Joachimstaler Platz: Facelifting hat begonnen

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Beate K. Seiferth

Charlottenburg - Täglich überqueren tausende Passanten den Joachimstaler Platz. Doch im Gegensatz zum nahe gelegenen Breitscheidplatz lädt das Areal am Kurfürstendamm nicht dazu ein, sich länger dort aufzuhalten. Doch jetzt sind die Bauarbeiter angerückt, denn der Platz soll schöner werden. Die Pläne lieferte der Züricher Landschaftsarchitekt Guido Hager.

Derzeit gesellt sich zum Lärm der vorbeirauschenden Autos der Krach der Baumaschinen. Arbeiter buddeln den Boden auf, den bald grün-leuchtende Gehwegplatten zieren sollen. «Dadurch entsteht der Eindruck eines gartenähnlichen Bereiches», so Hager. Um den Eingangsbereich heller und lichter zu machen, wurden die Bäume vor dem U-Bahneingang gefällt. Zudem soll die denkmalgeschützte Verkehrskanzel aus den 50er-Jahren in Szene gesetzt werden. Geplant ist, diese nachts blau zu beleuchten.

Entlang der Joachimstaler Straße und dem Kudamm wurden neue Bäume gepflanzt, um den Platz von den Straßen abzugrenzen. Und damit Passanten dort ihr Eis nicht im Stehen schlecken müssen und sich nach dem Shoppen ausruhen können, werden acht Bänke aufgestellt. Dafür verschwindet der Parkplatz an der Joachimstaler Straße. Die Kosten für den Umbau in Höhe von 512 000 Euro übernimmt Hans Grothe, der das Neue Kudamm-Eck auf der gegenüber liegenden Straßenseite errichtet hat. Im Herbst sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Mit der Umgestaltung des Platzes wird ein Plan aus den 90er-Jahren verwirklicht. Bislang war die Verschönerung des Areals immer wieder an fehlendem Geld gescheitert. Nachdem Grothe 1999 dafür die Mittel locker gemacht hatte, schrieb die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung im vergangenen Jahr einen Architektenwettbewerb aus. Doch keiner der Entwürfe überzeugte die Jury für einen ersten Platz. So erhielt Hager lediglich den zweiten Platz und musste seinen Entwurf überarbeiten. Die Jury wollte eine Bodeninstallation mit dem Wort «Sehnsucht» nicht. Grund: Dies sei unangemessen für einen solch lebendigen Ort. «Zudem ist die Installation zu wartungsaufwendig», befand der damals amtierende Baustadtrat Alexander Straßmeir (CDU).

Auch der Verbleib der Verkehrskanzel hatte in der Vergangenheit die Gemüter erhitzt. Bis in die 60er-Jahre hatte dort ein Polizist die Ampeln per Hand geschaltet. So wollten die Fraktionen der SPD und CDU die Kanzel abreißen, scheiterten damit jedoch wegen des Denkmalschutzes. Der derzeitige Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU), damals Fraktionschef, schlug vor, sie dem Technikmuseum zu übergeben. Das befand jedoch, dass sie nur an ihrem angestammten Ort verstehbar sei. «Der Platz wäre ohne die Kanzel sicher schöner», sagt Gröhler. Zudem hätte er an Stelle der grünen Bodenplatten lieber mehr Pflanzen auf dem Platz. «Vielleicht lässt sich dies in Absprache mit Herrn Hager noch nachträglich verwirklichen», hofft Gröhler.