Lungenkrankheit

Coronavirus: So gut schützen Mundschutz und Atemmasken

Das Coronavirus breitet sich in China immer weiter aus. Viele Menschen tragen Atemschutzmasken. Doch wie sinnvoll sind sie als Schutz?

Helfen Atemschutzmasken gegen das Coronavirus?

Das Coronavirus verbreitet sich weltweit. Viele Bürger kaufen Atemschutzmasken – aber was bringen Schutzmasken gegen Viren?

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Berlin. 
  • Immer mehr Menschen erkranken am Coronavirus – als Reaktion kaufen sich viele Menschen Atemschutzmasken als Schutzmaßnahme
  • In China herrscht bereits Knappheit, aber auch in Deutschland vermelden Apotheken eine deutlich stärkere Nachfrage
  • Aber ist das überhaupt sinnvoll – schützen die handelsüblichen Atemschutzmasken wirklich?
  • Wir beantworten alle Fragen zu Modellen, richtiger Handhabung und Nutzen

Das Coronavirus wurde erstmals auch in Deutschland nachgewiesen, im Ursprungsland China sind bereits viele Millionen Menschen isoliert. In der Bundesrepublik wächst die Verunsicherung. Das zeigt sich auch in steigenden Verkaufszahlen von Atemschutzmasken.

Doch helfen Masken beim Schutz gegen das Virus? In vielen Apotheken in Deutschland steigt laut der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände die Nachfrage nach Atemmasken. Die Masken würden jedoch im Falle des Falles nur begrenzt dabei helfen, sich vor einer Ansteckung zu schützen.

Mundschutz gegen Coronavirus: Was bringt es?

Das bestätigt Marylyn Addo, Professorin vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE): „Wenn die Masken nicht richtig angewendet werden, können sie mehr schaden, als helfen.“ Denn die Menschen würden sich dann in falscher Sicherheit wiegen und zum Beispiel die Händehygiene vernachlässigen. Anders verhält es sich in den Ausbruchsgebieten, dort sollte man eine Mund-Nase-Schutzmaske im öffentlichen Raum tragen.

Atemschutzmasken: So gut schützen die Masken vor dem Coronavirus

Apotheken verzeichnen derzeit dennoch einen wahren Run auf die Masken. Egal ob in München, Hamburg oder Berlin – viele Medien berichten davon, dass es den Geschäften vor Ort kaum noch oder gar keine Atemmasken mehr gibt. Auch in der Schweiz seien sie vielerorts ausverkauft.

Der Mannheimer Großhändler Phoenix erklärte demnach, er habe schon Ware nachordern müssen, viele Apotheken würden bereits eine steigende Nachfrage verzeichnen.

Mundschutz oft nicht ausreichend

Dass einfache, handelsübliche Atemmasken einen guten Schutz vor dem Virus bieten, wird von Experten angezweifelt. Im Zuge der Sars-Epidemie 2002/2003 hätten einige Studien für sogenannte FFP3-Masken einen schützenden Effekt nahelegen wollen, sagt Virusforscher Christian Drosten von der Charité in Berlin. Diese Karte zeigt die Ausbreitung des Coronavirus auf der Welt.

„Das waren aber keine normalen Masken, wie man sie in Asien auf der Straße sieht oder bei uns im OP, sondern spezielle Feinpartikelmasken.“ Mit solchen Masken könne man im Alltag nicht lange herumlaufen. „Wogegen die normalen Masken schützen, ist vielleicht der häufige Griff an Mund und Nase – also die Schmierinfektion.“

Von der WHO hieß es dazu, die Masken würden nicht als Vorbeugung für Gesunde empfohlen, sondern für Patienten und Leute, die sich möglicherweise angesteckt haben, damit sie das Virus nicht verbreiten.

Atemschutzmasken dringend benötigt

Die Firma Kloepfel in Düsseldorf fahndet bereits rund um den Globus nach Herstellern und Großhändlern, die noch Masken liefern können. Gesucht würden einfache Masken und solche, die in Operationssälen zum Einsatz kommen, sagte Projektmananger Patrick Esselborn am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Menge: mehrere 10.000 Stück.

Beauftragt wurde Kloepfel zunächst von einem Kunden in China, ein Unternehmen, das Masken an seine Mitarbeiter verteilen will. Andere Firmen kamen dazu. „Aber der Markt ist schon so gut wie leergefegt“, berichtete Esselborn. Unternehmen in China orderten die Masken weltweit bereits gegen Vorkasse. Die Preise seien „schon um 20 bis 30 Prozent gestiegen“, sagte Esselborn.

Mit der weiter wachsenden Nachfrage steige auch der Preis weiter an. Kloepfel arbeitet für meist mittelständische Unternehmen etwa bei Lieferengpässen oder um den Einkauf zu optimieren. Das Unternehmen hat über 250 Mitarbeiter und weltweit Büros. „Wir haben ganz andere Kapazitäten für eine Suche als eine einzelne Firma“, erklärte Esselborn die Aufträge zur Fahndung nach Atemschutzmasken.

Atemschutzmasken in drei Kategorien unterteilt

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat ein umfassendes Papier zum Thema Atemschutzmasken erarbeitet.

In diesem werden auch die verschiedenen FFP-Klassen erklärt, es gibt insgesamt drei – alle sind zumindest wirksamer als die handelsüblichen Standard-Mundschutzmasken. Je höher die Klasse, umso höher die Schutzwirkung. Klassifiziert wird nach der Leckage, also der Durchlässigkeit. Bei FFP1 darf diese maximal 22 Prozent betragen, bei FFP3 nur noch zwei Prozent.

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Die Hersteller müssen dabei eine DIN-Norm erfüllen. „FFP-Masken sind Einmalartikel und müssen aus hygienischen Gründen nach der Benutzung korrekt entsorgt werden“, heißt es in dem Merkblatt des Landesamtes.

  • Einfache Masken können gegen Schmierinfektion helfen
  • Empfohlen werden Masken für Menschen, die sich bereits angesteckt haben
  • Spezielle Feinpartikelmasken bieten einen höheren Schutz

Übertragung wohl über Tröpfcheninfektion

Angenommen wird, dass das Coronavirus durch Tröpfcheninfektion etwa beim Husten übertragen wird. „Eine Ansteckung über kontaminierte Gegenstände gibt es eher nicht“, sagte Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM).

Vermutet wird demnach derzeit, dass das Virus sich vor allem in den unteren Lungenbereichen ansiedelt und weniger ausgeprägt in den oberen Atemwegen. Das würde ein geringeres Ansteckungspotenzial bedeuten, da der es von Lunge zu Lunge weiter ist als etwa von Nase zu Nase. Diese Symptome treten bei einer Infektion mit dem Coronavirus auf.

(dpa/bekö/msb)