Covid-19-Pandemie

Coronavirus: Was Gäste und Wirte jetzt beachten müssen

Trotz Corona-Pandemie öffnet die Gastronomie in Deutschland nach und nach wieder. Diese Regeln müssen Gastronomen und Gäste beachten.

Kanzleramt will Kontaktbeschränkungen bis zum 5. Juli verlängern

Das Bundeskanzleramt will die Corona-Kontaktbeschränkungen bis zum 5. Juli verlängern - einzelne Lockerungen sollen aber möglich sein. Die bislang vereinbarten Beschränkungen gelten noch bis zum 5. Juni.

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Berlin. Die Gastronomie öffnet in Deutschland Schritt für Schritt und unter strengen Auflagen wieder. Doch Fälle wie die am vergangenen Wochenende im ostfriesischen Landkreis Leer zeigen: Restaurants und Gaststätten, in denen seit Mitte Mai wieder gegessen und getrunken werden darf, können zu einem gefährlichen Infektionsherd für Sars-Cov-2 werden – besonders wenn die teils strengen Regelungen für Restaurantbetreiber und Gäste missachtet werden.

Doch welche Hygieneregeln müssen Gastronomen aktuell in meinem Bundesland einhalten? Wer kontrolliert das? Und was sollte ich vor dem nächsten Restaurantbesuch wissen? Die wichtigsten Antworten im Überblick:

Wie sehen die Lockerungen in der Gastronomie aus?

Seit Mitte Mai dürfen Restaurants und Gaststätten wieder öffnen. Trotzdem haben die meisten Betriebe zu kämpfen, ergab eine aktuelle Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga, an der sich 8000 Mitglieder beteiligt haben. „Knapp 80 Prozent der befragten Unternehmen haben weniger als 50 Prozent der Umsätze einer normalen Maiwoche“, sagt Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges unserer Redaktion. Fast jeder zweite Betrieb liegt laut Hartges sogar bei weniger als 25 Prozent der Normalumsätze. Lesen Sie mehr: Coronavirus – Diese Regeln gelten jetzt in Ihrem Bundesland

Seit diesem Montag treten für Gas­tronomen in vielen Bundesländern weitere Lockerungen in Kraft. Jede Landesregierung entscheidet dabei für sich, wie strikt die Auflagen umgesetzt werden. „Das ist in der Tat ein Flickenteppich“, sagt Hartges. Die Regelungen sind unter anderem auf den Internetseiten der jeweiligen Landesregierung und des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga festgehalten. Einige allgemeine Regeln gelten länderübergreifend: Tische und Stühle etwa müssen meist 1,5 Meter Abstand zueinander haben, Schutzmasken sind vielerorts Pflicht. In vielen Lokalen müssen Gäste sich regis­trieren. Einzelne Hygieneregeln werden aber bundesweit unterschiedlich gehandhabt.

Welche Regeln gelten in Berlin

Seit 15. Mai dürfen in Berlin Restaurants, Gaststätten und Cafés mit selbst zubereitetem Speisenangebot unter bestimmten Auflagen wieder Gäste bewirten. Dabei ist egal, ob das Essen warm oder kalt ist, es muss aber mehr als nur eine Mahlzeit auf der Speisekarte stehen. Reine Schankwirtschaften, Rauchergaststätten und Bars müssen geschlossen bleiben. Lesen Sie auch: Kontaktsperre wegen Corona – Darf ich meine Familie besuchen?

In Berlin herrscht für Gäste keine Reservierungspflicht, sie wird aber dringlich empfohlen. Das Gleiche gilt dafür, dass sich die Gäste namentlich registrieren. Dadurch lässt sich bei später festgestellten Covid-19-Fällen zurückverfolgen, wer sich wann im Lokal befand. Die Listen mit persönlichen Daten darf der Betreiber für vier Wochen vertraulich aufbewahren, ehe er sie vernichten muss. Kontrollieren darf der Gastronom die Personalien aber nicht, das dürfen nur Ordnungsämter und Polizei. Doch Achtung: Gäste, die absichtlich falsche Angaben zu ihren Adressen gemacht haben, müssen im Ernstfall mit einem Bußgeld rechnen.

Zwischen den Tischen einschließlich der Stühle gilt der gewohnte Mindestabstand von 1,5 Metern. Eine Höchstzahl von Personen pro Tisch gibt es in Berlin zwar nicht. Dennoch gelten Beschränkungen: Jeder Gast darf alleine, mit den Angehörigen des eigenen Haushalts oder mit Menschen aus einem zusätzlichen Haushalt miteinander am Tisch sitzen, sprich: insgesamt beispielsweise zwei Familien, Paare, Freunde oder Wohngemeinschaften. Die Öffnungszeiten für Lokale sind in Berlin auf sechs bis 22 Uhr begrenzt. Die Dauer des Aufenthalts ist aber nicht beschränkt.

Gastronomie: Gäste müssen keine Maske am Tisch tragen

Das Servicepersonal mit Gästekontakt muss eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Diese muss bei Durchfeuchtung gewechselt werden. Das Küchenpersonal ist dazu aber nicht verpflichtet. Das Personal muss sich die Hände regelmäßig waschen oder desinfizieren. Besucher müssen am Tisch keinen Mundschutz tragen. Betreiber können ihre Gäste aber verpflichten, einen Mundschutz zu tragen, wenn sie nicht an ihrem Tisch sitzen, etwa beim Gang auf die Toilette.

Als Speisen im Lokal oder im Außenbereich sind ausschließlich Tellergerichte erlaubt, die direkt am Platz serviert werden. Büfetts mit Selbstbedienung, etwa Frühstücksbrunchs, sind in Berlin nicht zulässig.

Alle Kontakt- und Arbeitsflächen, wie etwa Stühle, Tische oder Speisekarten müssen nach Gebrauch desinfiziert werden. Gebrauchsgegenstände wie Salz- und Pfefferstreuer oder Zahnstocher dürfen nicht offen auf den Tischen stehen.

Was sollte ich als Gast in Restaurants beachten?

  • Wer sich krank fühlt oder typische Symptome einer Atemwegserkrankung aufweist, sollte unbedingt auf den Besuch verzichten. Im Zweifel kann der Lokalbetreiber Besucher am Eingang abweisen.
  • In manchen Lokalen müssen sich Gäste nach dem Betreten des Lokals die Hände waschen, bei aufgestellten Spendern sogar noch desinfizieren.
  • Auch wenn es keine Pflicht ist: Reservieren lohnt sich. So vermeidet man im Zweifel lange Wartezeiten in der Schlange vor dem Lokal.
  • Im Außenbereich ist die Konzen­tration der Tröpfchen aus der Atemluft geringer – und damit das Ansteckungsrisiko.
  • Bezahlt werden sollte wo möglich kontaktlos per Karte und nicht mit Bargeld.

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