Andere Länder, andere Regeln

Von Erik Nebel "Auslandserfahrungen sind in vielen Berufen unabdingbar." Das meint Michael Blank vom Deutschen Industrie und Handelskammertag (DIHK).

Von Erik Nebel "Auslandserfahrungen sind in vielen Berufen unabdingbar." Das meint Michael Blank vom Deutschen Industrie und Handelskammertag (DIHK). Denn andere Kulturen und Mentalitäten zu kennen, sei zunehmend wichtiger, so der Marketingleiter der Außenhandelskammern. Deshalb versuchen immer mehr junge Leute ihre Arbeitsmarktchancen durch Auslandspraktika zu verbessern. Doch die Suche nach einem geeigneten Platz ist schwierig. "Probleme gibt es schon mit dem Begriff Praktikum", sagt Gudrun Pieper, Leiterin des Europaservices der sächsischen Arbeitsagentur in Chemnitz. In Deutschland verbinde man damit, praktische Erfahrungen in der Arbeitswelt zu sammeln. Dagegen "ist ein Praktikum in vielen europäischen Ländern nur während des Studiums oder der Berufsausbildung möglich", so Gudrun Pieper. Suche man ein Praktikum nach dem Studium, geht man in einer Reihe von Ländern davon aus, dass sei kein Praktikum, sondern ein befristetes Arbeitsverhältnis. Dies gelte u. a. in Frankreich und garantiere einen gesetzlichen Mindestlohn. Voraussetzung für ein Auslandspraktikum sind gute Sprachkenntnisse. "Wer vorrangig die Sprache lernen will, sollte eine Sprachreise wählen", sagt Regina Schmieg, Beraterin bei Eurodesk in Bonn, dem europäischen Jugendinformationswerk, das beim Internationalen Jugendaustausch- und Besucherdienst der Bundesrepublik (IJAB) angesiedelt ist. Für unter 18-Jährige ist es aus rechtlichen Gründen kaum möglich, ein Praktikum zu bekommen. Für Studenten ist es in der zweiten Studienhälfte am sinnvollsten, wenn das erworbene Wissen durch praktische Arbeit ergänzt werden kann. Gudrun Pieper empfiehlt für einen ersten Überblick das Internet-Angebot von Eurodesk und IJAB. Hier finden sich auch Informationen zu Vermittlungsorganisationen, Datenbanken und Hinweise zu Fördermöglichkeiten. Bei der Suche kann man sich von Vermittlungsorganisationen unterstützen lassen. Doch von ihnen gibt es viele und die Qualität ihrer Arbeit ist sehr unterschiedlich. "Wir von Eurodesk müssen neutral beraten", meint Regina Schmieg. Suchenden rät sie, sich u. a. zu erkundigen, wie lange der Anbieter existiert und welche Erfahrungen andere Nutzer gemacht haben. Weitere Hinweise gebe die Internetseite der Anbieter, alle Kosten sollten zum Beispiel detailliert genannt werden. Informationen zu den Besonderheiten der jeweiligen Länder, in denen man arbeiten möchte, gibt die Internetseite www.eurostage.org. Den Lebenslauf zum Herunterladen gibt es in allen EU-Sprachen unter http://europass.cedefop.europa.eu/.

Interessenten sollten unbedingt auch die Ausgaben gut durchrechnen. Denn Praktika kosten Geld. Eine Bezahlung ist dagegen eher die Ausnahme. dpa/gms

Informationen im Internet:

www.rausvonzuhaus.de

www.zav.de

www.eurostage.org

www.eurodesk.de