe kurz vor klinischer Studie

In der dritten Phase schließlich müssten im Zuge präklinischer Untersuchungen im Labor mögliche Risiken für Patienten überprüft und die richtige Dosis des Impfstoffes ermittelt werden. Erst dann würde anhand einer größeren Anzahl von Probanten getestet, ob die Substanz tatsächlich wirksam und verträglich ist. Mehr zum Thema: Coronavirus – So weit ist die Suche nach dem Heilmittel

Bislang bekam nur eine deutsche Firma eine Genehmigung für erste klinische Tests an Freiwilligen. Die Studie der Biotech-Gesellschaft BioNTech aus Mainz ist auf 200 gesunde Teilnehmer im Alter von 18 bis 55 Jahren ausgelegt. Laut Cichutek stünden außerdem zwei weitere deutsche Impfstoffforschungsprojekte „nahe an der klinischen Prüfung“.