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Wie man in Zeiten des Klimawandels sparsam mit Wasser umgeht

Großer Geiz beim Wasser führt zu Kanalfraß und Verkeimungen. Ratsam ist es, den eigenen Lebensstil zu überdenken. Wir geben Tipps, wie.

Warum wir weniger duschen sollten

Häufiges Waschen mit heißem Wasser und Seife kann Haut und Haare schädigen. Das Wasser greift die dünne Hautschicht aus natürlichen Fetten an. Ohne diese Öle trocknet die Haut aus. So können Viren und Bakterien sich besser vermehren.

Warum wir weniger duschen sollten

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Berlin.  Insbesondere in diesem Sommer ist es ein wichtiges Thema: Wasser sparen. Das klappt nicht nur beim Gießen im Garten, sondern auch im Haushalt.

Der Umwelt zuliebe sollte man es nicht verschwenden. Allerdings gibt es eine Kehrseite des übermäßigen Sparens. Die Wasserwirtschaft muss schon extra Wasser in die Kanäle pumpen, um diese zu schützen. Was ist die Lösung?

Die Grundhaltung ist wichtig

Wasser zu sparen, dient der Umwelt. Daher bejaht Laura von Vittorelli die Frage, ob Verbraucher weiterhin sparsame Duschköpfe einbauen, Eco-Programme in Wasch- und Spülmaschine verwenden und beim Zähneputzen zwischendurch den Wasserhahn zudrehen sollten.

Sie ist Gewässerexpertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Berlin. „Die Grundhaltung sollte sein, sparsam mit dem Wasser umzugehen.“ Zumal sich dies auszahlt: Wer weniger Wasser verbraucht, spart.

Klimawandel mit Folgen

Ähnlich sieht das Dietmar Sperfeld, Fachreferent der Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung in Darmstadt. „Ja, Sparen macht Sinn, wenn es um teures, mit hohem Energieeinsatz aufbereitetes Trinkwasser geht. Der Wasserhunger in Städten und Ballungsräumen nimmt stetig zu – mit katastrophalen Folgen für das Umland, dem das Wasser entzogen wird.“

In Deutschland gebe es regional starke Schwankungen des Wasserangebots, bedingt durch den Klimawandel seien neue Herausforderungen zu erwarten.

Die zunehmende Trockenheit und vor allem Starkregen bringen das konventionelle System schnell an seine Grenzen. Oberflächlich abfließendes Regenwasser sorgt nicht dafür, dass die bereits abgesunkenen Grundwasserleiter aufgefüllt werden.

Kehrseite des Sparens

In Deutschland wird immer weniger Wasser verbraucht. Waren es 1990 im Bundesdurchschnitt noch 147 Liter pro Einwohner und Tag, sind es nun nur noch 123 Liter.

„In den neuen Bundesländern liegt der Verbrauch sogar unter 80 Litern pro Einwohner und Tag“, sagt Martin Weyand vom Bundesverband Energie- und Wasserwirtschaft in Berlin. Das ist inzwischen so wenig, dass durchaus schon mal zu wenig Abwasser in die Kanäle gelangt.

„Irgendwann ist der Zeitpunkt erreicht, dass das Wasser zu langsam fließt oder sogar zum Stillstand kommt“, erklärt Weyand. „Das kann zu Verkeimungen und sogar zu Kanalfraß führen, wenn Säuren und Dämpfe den Beton angreifen.“

Um das zu verhindern, müssen die Wasserbetriebe ihre Abwasserkanäle spülen. Und die Kosten dafür werden auf die Kunden umgelegt. „Auch aus hygienischer Sicht macht allzu ambitioniertes Wassersparen wenig Sinn“, meint Weyand.

Kein Verzicht notwendig

Die Industrie entwickelt immer sparsamere Hausgeräte und Armaturen. „Auch hier ist irgendwann eine Grenze erreicht“, so Weyand. „Dann reicht das wenige Wasser nicht mehr aus, um die Wäsche vollständig zu spülen.

Und beim Duschen mit dem sparsamen Wasserstrahl können sich Krankheitserreger ausbreiten.“ Fazit des Branchenvertreters: In Deutschland werden nur 2,7 Prozent der Wasserressourcen für die öffentliche Versorgung eingesetzt.

„Die Gefahr, dass wir diese Quellen übernutzen, besteht nicht“, so Weyand. „Das Wasser, das gebraucht wird, gelangt in den Kreislauf zurück. Wir haben genügend davon, und niemand muss auf etwas verzichten.“

Der richtige Ansatz

„Statt auch noch den letzten Liter einzusparen, sollten die Menschen ihren Lebensstil überdenken“, rät BUND-Expertin von Vittorelli. „Der tropfende Wasserhahn in der Küche ist weniger das Problem als das Baumwoll-T-Shirt, das in wasserarmen Ländern produziert wird. Oder weit gereiste Früchte wie die Avocado, für deren Anbau Unmengen an Wasser benötigt werden.“

Damit wird jenen Regionen der Erde, die echte Wassernot haben, diese Ressource noch mehr entzogen. „Verbraucher können ihren Wasserfußabdruck entscheidend reduzieren, wenn sie ihre Lebensmittel ökologisch, regional und saisonal einkaufen und beispielsweise bei Kleidung gezielt im Second-Hand-Bereich suchen.“

Zu Hause gelte es, den Verbrauch von warmem Wasser zu verringern, denn darin stecke noch zusätzlich erzeugte Energie.

Und es ergebe Sinn, getrennte Wasserwege für Trinkwasser und Brauchwasser zu nutzen. „Zum Gießen des Gartens ist das Regenwasser die bessere Wahl als Trinkwasser“, so von Vittorelli.

Auch Sperfeld von der Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung plädiert dafür, Regenwasser stärker in den Versorgungskreislauf einzubinden. Verbraucher können zum Beispiel Regenspeicher anlegen, die das Niederschlagswasser auf dem Grundstück auffangen.

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