Arbeitsunfähigkeit

Coronavirus: Fünf Fakten zur telefonischen Krankschreibung

Seit Montag dürfen Ärzte Patienten bei Erkältung auch nach telefonischer Anamnese krank schreiben. Was man zur neuen Regel wissen muss.

Wegen Coronavirus: Krankschreibung per Telefon

Den gelben Schein für den Chef gibt es jetzt nach Telefonanruf per Post. Diese neue Kurzzeit-Regel soll Ärzte entlasten und Kranke mit Angst vor dem Coronavirus aus den Wartezimmern fern halten.

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Berlin.  Krankschreibung per Telefon – das ist aufgrund der aktuellen Situation rund um das neuartige Coronavirus nun möglich. Seit Montag müssen Arbeitnehmer mit Erkältung nicht mehr extra in eine Arztpraxis kommen, um sich die Arbeitsunfähigkeit attestieren zu lassen, wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) gemeinsam mit dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen entschieden hat. Alles, was man zu dieser Ausnahmeregelung wissen muss:

Krankschreibung am Telefon: Für wen gilt die Regelung?

Arbeitnehmer, die an einer leichten Atemwegserkrankung leiden – also etwa an einer Erkältung oder einem grippalen Infekt –, brauchen nicht vom Arzt persönlich untersucht zu werden. Sie können sich nach telefonischer Rücksprache mit einem Arzt krankschreiben lassen.

Nach der telefonischen Anamnese sendet der Arzt dem Patienten die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) per Post zu.

AU-Bescheinigung per Telefon: Wer ist von der Regel ausgenommen?

Zeigt ein Patient schwere Symptome, ist er von der neuen Regel ausgenommen. Auch, wer in den 14 Tagen vor seiner Erkrankung Kontakt zu einer Person hatte, bei der das neue Coronavirus nachgewiesen wurde, oder wer sich in einem Gebiet mit Covid-19-Fällen aufgehalten hat, fällt aus dem Raster.

Coronavirus: Symptome und Übertragungswege
Coronavirus- Symptome und Übertragungswege

Im Grunde fallen darunter alle Menschen, die Kriterien des Robert-Koch-Instituts (RKI) für einen Verdacht auf eine Infektion mit Covid-19 erfüllen. All diese Personen sollten weiterhin durch die vorgesehenen Stellen getestet werden, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Lesen Sie hier: Verdacht auf Covid-19 – wie soll ich mich verhalten?

Für wie lange kann die telefonische AU ausgestellt werden?

Ein Arzt kann den „gelben Schein“ telefonisch für maximal sieben Tage ausstellen. Sollte der Patient auch danach weiter Symptome zeigen, muss er sich doch in der Praxis vorstellen.

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Warum haben KBV und GKV-Spitzenverband die neue Regelung eingeführt?

Die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung soll sowohl Ärzte als auch Patienten entlasten. Auf der einen Seite gehen die Gesundheitsexperten so auf die Sorge der Patienten ein, sich womöglich erst beim Arztbesuch im Wartezimmer mit dem Coronavirus zu infizieren. Auf der anderen Seite steht das Ziel, Arztpraxen zu entlasten.

„Gleichzeitig soll das Risiko für eine vermeidbare Ausbreitung von Infektionskrankheiten der oberen Atemwege über die Wartezimmer der Arztpraxen reduziert werden“, wird der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende, Dr. Stephan Hofmeister, in einer Mitteilung zitiert.

Wie lange gilt die Ausnahmeregelung?

Die Sonderregelung zur AU-Bescheinigung per Telefon gilt ab dem 9. März zunächst für vier Wochen, also bis Sonntag, 5. April. Sie könne laut KBV-Mitteilung verlängert werden, falls die Ausnahmesituation fortbestehe. (mit dpa)