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Coronavirus: So funktioniert der neue Schnelltest von Bosch

Bosch stellt einen Schnelltest für das neuartige Coronavirus vor. Zugelassen ist das System aber noch nicht. Wie funktioniert der Test?

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Berlin.  Ein Abstrich aus dem Rachen und nicht einmal zweieinhalb Stunden später steht fest: jemand ist mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert oder nicht. Das verspricht das Technologieunternehmen Bosch, das am Donnerstag einen Schnelltest auf den Erreger vorgestellt hat, der derzeit die Welt lahmlegt.

Nach Angaben des Unternehmens liegt dem Test das gleiche Verfahren zugrunde, das auch aktuell in den Labors angewendet wird, um Menschen auf das Corona-Virus zu testen. Man spricht von sogenannten PCR-Tests, die seit Jahren in der Virusdiagnostik angewendet werden und bei dem kleine Teile des Virus-Erbguts vermehrt werden, um die Viruslast in der Patientenprobe zu bestimmen.

Coronavirus: Schnelltest von Bosch funktioniert am Ort der Probennahme

Im Unterschied zu einer Analyse im Labor, kann der von Bosch vorgestellte Test direkt am Ort der Probennahme durchgeführt werden. „Transportwege entfallen damit“, sagt Bosch-Sprecherin Annett Fischer. Außerdem sei kein geschultes Personal notwendig.

Das Prinzip ist einfach: Eine Kartusche mit dem Probenmaterial wird in ein Analysegerät geschoben, das Ergebnis wird dann nach etwa zweieinhalb Stunden digital angezeigt. „Die Kartusche kann man sich vorstellen wie ein dickes Smartphone“, sagt Fischer. Das Analysegerät habe die Größe einer Kaffeemaschine. Neben Sars-CoV-2 kann der Test laut Bosch gleichzeitig neun weitere Atemwegserkrankungen wie die Grippe erkennen.

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Coronavirus-Schnelltest: Kartusche kostet mehr als ein Labortest

In der Vergangenheit hätten sich solche Kartuschen-Systeme schon bewährt, sagt Professor Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. „Bei dem Ebola-Ausbruch 2014 haben wir diese Geräte überall eingesetzt“, sagt der Virologe. Am Ende sei es auch eine Kostenfrage, denn eine Kartusche koste mehr als ein Labortest.

Nach Angaben von Bosch bewegt sich der Preis für eine Kartusche, die pro Patient gebraucht wird, im „etwas höheren zweistelligen Bereich“. „Im Labor liegt der Preis circa bei fünf Euro“, sagt Schmidt-Chanasit.

Wie genau der Coronavirus-Schnelltest ist, lässt sich derzeit nicht sagen

Der Vorteil bei Kartuschen-Systemen sei in der Tat die Zeit, so der Virologe. Denn im Labor warte man immer bis man eine bestimmte Zahl an Patientenproben beisammen habe, „erst dann wird getestet“. Wie genau der neue Test arbeitet, lässt sich derzeit aber schwer sagen.

Bosch gibt zwar an, der Test habe in diversen Labortests Ergebnisse mit einer Genauigkeit von über 95 Prozent geliefert. Was das genau heißt, bleibt aber unklar. Auch die Frage, wie oft das System falsch-positive oder falsch-negative Ergebnisse anzeigt, kann das Unternehmen nicht beantworten.

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Ein Schnelltest aus den USA braucht nur 45 Minuten

Der Test von Bosch ist nicht der einzige seiner Art auf dem Markt. In den USA hat die zuständige Behörde FDA den Weg für einen Test des Unternehmens Cepheid freigemacht. Dieser liefert den Angaben zufolge bereits nach 45 Minuten ein Ergebnis.

Damit ist der Test nicht nur schneller, er ist der Konkurrenz in Deutschland noch in einem weiteren Punkt voraus: Noch fehlt Bosch die sogenannte CE-Kennzeichnung für seine neuen Kartuschen. Diese Kennzeichnung tragen Medizinprodukte, die auf dem europäischen Markt zugelassen werden. „Wir arbeiten derzeit an der Zulassung und sind zuversichtlich, dass wir die Geräte ab April verkaufen können“, sagt Bosch-Sprecherin Fischer.

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