Corona-Regeln

Sommerurlaub in Italien: Was Reisende jetzt beachten müssen

Vom Coronavirus gebeuteltes Italien startet in die Urlaubssaison und empfängt die ersten Touristen. Welche Einschränkungen gelten.

Trotz Corona: Urlaub im Ausland ist möglich

Der Sommerurlaub im Ausland ist für die Deutschen ein großes Stück näher gerückt: Das Bundeskabinett hob die weltweit geltende Reisewarnung wegen der Corona-Pandemie für die meisten europäischen Staaten ab dem 15. Juni auf. Dennoch bleibt ein Restrisiko. from Heiko Maas

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Berlin. 
  • Italien hat die Grenzen für Touristen aus Europa und dem Schengenraum wieder geöffnet
  • Es gibt keine Quarantäne mehr für Einreisende aus dem Ausland
  • Welche Corona-Beschränkungen in Italien gelten

Italien gilt als das Sehnsuchtsland der Deutschen. Nach monatelangen Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie dürfen sie nun endlich wieder neben dem schiefen Turm von Pisa Pizza essen, das Kolosseum in Rom bewundern oder Eis schlecken an den zahlreichen Sandstränden Siziliens. Denn seit dem 3. Juni sind Italiens Grenzen wieder offen.

Die Corona-Pandemie hat das Land am Mittelmeer besonders schwer getroffen. Rund 270.000 Menschen infizierten sich bislang mit dem Coronavirus, mehr als 34.300 Menschen sind nach Daten der Johns-Hopkins-Universität (Stand: 15. Juni) an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Weltweit verzeichnen derzeit nur die USA, Brasilien und Großbritannien mehr Corona-Tote.

Noch immer infizieren sich in Italien knapp 2000 Menschen pro Woche mit dem Virus. Dennoch lässt die Entwicklung des Infektionsgeschehens eine schrittweise Rückkehr zur Normalität inzwischen zu. Das ist vor allem für die Wirtschaft des Landes essenziell, hängt sie doch maßgeblich auch vom Tourismus ab. Der Wegbruch der Hauptsaison hätte nach wochenlangem Shutdown erhebliche Konsequenzen für die gesamte Branche – allein über neun Prozent aller deutschen Touristen reisten 2019 nach Italien.

Unabhängig davon, dass die EU dem gebeutelten Mittelmeerland 173 von insgesamt 750 Milliarden Euro an Hilfsgeldern zum Wiederaufbau zukommen lassen will: Die ausbleibenden Einnahmen durch ausländische Touristen könnten damit allein nicht kompensiert werden. Der Tourismus zeichnet sich immerhin für gut 13 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung Italiens verantwortlich.

Die Aufhebung der Reisewarnung durch die Bundesregierung war von Italien entsprechend herbeigesehnt worden. Doch was erwartet deutsche Urlauber in Corona-Zeiten Italien? Hier sind die wichtigsten Fragen und Antworten.

Kann ich in Italien Urlaub machen?

Ja. Auch eine verpflichtende 14-tägige Quarantäne besteht für Reisende nicht mehr. An Flughäfen und Häfen und sonstigen Einreisepunkten werden jedoch Gesundheitskontrollen durchgeführt, bei denen auch die Temperatur gemessen wird.

Deutschland und Italien haben angekündigt, auch nach der Öffnung der Grenzen in regem Austausch zu bleiben, „um reaktionsfähig zu sein“, falls sich die Situation in bestimmten Regionen verschlechtern sollte, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas. Im Gegenzug versprach sein italienischer Amtskollege, Luigi Di Maio, absolute Transparenz bei den Daten zum aktuellen Infektionsgeschehen.

Das Auswärtige Amt veröffentlicht seit Aufhebung der Reisewarnung zusätzlich tagesaktuelle Hinweise zu den einzelnen Urlaubsländer – somit auch zu Italien – auf seiner Homepage.

Welche Corona-Beschränkungen gelten in Italien?

Da die Corona-Krise noch nicht gebannt ist, gilt in Italien vielerorts nach wie vor eine Mundschutzpflicht. Damit einher geht in der Regel die Vorschrift, Einweghandschuhe zu gebrauchen. Bei Verstößen drohen Geldstrafen. Darüber hinaus gelten in dem Mittelmeerland – wie auch in Deutschland – strenge Abstandsregeln von ein bis zwei Metern.

Italien hat zudem eine bereits freigeschaltete Corona-Warn-App, die eine weitere Verbreitung der Coronaviren verhindern soll. Sie heißt „Immuni“ und kann in allen gängigen App-Stores heruntergeladen werden.

Wie komme ich nach Italien?

Der Flugverkehr ist Angaben des Auswärtigen Amts zwar noch immer eingeschränkt, aber einige Verbindungen mit Lufthansa, Alitalia und Eurowings bestehen bereits wieder. Überdies sind für internationale Flüge vorerst nur die Flughäfen in Rom, Mailand und Neapel geöffnet. Lesen Sie hier: Drosten warnt vor bedenklichen Corona-Zahlen aus Italien

Wer mit dem Auto nach Italien reisen will, kann dies tun, darf bei der Rückreise jedoch keinen Zwischenstopp in Österreich einlegen. Zugfahrten sind aktuell aufgrund des eingeschränkten Bahnverkehrs weder über Österreich noch über die Schweiz nach Italien möglich. Das Fernbusunternehmen Flixbus dagegen will ab dem 18. Juni wieder von Deutschland aus nach Italien fahren.

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Was hat in Italien geöffnet?

Geschäfte, Bars, Restaurants und Museen haben wieder geöffnet, müssen aber strenge Auflagen einhalten. So werden Besucher etwa am Eingang meist dazu aufgefordert, sich die Hände zu desinfizieren. Mit dem Petersdom in Rom empfängt auch einer der größten touristischen Hotspots Italiens wieder Besucher. Auch die Vatikanischen Museen können wieder besichtigt werden.

Zudem haben die Strände wieder geöffnet, jedoch nicht im normalen Betrieb – sondern unter „Corona-Bedingungen“: An allen italienischen Stränden gilt ein Regelkatalog, in dem unter anderem der genaue Abstand zwischen den Sonnenschirmen festgelegt ist. Jeder Schirm muss demnach zehn Quadratmeter Platz um sich haben. Wachen sollen die Einhaltung der Regeln kontrollieren.

(yah)

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