Technik

Apples neues iOS 13 im Test: Das sind die besten Funktionen

Am Donnerstag gibt Apple das neue iPhone-Betriebssystem iOS 13 frei und bietet zahlreiche spannende Verbesserungen. Ein Überblick.

iPhone 11 soll Aufschwung bringen

Noch machen iPhone-Verkäufe die Hälfte des Apple-Umsatzes aus. Doch der Absatz schwächelt, und die Vorbereitungen auf den neuen Mobilfunkstandard 5G ziehen sich hin.

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Berlin. Passend zum Verkaufsstart der neuen iPhones am Freitag veröffentlicht Apple auch die jüngste Version seines mobilen Betriebssystem iOS 13. Das steckt voller neuer Funktionen, von denen auch Besitzer älterer iPhones profitieren.

Allerdings werden nur Modelle unterstützt, die maximal vier Jahre alt sind. Das heißt iPhone 6s und iPhone SE können noch upgraden, iPhone 6 und älter lassen sich hingegen nicht mehr auf iOS 13 aktualisieren. Übrigens: Die Variante für das iPad heißt ab sofort übrigens iPadOS – und kommt etwas später, am 30. September.

Wir haben eine Vorabversion von iOS 13 in den vergangenen Wochen ausführlich getestet. Diese neuen Funktionen haben uns am besten gefallen.

Dunkelmodus

Über diese neue Funktion wurde in den vergangenen Monaten vermutlich am meisten berichtet: der Dunkelmodus. Er erlaubt einen Wechsel zwischen dem hellen Standard-Farbschema und einer neuen, dunklen Menüfarbpalette. Dadurch soll das Handy etwa abends, in dunkler Umgebung besser ablesbar sein, ohne mit hellen Menüs und Hintergründen zu blenden.

Um den neuen Dunkelmodus ein- bzw. auszuschalten, öffnet man das Menü „Anzeige & Helligkeit“ in den „Einstellungen“. Hier lässt sich etwa auch festlegen, dass der Wechsel zwischen Hell und Dunkel automatisch zu festgelegten Uhrzeiten erfolgt oder mit Sonnenauf- und untergang zusammenfällt.

Um noch schneller zwischen beiden Modi zu wechseln, lässt sich der Schalter „Modus ‘Dunkel’“ unter „Einstellungen“>„Kontrollzentrum“ dem Kontrollzentrum hinzufügen.

Mit Apple anmelden

Die inhaltlich vielleicht wichtigste neue Funktion von iOS 13 ist vermutlich „Mit Apple anmelden“. Viele App-Anbieter verlangen vor der Nutzung eine Registrierung. Um den Anmeldeprozess zu vereinfachen, bieten Google, Facebook und Andere die Möglichkeit, sich über deren Dienste anzumelden.

Statt mühsam den eigenen Namen, Emailadresse und weitere Informationen einzugeben, genügt ein Fingertipp etwa auf die Schaltfläche „Mit Google anmelden“ oder „Mit Facebook anmelden“. Anschließend werden alle benötigten Informationen über den eigenen Facebook- oder Google-Account automatisch übertragen. Was viele Anwender nicht wissen: Der Nutzer ermöglicht damit auch die Datenerhebung der gewählten Datenkrake in der jeweiligen App oder Website.

Das untergräbt Apples oft erklärte Datenschutz-Bemühungen. Ab iOS 13 kommt deshalb die Option „Mit Apple anmelden“ hinzu. Bei dieser Option dürfen App-Anbieter lediglich den Namen und die Email-Adresse des Nutzers automatisch abfragen. Apple verspricht, selbst keinerlei Nutzungsdaten zu erheben. Zusätzlich kann noch eine Funktion namens „Email verbergen“ aktiviert werden.

Dabei erzeugt Apple eine Wegwerf-Emailadresse und nutzt diese dann zur Anmeldung beim jeweiligen Dienst. Mails an diese Wegwerfadresse werden von Apple an die tatsächliche Adresse des Nutzers weitergeleitet.

Für Anwender ist „Mit Apple anmelden“ ein großes Plus an Sicherheit. Damit App- und Dienste-Entwickler diese Funktion tatsächlich integrieren, legt Apple ihnen die Daumenschrauben an: Wer eine Anmeldung über Google, Facebook und Co anbietet, muss zwingend auch Apples Option integrieren. Auch wenn dieser Zwang für viel Protest gesorgt hat, ist er aus Datenschutzsicht sehr begrüßenswert.

Apple Fotos

Die hauseigene Bilder-App wird umfangreich angepasst. Neben einer übersichtlichen Ordnung der geschossenen Bilder kommen auch zahlreiche Bearbeitungswerkzeuge neu hinzu. Außerdem werden doppelte Bilder oder Screenshots in der Übersicht automatisch ausgeblendet. Insgesamt sieht die Anwendung deutlich runder aus und bietet mehr Möglichkeiten – eine gelungene Frischzellenkur.

WLAN- und Bluetoothgeräte direkt wählen

Neben den großen Themen bringt iOS 13 auch einige kleinere Funktionen, die im Alltag aber sehr praktisch sind. So ist es jetzt etwa möglich, ein Wlan-Netz oder ein Bluetooth-Gerät direkt aus dem Kontrollzentrum zu wählen.

Dazu öffnet man das Kontrollzentrum (bei iPhones mit Face-ID wischt man dazu von oben Rechts in den Bildschirm, bei allen anderen iPhones wischt man dagegen von unten nach oben in den Bildschirm).

Anschließend hält man den Finger eine Sekunde auf das WLAN- oder Bluetooth-Symbol. Im sich daraufhin öffnendem Fenster wiederholt man diesen Vorgang – eine Liste mit verfügbaren Geräten erscheint.

Apps direkt aus der Update-Übersicht löschen

Gerade im Update-Menü fallen nicht selten Apps ins Auge, die man schon lange nicht mehr braucht, aber trotzdem umfangreiche Updates einfordern. Um diese zu löschen musste man die App zunächst auf den Startbildschirmseiten ausfindig machen und dort dann löschen.

Ab sofort können solche Apps direkt aus dem Update-Menü der Appstore-App heraus gelöscht werden. Einfach den Eintrag nach links schieben und auf „Löschen“ tippen.

QuickPath: Eingabe durch Wischen

Bei Android-Geräten ist es seit Jahren Standard, seit iOS klappt es über den Umweg über Dritthersteller. Aber erst jetzt bietet Apple selbst die Möglichkeit, Texte nicht zu tippen, sondern zu „wischen“. Dabei lässt man den Finger einfach von Buchstabe zu Buchstabe gleiten, QuickPath erkennt sehr zuverlässig das gemeinte Wort. Um die neue Option zu deaktivieren, öffnet man „Einstellungen“>„Allgemein“>„Tastatur“ und schaltet dort „Zum Tippen streichen“ aus.

Optimiertes Batterieladen

Die Lebensdauer von Akkus kann man durch sein Ladeverhalten aktiv beeinflussen. Generell gilt: Jeder Ladevorgang, sei er auch kurz, vermindert die Lebensdauer des Energiespenders.

Deswegen ist die beliebte Praktik, sein Telefon vor dem Schlafengehen ans Ladegerät anzuschließen, eigentlich nicht optimal. Denn auch ohne Schnelllader ist der Akku in der Regel voll, obwohl man noch einige Stunden weiterschläft. In dieser Zeit entlädt der Akku sich um wenige Prozentpunkte und wird dann wieder aufgeladen.

Durch die neue Option „Optimiertes Laden der Batterie“ lernt das Telefon, wie lange der Nutzer das Gerät am Ladekabel lässt und lädt deshalb zunächst nur auf 80 Prozent und erst kurz bevor das Gerät vom Kabel getrennt wird, wird der Energiespeicher komplett gefüllt. Die Funktion ist standardmäßig aktiviert, wer sie deaktivieren möchte kann unter „Einstellungen“>„Batterie“>„Batteriezustand“ die Option „Optimiertes Laden der Batterie“ deaktivieren.

Neben dem neuen Betriebssystem kommen am Freitag auch die neuen iPhones auf den Markt. Wie Sie beim beim Kauf sparen – und wer das 11er-iPhone überhaupt braucht.

Diese Features hat Apple beim iPhone 11 verbessert.