Junger Mann gefangen im Schatten der Kindheit

Einsamkeit, Angst und Ausweglosigkeit sind die zentralen Themen dieses Balletts. Zum gnadenlosen Beat des legendären Albums von Pink Floyd (We don't need no education! We don't need no thought control!) wirft Mario Schröder, ausgebildet an der renommierten Dresdner Palucca-Schule und seit der Spielzeit 2001/2002 Ballettdirektor in Kiel, einen Blick hinter die "Mauer" eines namenlosen jungen Mannes (Goyo Montero, Foto oben). Der kommt nicht los von den Schatten seiner Kindheit, den erdrückenden Bindungen an die Mutter oder die Freundin, der Angst vor sexueller Bedrängung, vor dem Tod, vor dem Irrewerden - in einer menschenverachtenden Irrenanstalt.

Dort ist "Er" gestrandet, in einer Welt der Unfreiheit, der einengenden Ordnung, die eher einem Lager gleicht als einer Heilanstalt. Wo sadistische Pfleger auf eine willenlose Masse Mensch treffen, die wie Marionetten an ihren Luftschläuchen oder an zahllosen Gummischnüren zitternd und zappelnd allesamt dirigiert werden. Vorstellungen sind am 14. und 15. April - zum letzten Mal in dieser Spielzeit und in der "Originalbesetzung", denn Rebecca Gladstone (die Chefin), Jane Margaret Kesby (seine Freundin), Can Arslan ("Er", in jungen Jahren) und Fabien Voranger (Pfleger) verlassen zum Ende der Spielzeit die Compagnie.

In weiteren Rollen: Christine Camillo (seine Mutter), Aurélien Scannella (sein Vater) Robert Adamczewski (Pfleger) sowie Solisten und Ensemble des Balletts der Deutschen Oper Berlin.

Roger Waters: The Wall Choreografie und Inszenierung: Mario Schröder Bühne, Kostüme: Andreas Auerbach