Veganismus

Hirnschäden: Arzt warnt Schwangere vor veganer Ernährung

Ungeborene könnten durch eine vegane Ernährung der Mutter Hirnschäden erleiden, sagt ein Kinderarzt. Ursache sei ein Vitamin-B12-Mangel.

Schwanger und vegan ernähren? Ein Mediziner warnt davor.

Schwanger und vegan ernähren? Ein Mediziner warnt davor.

Foto: kzenon / imago/Panthermedia

Berlin.  Eine vegane Ernährung während der Schwangerschaft wird von Medizinern seit Langem schon kritisch beurteilt. Nun warnt ein Münchner Kinderarzt im Vorfeld des heute beginnenden Jahreskongresses der Frauenärzte in Düsseldorf vor schweren Hirnschäden bei ungeborenen Kindern, ausgelöst durch eine Mangelernährung der werdenden Mutter.

Schwangerschaft mit veganer Ernährung schadet Kind

„Ein Kind braucht vom ersten Moment der Schwangerschaft an eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B12“, sagt Professor Stefan Eber. „Sonst drohen mentale und motorische Störungen, im schlimmsten Fall eine lebenslange Behinderung.“

Vitamin B12 ist wichtig für den Aufbau des kindlichen Nervensystems. Es kommt fast nur in Fleisch- und Milchprodukten vor, kaum in pflanzlichen Nahrungsmitteln, aus der vegane Ernährung nahezu vollständig besteht.

So hätten streng vegan lebende Frauen eine tägliche Vitamin-B12-Aufnahme von 0,4 Mikrogramm, „für ein gesundes Baby sind aber 4,5 Mikrogramm notwendig, also das Zehnfache“, sagt Eber.

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Die Ursache war eine seltene Erkrankung

Der Kinderarzt beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Auswirkungen eines B12-Mangels auf das kindliche Gehirn. Bereits 2004 publizierte er mit Kollegen den Fall eines fünf Monate alten Kindes, das an Vitamin-B12-Mangel litt und bis heute schwer behindert ist.

„Die Ursache des Mangels war in diesem Fall eine sehr seltene Erkrankung der Mutter“, sagt Eber, „aber zur gleichen Zeit gab es weitere Publikationen, die einen B12-Mangel aufgrund von veganer Ernährung aufgegriffen haben.“

151 Kinder mit Mangel in seiner Praxis

Die Empfehlung der Ärzte damals: Kinder, deren Mütter an einem bekannten B12-Mangel leiden – ernährungsbedingt oder aus medizinischen Gründen –, sollten in jedem Fall untersucht und gegebenenfalls therapiert werden. Doch das Echo sei damals leiser ausgefallen, als erhofft, sagt Eber heute.

Der Kinderarzt hat nun Zahlen für seine eigene Praxis erhoben. Demnach hat er allein seit 2015 bei 151 Kindern einen B12-Mangel festgestellt, bei 20 von ihnen sei der Mangel sogar ausgeprägt gewesen.

Ein Mangel kann fünf bis zehn IQ-Punkte kosten

Die Folgen können fatal sein. Und sind die Kinder einmal auf der Welt, sind sie in manchen Fällen kaum mehr zu beheben, sagt Eber: motorische Einschränkungen, in seltenen Fällen körperliche und auch geistige Behinderungen.

„Ein Mangel betrifft die Wahrnehmung, das Erkennen, das Lernen. Er kann sogar fünf bis zehn IQ-Punkte kosten“, sagt Eber. Daher gelte: Alle werdenden Mütter oder Frauen mit Kinderwunsch sollten so früh wie möglich von ihrem Arzt nach der Ernährung gefragt und dazu beraten werden.

Eine Spritze direkt in den Muskel

Um den Mangel gleich zu Beginn einer Schwangerschaft auszugleichen, könne Vitamin B12 zum Beispiel wiederholt direkt in den Muskel gespritzt werden, „um Mutter und Kind während der Schwangerschaft und in der Stillzeit ausreichend zu versorgen“.

Auch nach der Geburt sollten Veganerinnen aufpassen: So gefährlich ist vegane Ernährung beim Stillen.

Gesundheitliche Bedenken gibt es nicht nur bei der veganen Ernährung. Auch eine bestimmte Art des Ultraschalls von Ungeborenen wird kritisch beäugt. Das sogenannte Babykino mit 3D-Bildern in der Schwangerschaft wird ab 2021 verboten.