Onlineshopping

So klappt der Kauf von Laufschuh und Fahrrad im Internet

Laufschuhe und Fahrräder online bestellen? Bei geschlossenen Sportgeschäften eine gute Alternative – wenn man wichtige Punkte beachtet.

Fahrradversender wie Brügelmann, Bike24 oder Rose liefern bis an die Haustür. Oft sind Fahrrad-Onlineshops bei Markenrädern etwas günstiger als das Fachgeschäft. Es gibt beim Onlinekauf aber auch Nachteile zu beachten.

Fahrradversender wie Brügelmann, Bike24 oder Rose liefern bis an die Haustür. Oft sind Fahrrad-Onlineshops bei Markenrädern etwas günstiger als das Fachgeschäft. Es gibt beim Onlinekauf aber auch Nachteile zu beachten.

Foto: Stefa Nikolic / iStock

Berlin.  Der innere Schweinehund hat Saisonpause. Jetzt im Frühjahr setzen sich viele Menschen wieder sportliche Ziele. Und gerade in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen ist Sport ein gutes Mittel zum Ausgleich.

Nur: Die Sportgeschäfte haben geschlossen. Onlineshopping ist eine gute Alternative, aber gerade bei Laufschuhen und Fahrrädern keine einfache Angelegenheit.

Laufschuhe online finden: Welches Modell passt zu mir?

Bei der Suche nach passenden Laufschuhen ist die Auswahl an Onlinehändlern beachtlich: Von Anbietern mit reinem Laufsportsortiment über größere Sportartikelshops bis hin zu Modeshops und natürlich große Anbieter wie Amazon und Otto.

Gerade wer unsicher beim Laufschuhkauf ist und sich eher als Einsteiger bezeichnet, für den sind die Onlineshops bekannterer Sportfachhändler eine gute Anlaufstelle. Hier ist das Sortiment an bekannten Marken und Modellen groß und eine gewisse Beratung vorhanden.

Eine Expertenregel vorweg: Design und Farbe sind beim Laufschuhkauf erst einmal unwichtig, zumindest am Anfang. Viel wichtiger ist, das für einen selbst genau passende Modell zu finden. Jeder Läufer benötigt individuell andere Schuhe, das betont jeder seriöse Berater.

Gewicht, Untergrund, Streckenlänge: Das ist wichtig bei der Laufschuhwahl

Laufschuhe, an denen man lange Spaß hat, sollten zu den eigenen Bedürfnissen passen. Diese hängen von einer Reihe an Faktoren ab: Das eigene Gewicht und Fitnesslevel spielt ebenso eine Rolle wie die Frage, auf welchem Untergrund man hauptsächlich trainieren wird (etwa Asphalt, Waldboden oder Laufband) und für welche Streckenlänge sie sich eignen. Der Anfänger auf der Fünf-Kilometer-Runde hat andere Anforderungen als der Marathonläufer.

Maßgeblich sind außerdem orthopädische Voraussetzungen: Wie ist mein Abrollverhalten? Bin ich ein sogenannter Neutralläufer oder neige ich dazu, beim Abrollen leicht nach innen („Überpronierer“) oder nach außen („Supinierer“) abzuknicken? Alle drei Ausprägungen sind kein Grund zur Sorge, sondern sehr verbreitet. Habe ich darüber hinaus mir bekannte Fußfehlstellungen?

Ignorieren Hobbysportler diese Fragen beim Laufschuhkauf, bleibt nicht nur der Spaß auf der Strecke, es drohen auf Dauer auch Fehlbelastungen, Schmerzen und das Verletzungsrisiko steigt, warnen Sportmediziner.

Laufschuh-Beratung direkt im Onlineshop: So läuft es ab

Im Sportgeschäft wird der Verkäufer all das abklären und wo möglich den Einsteiger zur Analyse aufs Laufband stellen. Doch auch seriöse Sportfachhändler im Internet berücksichtigen die genannten Fragen und helfen mit einer Online-Laufschuhberatung direkt auf der Shopseite.

Der Laufartikelhändler Runnerspoint etwa führt Käufer interaktiv mithilfe mehrerer Fragen durch die Beratung. Neben Geschlecht und Gewicht werden auch der Fußtyp und die Beinachsen ermittelt. Kurze Anleitungsvideos helfen bei der Bestimmung. Am Ende kommen jedoch immer noch mehrere Dutzend empfohlene Modelle heraus.

Die Sportartikelkette Sportscheck gibt Käufern eine Reihe an Filtern an die Hand, um die Modellauswahl einzugrenzen. Ein längerer Ratgeber in Textform soll hier den kompetenten Verkäufer ersetzen. Mehr zur Passform und dem optimalen Einsatzzweck des einzelnen Laufschuhs erfahren Käufer auf der Produktseite.

Fazit: Der Online-Schuhkauf ersetzt sicher nicht den Gang ins Fachgeschäft inklusive Gespräch und Laufanalyse – das gilt gerade für komplette Einsteiger. Dafür kann man die gelieferten Schuhe in der Regel bei trockenem Wetter Probe laufen und bei Nichtgefallen zurücksenden. Erfahrenere Läufer, die ihre Vorlieben kennen, dürften mit dem Onlinekauf gut fahren. Sparen kann zudem, wer auf Vorjahresmodelle achtet, diese sind oft 30 bis 50 Prozent günstiger.

Das Fahrrad im Netz bestellen: Viele Anbieter zur Auswahl

Wer sich im Frühjahr lieber auf zwei Rädern sportlich austoben möchte, aber derzeit ohne Fahrradgeschäft dasteht, der kann neben Laufschuhen auch gleich sein neues Fahrrad aus dem Onlineshop liefern lassen. Doch auch hier gibt es Vor- und Nachteile: Seriöse Fahrradhändler mit großem Sortiment, gutem Service und Ratgeberbereich gibt es im Internet seit Jahren.

Über zahlreiche Filter bestimmt man erst den den Typ, vom Trekkingrad übers Rennrad bis zum E-Bike, und sondiert anschließend passende Modelle.

Versanddauer beim Bike: meist eine Woche - je nach Verfügbarkeit

Wichtig ist es, die passende Rahmenhöhe zu ermitteln. Hierfür geben die Händler hilfreiche Tipps für die Messung anhand der Schrittlänge. Die voraussichtliche Versanddauer wird im Bestellprozess angezeigt und hängt stark davon ab, ob das Wunschmodell auf Lager ist. In den meisten Fällen werden die Räder innerhalb einer Woche geliefert, zeigen Testberichte.

Derzeit beteuern die Shops auf ihren Seiten, trotz der aktuellen Einschränkungen noch problemlos liefern zu können. Auch kontaktlose Lieferung ist demnach auf Wunsch möglich.

Im Vergleich zum Fachgeschäft um die Ecke punkten Onlineversender mit einer deutlich größeren Auswahl. Laien finden im Ratgeberbereich Antworten auf die wichtigsten Fragen oder können den Telefonservice nutzen. Preislich sind Onlinehändler bei Markenrädern häufig günstiger.

Fahrrad geliefert, und dann? Ein paar Kenntnisse braucht es

Wer sein Rad im Internet bestellt, sollte aber ein Mindestmaß an technischen Fertigkeiten mitbringen, um Pedale zu montieren und Lenker sowie Steuersatz einzustellen. Manche Werkstätten lehnen zudem die Reparatur von Rädern aus den Versandhandel ab

Wer eine eingehende Beratung beim Radkauf braucht, ist im stationären Fachhandel besser aufgehoben. Hier braucht es jetzt nur ein bisschen Geduld.

Sicher einkaufen im Netz: Diese Regeln sollten Onlineshopper beachten

  • Anders als beim Kauf im Geschäft haben Kunden in Onlineshops ein 14-tägiges gesetzliches Widerrufsrecht. In dieser Zeit lassen sich auch Artikel wie Laufschuhe oder Fahrräder ohne Angabe von Gründen zurücksenden.
  • Aber Achtung: Nicht in allen Shops ist der Rückversand für Kunden kostenlos. Wer die Retourekosten zu übernehmen hat, steht in den Versandbedingungen des Shops oder in den AGB.
  • Beim Internetkauf sollten Verbraucher auf seriöse Onlineshops achten. Laut Stiftung Warentest weisen diese in der Regel ein vollständiges Impressum samt Kontaktadresse auf.
  • Außerdem bieten seriöse Händler mehrere Bezahlmethoden an. Von Vorkasse wird abgeraten. Besser ist der Kauf auf Rechnung oder aber per Paypal.
  • Zudem kann es helfen, bei Google nach dem Shopnamen zu suchen und Bewertungen anderer Käufer zu lesen. Eines der anerkannten Gütesiegel für Onlineshops ist „Trusted Shops“.

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