Projekt

Möbel aus Pilzen – Forscher suchen alternative Stoffe

Auf den Tischen stehen Dutzende Konservengläser.

Es riecht nach Schwamm. Ein junger Mann schöpft mit einem langen Löffel eine braune Masse mit kleinen weißen Punkten aus einem Topf. „Das ist ein Mix aus Getreide, Wasser und Kaffee“, erklärt Antoni Gandia. Der spanische Biotechniker zeigt gerade Studenten in einer Werkstatt der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, wie sie Pilze züchten können. Später könnten aus den Schwämmen Verpackungen, Möbel oder Kleider entstehen.

„Wir versuchen, Kunst und Naturwissenschaft zu verbinden“, erklärt der Burg-Professor für Material- und Technologievermittlung, Aart van Bezooijen. Das Ziel der Wissenschaftler ist, neue Materialien zu entwickeln, die nachhaltig sind und die Umwelt nicht belasten. Der Name des Projekts: „GROW“.

Professor Aart van Bezooijen zeigt eine rechteckige Platte. Das etwa drei Zentimeter dicke Stück besteht aus Pilzen. Die Schwämme mussten fünf Tage lang in einer quaderförmigen Schale gedeihen und nahmen damit die Form der Schale an. Die Pilzplatten könnten beispielsweise als Ersatz für Styropor eingesetzt werden, erklärt van Bezooijen. „Pilze brauchen anders als synthetische Kunststoffe für ihre Produktion keine zusätzliche Energie.“ Später sollen sich die Platten aus Pilzen in jeder Dicke und Form herstellen lassen. Deshalb eignet sich das Material auch besonders gut für alle Arten von Möbeln. Und das Allerbeste: Gefallen Stuhl, Tisch oder Sofa nicht mehr, kommen sie einfach in den Garten. Professor van Bezooijen: „Auf dem Gartenkompost zersetzen sie sich.“