Beziehung

Wichtiges Date? Warum der erste Eindruck entscheidend ist

Warum ein Spruch, ein Blick alle Hoffnungen zerstören kann: Der erste Eindruck ist beim Date oft endgültig – aber nicht immer richtig.

Im Film „50 First Dates“ mit Drew Barrymore und Adam Sandler spielt das erste Kennenlernen eine entscheidende Rolle.

Im Film „50 First Dates“ mit Drew Barrymore und Adam Sandler spielt das erste Kennenlernen eine entscheidende Rolle.

Foto: dpa Picture-Alliance / ©Columbia Pictures/Courtesy Ever / picture alliance / Everett Colle

Bochum.  Mann, groß, mittelalt, gut sitzendes Hemd, attraktiv. In Sekunden checken wir unser Gegenüber – und stecken ihn in eine gedankliche Schublade. Und da kommt er nicht so leicht wieder heraus.

„Der erste Eindruck ist häufig erstaunlich zuverlässig“, sagt Beate Krickel. „Aber mindestens genauso oft führt er zu Fehleinschätzungen“, so die Philosophin, die an der Ruhr-Uni Bochum zu Vorurteilen forscht. Diese Vorurteile werden unbewusst und rasant abgerufen, wenn wir das erste Mal einem Menschen begegnen.

Wir rufen schnell Vorurteile ab

Der anfangs beschriebene Mann hat noch Glück gehabt: Wir sind ihm wohlgesonnen – und unterstellen ihm noch mehr Gutes: „Das ist der Heiligenschein-Effekt. Wenn wir den ersten Eindruck positiv bewerten, mit gutem Aussehen, Attraktivität, dann neigen wir dazu, dieser Person auch andere gute Eigenschaften zuzuschreiben, dass sie zum Beispiel intelligent ist“, so Krickel. Das funktioniert auch umgekehrt: Wenn wir jemanden negativ beurteilen, dichten wir ihm mehr Negatives an.

Dazu kommt, dass wir einen einmal gewonnen Eindruck für absolut wahr halten und späteres Verhalten so interpretieren, dass es zu diesem ersten Eindruck passt: Eine Person wirkt kompetent, sagt aber etwas Dummes? Jeder hat mal einen schlechten Tag! Eine Person erscheint uns wenig schlau und sagt etwas Dummes? Typisch! Krickel: „Jemand, den ich mag, kann viel schlimmere Dinge tun, bis ich sage: ,Ich mag ihn nicht mehr’, als jemand, den ich ohnehin schon nicht sehr gut leiden kann.“

Die Menschen ändern ihre Meinung nicht so schnell

„Die Menschen neigen dazu, den ersten Eindruck zu überschätzen.“ Er lässt sich nur schwer abändern, so Krickel, die auch aus eigener Erfahrung spricht: „Ich bin 35 und werde in der Regel für Anfang 20 gehalten.“ Jung sein wird verbunden mit: wenig kompetent. Wenn die Menschen jedoch erfahren, welchen Lebenslauf die Wissenschaftlerin vorzuweisen hat, sind sie erstaunt. „Die Personen neigen dazu, mich für ein Wunderkind zu halten.“ Also ein Mensch, der früher als üblich sein Abi gemacht hat. Dabei wäre es wahrscheinlicher, dass schlicht der erste Eindruck falsch war. Aber dieses einmal gezeichnete Bild – „Sie ist jung“ – scheint so stabil zu sein, dass man sich eher abwegige Erklärungen sucht anstatt den ersten Eindruck zu überdenken.

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Also wer beim ersten Eindruck verloren hat, kommt nie wieder aus der Schublade heraus? Doch, so Krickel, denn die Psychologie kennt verschiedene Denktypen. Neben den impulsiven Menschen gibt es auch den Typ „Sherlock Holmes“, der hinterfragt: Entspricht mein erster Eindruck der Wahrheit?