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Besser fliegen: Wie Sie Ihren Sitzplatz kostenlos wählen

Lieber Gang oder lieber Fenster? Vorne oder hinten? Viele Airlines neben Geld für Wunschplätze. Das kann man umgehen. Alle Tipps.

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Berlin.  Viele Menschen haben auf Reisen Präferenzen – das beginnt beim Fliegen. Gang oder Fenster, vorne oder hinten, der Sitzplatz kann im Zweifel über eine Menge Reisekomfort entscheiden.

Nicht nur Ryanair und Easyjet, auch immer mehr große Fluggesellschaften wie Lufthansa verlangen einen Aufpreis dafür, den eigenen Sitzplatz auswählen zu können. Denn mit den Reservierungen lässt sich zusätzlich Geld verdienen. Wenn Paare oder Familien zusammensitzen wollen, kommen sie daher meist an kostenpflichtigen Reservierungen nicht vorbei – vor allem in Billigfliegern.

„Wünsche kosten beim Fliegen Geld“, sagt der Luftfahrtexperte Cord Schellenberg aus Hamburg. „Wer einen speziellen Sitzplatz wünscht, ist meist auch bereit, mehr als den üblichen Ticketpreis zu bezahlen.“ Auf Langstreckenflügen kann das für Familien jedoch schnell deutlich mehr als 100 Euro für Hin- und Rückflug kosten. „Für die Airlines ist das inzwischen eine wichtige Zusatzeinnahmequelle geworden“, bestätigt der Experte.

Das Wichtigste in Kürze:

• Kostenpflichtige Reservierungen im Flugzeug werden immer häufiger

• In Billig-Airlines bekommt man den gewünschten Sitzplatz häufig, wenn man an Bord das Personal darum bittet

• Bei hochpreisigeren Fluggesellschaften kann man beim Online-Check-In den Platz oft noch kostenlos wählen

Zusammenhängende Sitzplätze nicht garantiert

Kunden, die sich gegen die Sitzplatzreservierung entscheiden, könnten bei Gelegenheit immer noch auf einen Sitzplatz am Gang oder einem Sitz mit zusätzlicher Beinfreiheit gesetzt werden, heißt es von Ryanair. „Da diese Plätze bei den Kunden, die Sitze reservieren, sehr beliebt sind, kommt dies eher selten vor“, erklärt eine Sprecherin.

Ähnlich sieht es bei Easyjet aus: Je nach verbleibendem Angebot erhielten die Fluggäste mit derselben Buchung zwar möglichst Sitzplätze, die nebeneinander liegen. Das könne jedoch nicht garantiert werden, so ein Easyjet-Sprecher. „Insbesondere, je näher die Abflugzeit rückt.“

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An Bord wird häufig getauscht

An Bord von Billig-Airlines kommt es daher häufig vor, dass Passagiere ihre Plätze untereinander tauschen – auch wenn das prinzipiell nicht erwünscht ist. So heißt es im Falle von Easyjet etwa, dass es „lediglich nach Absprache mit der Kabinen-Crew möglich“ sei. Ryanair fordert sogar seine Fluggäste auf, an ihrem Platz sitzen zu bleiben.

Laut Luftfahrtexperte Schellenberg sei das aber in der Praxis oft anders. Demnach zeigten sich Flugbegleiter oft aufgeschlossen gegenüber einem Sitzplatzwechsel, wenn man danach fragt. „Selbst bei Ryanair stimmt die Besatzung meistens zu, wenn Passagiere ihre Sitzplätze tauschen wollen, damit auseinander gesetzte Menschen doch beieinander sitzen können.“

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Bei Lufthansa sind Reservierungen oft noch inklusive

Etwas anders sieht es hingegen bei Airlines aus, bei denen mehr Leistungen im eigentlichen Flugpreis enthalten sind, etwa bei Lufthansa. „Die meisten Check-in-Mitarbeiter helfen weiterhin gern und erfüllen Sitzplatzwünsche“, sagt Schellenberg. Bei stark gebuchten Flügen sei das meist aber nicht so leicht. Denn viele Reisende erledigen den Check-in bereits Tage vorher online. Somit sind viele Plätze schon fest vergeben.

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Reisende sollten daher darauf achten, ob sie ihre Wunschsitzplätze schon beim Online-Check-in kostenlos wählen können. Bei Airlines wie Lufthansa ist das oft weiterhin möglich. Nur wer sich für die „Economy Light“-Variante entscheidet, muss hier für die frühe Reservierung seines Sitzplatzes bis 48 Stunden vor Abflug zusätzlich bezahlen. „Beim Check-in selbst lassen sich dann jedoch alle noch verfügbaren Sitzplätze weiterhin kostenfrei auswählen“, erläutert die Fluggesellschaft.

Änderungen gibt es dabei auch ab Ende März. Auf Lufthansa-Langstreckenflügen ist die Sitzplatzreservierung in der Economy Class vom 21. März 2017 an kostenpflichtig.

In vergangenen Jahrzehnten gab es laut Luftfahrtexperten generell mehr Service zum Flugticket dazu. Die Zeiten von Fassbier und Hummer an Bord sind aber vorbei.

(dpa/vem)