Maggie wirkt wie jemand, der genau dort angekommen ist, wo sie immer hinwollte. Die 24-Jährige lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Schleswig-Holstein. Ihr Geld verdient sie Influencerin auf Instagram und Youtube. Dort berichtet sie von ihrem Familienalltag. Doch Maggie hat einen langen, schmerzhaften Weg hinter sich, der schon früh begann.

Während ihre Freundinnen längst keine Puppen mehr anrühren, behandelt Maggie ihre Reborn-Babys wie echte Kinder: Sie richtet den lebensecht wirkenden Puppen ein eigenes Zimmer in ihrem Kinderzimmer ein, schiebt sie im Kinderwagen spazieren und mischt Fläschchen mit Milchnahrung. „Ich habe erst relativ spät realisiert, dass ich schon mit zwölf einen Kinderwunsch hatte“, erzählt sie.  Für Maggie waren die Puppen eine Möglichkeit, diesen unbewusst auszuleben. Nun blickt sie als Familienbloggerin auf viele Herausforderungen und Lektionen zurück, die sie zu der Frau gemacht haben, die sie heute ist. Sie sagt, jung Kinder zu bekommen, habe sie gerettet. Doch ein Psychologe sieht gleichzeitig eine große Gefahr in früher Elternschaft.

 
Maggie selbst kann ihr Verhalten damals nicht einordnen und ahnt nicht, was dahinterstecken könnte. „Ich hatte mich immer wieder gefragt, was an mir falsch ist, weil ich nur Babys im Kopf hatte, während meine Mitschüler ganz andere Themen hatten“, erinnert sie sich. „Während sie Feiern waren, bin ich auf Babymessen gegangen.“ Erst ein Kinderpsychologe bringt Licht ins Dunkel. Er vermutet, dass hinter Maggies Verhalten ein tiefer Kinderwunsch stecken könnte. Da ist Maggie 15 oder 16 Jahre alt. „Als er das sagte, hat es bei mir Klick gemacht“, sagt sie rückblickend.