Fliegerei

Warum Passagiere nach der Landung wieder klatschen sollten

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Aaron Clamann
Fünf Dinge, die es im Flugzeug nicht mehr gibt

Fünf Dinge, die es im Flugzeug nicht mehr gibt

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Klatschen gehört an Bord von Flugzeugen längst zu einem No-Go. Dabei gibt es gute Gründe, dies trotzdem zu tun. Wir stellen sie vor.

Berlin.  Knigge-Trainer haben seit Jahren vom Klatschen im Flugzeug nach der Landung abgeraten – das sei doch nur peinlich. Doch ausgerechnet die neue Stille an Bord führt zu viel schlimmerem Sittenverfall, und hat außerdem negative Folgen. Und so gibt es heute wieder gute Gründe, im Flugzeug dem Piloten und seiner Crew nach gelungener Ladung zu applaudieren.

Benimm-Fanatiker hatten stets betont, dass das Klatschen an Bord ein Ausdruck spießigen Bürgertums und längst aus der Zeit geraten sei. Und tatsächlich: „Das Klatschen ist ein bisschen aus der Mode gekommen“, sagt Markus Wahl, selbst langjähriger Pilot und Sprecher der Vereinigung Cockpit (VC). Der gefühlte Wert des Fliegens habe abgenommen.

Klatschen gehörte zum Fliegen wie Hummer und Fassbier

Vor einigen Jahrzehnten gab es auf (Langstrecken-)Flügen noch Bier vom Fass, Hummer wurde am Platz serviert und Pilot Wahl erinnert sich, dass sein Großvater selbst auf Urlaubsreisen stets Anzug getragen habe. Diesen Luxus an Bord zu beklatschen – das gehörte einfach zum Zeitgeist.

Doch warum hält man nicht an guten Traditionen fest – selbst wenn die Fliegerei heute nicht mehr der Hauch des Luxus’ umweht wie noch vor Jahrzehnten?