Reise ans Ende der Nacht

Ein Großereignis kündigt sich an: Der Rundfunkchor Berlin bringt Sir John Taveners siebenstündiges Meisterwerk "The Veil of the Temple" Pfingsten 2007 zur Deutschen Erstaufführung.

Ein Großereignis kündigt sich an: Der Rundfunkchor Berlin bringt Sir John Taveners siebenstündiges Meisterwerk "The Veil of the Temple" Pfingsten 2007 zur Deutschen Erstaufführung. Mit fünf Chören, europäischen und asiatischen Instrumenten - darunter machtvollen tibetanischen Tempelhörnern -, einem Libretto in fünf Sprachen mit Texten aller Weltreligionen und Zeiten sprengt die gigantische Partitur jeden vorstellbaren Rahmen. Kein Wunder, dass das kulturübergreifende Riesenwerk trotz seiner Aktualität, Kraft und Schönheit nur selten zu hören ist. In Berlin (im Hamburger Bahnhof) wird es nach der Uraufführung 2003 in London weltweit erst zum fünften Mal zu erleben sein - eine seltene Gelegenheit!

Der Rundfunkchor Berlin präsentiert die Deutsche Erstaufführung als 3. Folge seiner Reihe "Broadening the Scope of Choral Music" an einem ungewöhnlichen Aufführungsort: zwischen den zeitgenössischen Kunstwerken im Berliner Gegenwartskunst-Museum Hamburger Bahnhof.

Der niederländische Regisseur Rogier Hardeman inszeniert das Mammutwerk als eine rituelle Weltreise quer durch Zeiten und Kontinente. Die Suche nach erlebter Erkenntnis beginnt im Islam, kreist um Judentum, Christentum, Gnostik und Buddhismus und erfährt im Hinduismus die All-Einheit aller Dinge. Sie hebt an im Dunkel des Nicht- und Halbwissens und wird mit dem Morgenlicht der Erleuchtung enden, das durch das Glasdach des Hamburger Bahnhofs fällt.

Das Publikum wird einbezogen in ein Ritual, das zu den Ursprüngen des Theaters führt: Von der Reinigung zu Beginn der Reise bis zur gemeinsamen Einnahme des Frühstücks am Schluss. Es darf in allen Sälen des Hamburger Bahnhofes wandeln, Musik hören, Kunst anschauen, essen, trinken und ruhen - diese Pfingstnacht ist eine Reise durch 3000 Jahre zu den Quellen von von weltlicher und geistiger Schönheit.