Opern-Lexikon

Die "Femme fatale" bezeichnet ein Typus von Frauenfiguren, wie er in der Literatur, der bildenden Kunst und in der Oper besonders am Ende des 19. Jahrhunderts zutage getreten ist. Er steht für die böse Frau, die als Verführerin agiert und zum Verhängnis wird. Aus der Verbindung von Sex und Gewalt erwächst ihre Faszination. Die Femme fatale ist eine Frau, die meist unter Einsatz weiblicher Reize einen Mann ins Unglück stürzt bzw. zu stürzen versucht. Über geltende gesellschaftliche Normen setzt sie sich hinweg. Der Mann kommt dabei häufig zu Tode, verliert meistens seine Gesundheit, seinen Verstand, seinen gesellschaftlichen Status oder seine Familie. Er wird ruiniert durch sie.

Der Begriff ist nicht eindeutig klärbar. Das französische "fatal(e)" bedeutet soviel wie "verhängnisvoll" und kann, muss aber nicht - im Gegensatz zum englischen "fatal" - tödlich heißen. Bizets "Carmen" (1875), Saint-Saëns "Samson et Dalila" (1877), Puccinis "Tosca" (1900) und Richard Strauss' "Salome" (1905) sind besonders erfolgreiche Beispiele für das Auftreten der Femme fatale auf der Opernbühne.