Finanzen

Was man bei Kreditkarten mit Ratenoption beachten sollte

Das Revolving-Prinzip bei Kreditkarten kann Verbraucher viel Geld kosten. Doch es gibt auch Vorteile – wir zeigen, welche das sind.

Kreditkarten bieten ihren Nutzern verschiedene Kredit-Optionen. Wer Revolving-Karten nutzt, sollte sich vorher gut informieren.

Kreditkarten bieten ihren Nutzern verschiedene Kredit-Optionen. Wer Revolving-Karten nutzt, sollte sich vorher gut informieren.

Foto: imago stock&people / imago/Westend61

Berlin. Wer mit einer Kreditkarte zahlt, bekommt einen kostenlosen Kredit. Denn nur einmal im Monat wird alles, was mit der Karte bezahlt wurde, auf einmal vom Girokonto abgebucht. Eigentlich.

Denn es gibt auch Kreditkarten, die anders funktionieren: Die Bank bucht dabei nur einen Teil der Schulden vom Girokonto ab. Klingt gut, kann aber eine üble Falle sein – denn der Rest wird von nun an verzinst. Und das sehr teuer: schnell mal um die 18 Prozent. Ein Vermögen in den aktuellen Nullzinszeiten, in denen man für ein Guthaben kaum irgendwo auch nur ein Prozent Zinsen bekommt.

Kreditkarte statt Dispo

Es gibt verschiedene Namen für dieses Prinzip, das man schon von klassischen Kreditkarten aus den USA kennt: Revolving-Kreditkarte, Kreditkarte mit Ratenoption oder Teilzahlungsfunktion. Die Kreditkarte von Amazon zählt beispielsweise dazu. Ein anderes Beispiel ist die Barclaycard, die schon seit vielen Jahren in Deutschland auch ohne dazugehöriges Girokonto zu haben ist.

Vielen fällt im ersten Moment gar nicht auf, dass sie mit solchen Kreditkarten Schulden anhäufen. Während in anderen Ländern die Kreditkarte den Dispo ersetzt, gibt es in Deutschland viel weniger Menschen, die ihre Kreditkarte nutzen, wenn sie knapp bei Kasse sind. Im Zweifel wird hierzulande eben das Girokonto überzogen.

Deswegen sind in Deutschland auch die Debitkarten-Varianten von Visa und Mastercard weit verbreitet, die im Prinzip genau wie eine EC-Karte funktionieren und den Zahlbetrag direkt vom Girokonto abbuchen. Umso leichter tappen arglose Kunden in die Revolving-Falle.

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Es gibt gute Kreditkarten mit Revolving

Trotz der Zinsfalle kann das Revolving-Prinzip auch Vorzüge haben: Wer für kurze Zeit einen finanziellen Engpass hat, kriegt unproblematisch einen Kredit, wenn auch deutlich teurer als beim Dispo. Vor allem aber eignen sich einige dieser Karten gut für Reisen.

Denn die Banken setzen im Gegenzug zu den teuren Zinsen andere Gebühren niedrig an. So können Kunden damit weltweit kostenlos Geld abheben oder ohne Gebühren in einer fremden Währung zahlen. Wer so eine Revolving-Karte also diszipliniert nutzt, kann damit sogar Geld sparen.

Welche Karten dafür infrage kommen, hat der Verbraucherratgeber Finanztip erst kürzlich wieder untersucht. Und ist dabei auf gute Angebote gestoßen. In der Finanztip-Analyse stachen drei Kreditkarten mit Teilzahlungsfunktion heraus: Alle drei sind abgesehen von den verzinsten Ratenzahlungen in der Benutzung kostenlos. Auch zum Beispiel beim Zahlen in Fremdwährung, was oft ein Kostenfaktor bei Kreditkarten im Urlaub ist.

Außerdem ließ sich bei diesen dreien die Revolving-Funktion so zähmen, dass Kunden nicht aus Versehen in die Miesen geraten: Dazu gehören die Genialcard der Hanseatic Bank, die Barclaycard Visa und die Payback Visa Flex.

Kreditkarte mit Ratenoption: Konditionen beim Antrag prüfen

Revolving-Kreditkarten haben eine Voreinstellung. In aller Regel steht die auf Teilzahlung. Bei der Amazon Visa zum Beispiel, einer recht verbreiteten Karte, steht die Funktion beim Antrag auf fünf Prozent. Das bedeutet: Kunden nehmen automatisch einen Kredit über 95 Prozent aller mit der Karte bezahlten Beträge auf – ob sie den Kredit nun brauchen oder nicht. Entscheidend für eine Revolving-Karte ist also, ob Kunden die Teilzahlung auf Wunsch auch unterbinden können.

Das Revolving abschalten

Einige Banken bieten an, auf automatischen Volleinzug umzustellen. Das ist die beste Variante. Dadurch wird die Karte zu einer ganz normalen Kreditkarte. Bei der Finanztip-Empfehlung Genialcard von der Hanseatic Bank geht die Umstellung einfach: Kunden können über die App, das Onlinebanking oder telefonisch auf den vollständigen Bankeinzug umsteigen. Auch bei der Payback Visa Flex kann man auf Volleinzug umstellen, Kunden müssen dafür aber zum Telefonhörer greifen.

Jede Bank handhabt das etwas anders: Manchmal können Kunden die Volltilgung sogar schon beim Antrag auswählen; oft ist die Option aber gut versteckt. Auch bei Amazon klappt das Umstellen auf Vollzahlung beim Beantragen der Karte, aber nicht jeder Kunde bemerkt das.

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Die Rechnung pünktlich begleichen

Wenn die Karte keine Vollzahlung anbietet, dann kommt es darauf an, dass man die Kreditkartenrechnung stets pünktlich begleicht. Manche Banken bieten dafür Hilfsmittel: Bei der Barclaycard werden Kunden zum Beispiel per Mail informiert, wie ihr Kreditrahmen aussieht und wie viel sie der Bank gerade schulden.

In der App kann die gesamte Summe mit wenigen Klicks über einen einmaligen Soforteinzug beglichen werden. Die Experten von Finanztip fanden das so einfach, dass sie auch die Barclaycard zur Empfehlung machten.

Wer keine Erinnerung von der Bank erhält, kann sich behelfen und einfach ein paar Tage vor dem Buchungstermin eine Erinnerung am Handykalender einstellen. So wird die Frist nicht so leicht verpasst. Disziplin erfordert es trotzdem.

• Dieser Beitrag erscheint in einer Kooperation mit finanztip.de. Finanztip ist gemeinnützig und hilft Verbrauchern bei den täglichen Finanzentscheidungen.