Bahnfahrten

Deutsche Bahn – Sieben Tipps für das Zugreisen mit Kind

Eine Bahnfahrt mit Kindern verlangt Eltern oft viel ab. Wir verraten, mit welchen Tipps es gelingt – und alle auf ihre Kosten kommen.

Eine Zugreise mit dem Kind kann den Eltern viel abverlangen. Wir geben Tipps,. wie die Fahrt möglichst glimpflich verläuft.

Eine Zugreise mit dem Kind kann den Eltern viel abverlangen. Wir geben Tipps,. wie die Fahrt möglichst glimpflich verläuft.

Foto: imago

Berlin. Hunger? Windel voll? Lieblingsspielzeug nicht dabei? Bei Bahn-Reisen mit kleinen Kindern kann der Nachwuchs schnell in den Quengel-Modus schalten.

Karl-Peter Naumann von Fahrgastverband Pro Bahn kennt sich aus mit dem Zugfahren mit den eigenen Kindern, nicht zuletzt aus eigener Erfahrung. Er hat unserer Redaktion einige Tipps gegeben, die zugfahrende Familien – nicht nur bei der Deutschen Bahn – beachten sollten, um reibungslos zu reisen.

1. Reisen mit der Deutschen Bahn: Früh für die ganze Familie reservieren

Wie für andere Bahn-Kunden gilt für reisende Eltern samt Anhang noch mehr: Eine Reservierung erleichtert die Reise. Speziell mit Säuglingen sollten Vater und Mutter am besten Plätze im speziellen Kleinkinderabteil reservieren. „Dort gibt es zum Beispiel auch Milchglasscheiben, hinter denen Mütter stillen können“, erklärt Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband Pro Bahn.

Außerdem verfügen sie über eine Steckdosen mit Kindersicherung, an denen Eltern zum Beispiel Flaschenwärmer anschließen können.

Auf Rollstuhl-Toiletten können Eltern Babys auf Klapptischen wickeln. „Benutzte Windeln sollten dann aber auf keinen Fall in das Klo geworfen werden, sondern in den Mülleimer“, so Naumann. Für größere Familien kann auch – zumindest im ICE 1 oder 3 – ein eigenes Abteil infrage kommen. Die Bahn bietet spezielle Familienreservierungen an. Sie kosten für fünf Personen in der 2. Klasse insgesamt neun Euro.

Eine Online-Reservierung von Plätzen in dem „Baby-Abteil“ ist möglich, wenn der Nutzer unter der Rubrik „Reisende“ mindestens ein Kind von 0 bis 5 Jahre angibt. Als nächstes kann man die Option „Kleinkindabteil“ anhaken.

2. An spezielles Equipment denken

Eltern sollten alles einpacken, was den Kleinen Spaß macht, rät Karl-Peter Naumann, der selbst ungezählte Fahrten mit seinen Kindern unternommen hat und sich mit dem Thema beim Fahrgastverband auseinandersetzt.

Wer in der Eile den Lieblingshasen oder das geliebte Feuerwehr-Modellauto vergessen hat, dem rät der Bahn-Experte ins Bord-Restaurant zu gehen. „Für alle Kinder gibt es im Fernverkehr im Bistro einen kostenlosen Spielzug („Der kleine ICE“, „Benny Güterzug“ u.a.).

3. Für Kinder über 5 Jahre – das Familienabteil

Grundsätzlich gilt, egal ob mit Baby oder Kindergartenkind: Eltern können in allen Klassen und Bereichen der Bahn reservieren. Auch im Ruheabteil, bloß dürfte das mit einem kleinen Schreihals im Gepäck nicht gerade auf Gegenliebe bei den Mitfahrern stoßen.

Eltern mit Kinder über 5 Jahren und bis ins Grundschulalter sollten im Familienbereich Plätze buchen. Die Idee: Familien müssen sich hier keine Sorgen machen, dass sie von anderen Reisenden um Ruhe gebeten werden. Der Bereich ist meiner blauen Banderole gekennzeichnet und befindet sich immer in der 2. Klasse.

Die Reservierung erfolgt online ähnlich wie für das Kleinkindabteil – bloß dass der Kunde ein Kind zwischen 0 bis 14 angeben kann und dann auswählen kann.

4. Bei viel Gepäck – Koffer verschicken

„Ratsam ist es bei viel Gepäck, einen Teil davon zum Zielort vorzuschicken“, sagt Naumann. Es gibt einen DB Gepäckservice, hier arbeitet die Bahn mit Hermes zusammen: Der Von-Haus-zu-Haus-Service kostet beispielsweise pro Koffer innerhalb Deutschlands und auch ins Ausland 17,90 Euro (ab 2 Werktagen Versanddauer).

Außerdem gibt es noch den „Premium Overnight“-Service, bei dem ein Gepäckstück für 27,80 Euro innerhalb eines einzigen Werktags verschickt wird. „Wenn es ans Meer geht, kann zum Beispiel ein Koffer mit Strandspielzeug oder anderen Spielsachen sinnvoll sein“, so Naumann.

„Alternativ kann man seinen Koffer auch mit der Post versenden. Für Spielzeug kann man auch einen normalen Paketkarton verwenden, den man dann allerdings zum Rücksenden aufheben muss“, erklärt der Bahn-Fachmann.

5. Der Nachtzug kann ein Abenteuer sein

Zwar betreibt die Deutsche Bahn selbst keine Nachtzüge mehr. Dafür rollen die Waggons der Österreichischen Bundesbahnen (OBB) auch hierzulande über die Schienen. „Eine Fahrt damit kostet zwar deutlich mehr“, sagt Pro-Bahn-Sprecher Naumann. „Dafür hat man dann aber als Eltern seine Ruhe und für Kinder ist die Nachtfahrt natürlich ein großes Abenteuer.“

6. Vorsicht auf den Bahnsteigen

Eigentlich ein Tipp, der selbstverständlich sein sollte, den Bahn-Experte Naumann aber trotzdem noch einmal betont: „Kleine Kinder sollten von Eltern auf den Bahnhöfen natürlich jederzeit an der Hand gehalten werden.“

Auf großen Bahnhöfen herrsche Gedrängel, so dass die Kinder verloren gehen könnten. Auf kleineren Bahnhöfen ist vor allem gefährlich, dass immer wieder Züge mit hohem Tempo durchrasen.

7. Kinder bekommen viele Rabatte

Der wohl wichtigste Spartipp überhaupt für Reisende mit Kinder: Solange der Nachwuchs jünger als 15 Jahre ist, fährt er umsonst mit. Allerdings müssen sie von 6 bis 14 Jahren beim Kauf des Eltern- oder Großelternteil eingetragen werden. „Ein Haken bei der kostenlosen Mitnahme ist allerdings, dass sie nicht gilt, wenn Unter-15-Jährige in Begleitung von volljährigen Geschwistern reisen“, erklärt Naumann.

Außerdem gibt es für Jugendliche bis 19 Jahre eine besondere „Jugend BahnCard 25“, rät der Pro-Bahn-Sprecher. „Sie kostet einmalig 10 Euro und bringt einen Rabatt von 25 Prozent auf alle Tickets einschließlich der verschiedenen Sparpreise“, so Naumann. Eine weiterer Spar-Tipp, zu dem Naumann, rät: Kindergerichte im Bord-Restaurant. „Noch günstiger ist es aber natürlich, sich selbst etwas zu Essen mitzubringen.“

Auf längere Sicht dürften Bahntickets insgesamt weniger kosten. Verkehrsminister Scheuer will, die Absenkung der Mehrwertsteuer auf Tickets von 19 auf sieben Prozent senken – und erfährt dafür auch viel Lob. (les)