Gesundheit

Lidl verschenkt Löffel mit Beule: Was Kunden damit sollen

Lidl verschenkt jetzt Teelöffel an Kunden. Die haben eine Beule, sind aber kein Schrott. Was diese Besteckmutation bewirken soll.

Statt Haushaltszucker – das sind fünf Alternativen
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Berlin. Kaum etwas ist bei deutschen Supermarktketten derzeit beliebter als zu betonen, wie grün und gesund man ist. Tüten werden verbannt, Besserung bei der Gemüseverpackung gelobt – und gleichzeitig noch in den Vordergrund gerückt, wie gesund das Angebot ist. Auch Lidl will nicht hinten anstehen und legt beim Thema Zucker los.

Auch das ist keine Premiere: Rewe lässt seit einigen Monaten immer mal wieder Produkte testen, bringt etwa Schokopudding im Dreier-Pack auf den Markt – mit jeweils unterschiedlich hohem Zuckergehalt. Die Kunden sollen dann abstimmen (oder zumindest für sich selbst entscheiden), welcher ihnen am besten schmeckt.

Lidl will Leben verbessern - und gesünder machen

Lidl legte gleich eine ganze „Reduktionsstrategie 2025“ auf. Neuster Schritt dafür, den von vielen Experten verfluchten Industriezucker zu bekämpfen: ein Löffel. Mit Erhebung in der Mitte. Also weniger Fassungsvermögen.

„Der Lidl-Löffel mit einer Erhebung in der Mitte zieht automatisch rund 20 Prozent Zucker ab und ist das Symbol der neuen Lidl-Sensibilisierungskampagne zur Reduktion von Zucker im Alltag“, erklärt das Unternehmen ihren zuerst etwas merkwürdig anmutenden Löffel-Mutanten.

Der Gedanke: 20 Prozent sind gar nicht so viel, der Unterschied nicht so groß, wenn man mit dem neuen Lidl-Löffel statt mit einem herkömmlichen Teelöffel Zucker zum Beispiel in seinen morgendlichen Kaffee oder Tee schüttet. Aber übers Jahr gesehen eben doch eine Menge.

Bereits einige Produkte zuckerreduziert

Das Unternehmen hat sich in seiner Strategie zum Ziel gesetzt, in den Eigenmarken bis 2025 – ausgehend vom Stand 2017 – 20 Prozent weniger Salz und Zucker zu verwenden. Das sei in einigen Produkten bereits gelungen.

  • Im Fruit King Fruchtquark in der Geschmackssorte Banane wurde der Zucker um rund 31 Prozent gesenkt.
  • Im „Milbona“-Erdbeer-Joghurt der Fettstufe 5 Prozent sind bis zu 35 Prozent weniger Zucker.
  • Bei den Frosted Flakes der Eigenmarke „Crownfield“ wurde der Zuckergehalt um rund 29 Prozent reduziert.

Weitere Produkte und Rezepturen würden kontinuierlich überprüft und angepasst, zudem auch auf gesättigte Fettsäuren und die Energiedichte geachtet. Kritiker sagen allerdings, dass viele Produkte, besonders Süßigkeiten, einen so hohen Zuckeranteil haben, dass selbst eine Reduktion sie nicht ansatzweise in die Nähe gesunder Lebensmittel bringen kann. Kinderärzte hatten zuletzt eine Zuckersteuer im Kampf gegen Übergewicht gefordert.

Kunden erhalten Löffel als Beigabe – oder für einen Cent online

Kunden erhalten den Löffel am 24. Oktober ab einem Einkaufswert von 25 Euro kostenlos in jeder Lidl-Filiale, solange der Vorrat reicht. Wer an der Kasse keinen Lidl-Löffel erhalten hat, kann ihn im Lidl-Onlineshop ab dem 10. Oktober zu einem Aktionspreis von 1 Cent bestellen.

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Ab November soll die Kampagne erweitert werden – ab dann sollen beliebte Plätzchenrezepte mit 20 Prozent weniger Zucker für einen bewussteren Genuss in der (Vor)Weihnachtszeit sensibilisieren. Das ist sicher ein guter Ansatz – rein rechnerisch haben deutsche Kinder ihr Zuckerlimit fürs Jahr laut Foodwatch schon im August erreicht.

foodwatch- kinder haben schon zuckerlimit fürs jahr erreicht

Ganz und gar nicht umsonst ist es, die Parkplätze des Discounters zu missbrauchen. Lidl verteilt Strafzettel, Langzeitparker müssen Bußgeld zahlen. Der Unternehmens-Gründer Dieter Schwarz wird 80 – er ist ein mysteriöser Milliardär. Die Lidl-Konkurrenz will sich keine Marktanteile streitig machen lassen. Bei Aldi soll ein neues Filialdesign Frische versprühen und die Kunden begeistern. (ses)