Gesundheit

Immer weniger Deutsche sterben an Herzkrankheiten

Die gute Nachricht: Insgesamt sterben immer weniger Menschen an Herzinfarkt, an der Koronaren Herzkrankheit oder an Herzschwäche.

Die schlechte: Es kommt darauf an, wo ein Herzkranker wohnt. In Berlin sterben an diesen Krankheiten nur halb so viele Menschen pro 100.000 Einwohner, nämlich 196, als in Sachsen-Anhalt (385). Die beiden Bundesländer markieren die beiden Extremwerte innerhalb der Bundesrepublik. Generell sieht es im Osten Deutschlands (außer Berlin) weniger gut aus; gut dagegen – neben Berlin – in Hamburg, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Dies sind Daten aus dem Deutschen Herzbericht 2014, der am Mittwoch von der Deutschen Herzstiftung in Kooperation mit drei Fachgesellschaften vorgestellt wurde.

Gründe für die gute Nachricht sind Fortschritte in der Diagnostik, neue Therapien, effizientere Versorgungsabläufe und eine bessere Notfallversorgung. Für Professor Christian Hamm, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK), ist es auch die flächendeckende Therapie mit Herzkathetern, die mehr Kranke überleben lässt. Dennoch: Herz-Kreislauf-Erkrankungen waren auch im Jahr 2013 die häufigste Todesursache in Deutschland.

Für die regionalen Variationen machen die Experten vor allem Unterschiede in der Alterszusammensetzung, im Bildungsgrad und Gesundheitsbewusstsein, in der Ärztedichte und im Angebot an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten verantwortlich. Ein Paradox beschäftigt die Mediziner: Sie beobachten mehr Herzleiden, an denen sie quasi schuld sind, wie Hamm sagt. Immer mehr Menschen würden zwar einen Herzinfarkt überleben, Jahre später aber an einer Herzschwäche erkranken. Außerdem steige das Risiko für eine Herzschwäche, eine Herzklappen- oder Herzrhythmuserkrankung mit dem Alter überproportional an – und dieses Alter erleben eben immer mehr Menschen.

( cl/wom )